Neues aus den USA – 6 –

Am 12. Mai schickte Donald Trump einen Tweet in die Welt, der angesichts seines täglichen Twitter-Sturms weitgehend unbeachtet blieb, aber an Ungeheuerlichkeit kaum noch zu überbieten ist. Amerikas Präsident unterstellt darin dem US-amerikanischen Fernsehstar Joe Scarborough, dass er sich eines Mordes schuldig gemacht haben könnte.

Scarborough, ein ehemaliger republikanischer Abgeordneter aus Florida, moderiert seit vielen Jahren gemeinsam mit seiner Kollegin und Ehefrau Mika Brzezinski im US-Nachrichtensender MSNBC die beliebte Talkshow Morning Joe. Scarborough ist ein scharfzüngiger Kritiker Trumps und dem Präsidenten darum ein ewiger Dorn im Auge.

„Wann werden sie den ungeklärten Kriminalfall aus Florida in Sachen Psycho Joe Scarborough wieder öffnen?“, twitterte Trump. „Kam er mit Mord davon? Manche Leute glauben das. Warum hat er den Kongress so leise und schnell verlassen? Ist das nicht offensichtlich? (…)“

Diese Unterstellung ist derart irrsinnig, dass die Washington Post, die regelmäßig politische Aussagen auf ihre Wahrheitsmäßigkeit überprüft, ihr vier Pinocchio-Nasen verpasste und schrieb, sie wünschte, die Skala ließe noch mehr zu und sie könnte weitere hinzufügen. Denn von den inzwischen 18.000 falschen Behauptungen des Präsidenten, so die Washington Post, hätten wenige diesen Gipfel an Bösartigkeit erreicht.