Über das wahre Leben

Die Zeit läßt sich nicht anhalten;
es gibt keine weise Umkehr,
keinen klugen Verzicht.
Nur Träumer glauben an Auswege.
Optimismus ist Feigheit.
Wir sind in diese Zeit geboren
und müssen tapfer den Weg zu Ende gehen,
der uns bestimmt ist.
Es gibt keinen andern. Auf dem verlorenen Posten
ausharren ohne Hoffnung,
ohne Rettung, ist Pflicht.“

(Oswald Spengler, Philosoph)

„Die angenehme Zeit fordert uns alle auf,
traurige Gedanken
und unnützen Kummer zu vergessen:
solange dieses kurze Leben dauert,
soll jeder froh sein,
jeder sich verlieben. „

(Lorenzo de Medici, Politiker und Bankier)

„Bet‘ und arbeit‘! ruft die Welt,
Bete kurz! denn Zeit ist Geld.
An die Türe pocht die Not –
Bete kurz! denn Zeit ist Brot.“

(Georg Herwegh, Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein)

Hier habe ich drei zusammengebracht, die unterschiedliche Lieder singen, Lieder aus der Zeit, in der sie lebten, resp. aus der Welt, die sie sich erschaffen haben, oder die man ihnen bereitet hat. Es sind ein Pessimist, ein Optimist und ein Realist.

Der moderne Bildungsbürger zeigt sich wenig beeindruckt. Er ist aufgeklärt und weiss deshalb, dass man diese drei Seiten des Lebens zusammengefasst, also gleichzeitig vorfindet und erleben muss. Er nennt dann sein Resultat zu Recht „das wahre Leben“.