Neues von der Front

Der Auserwählte, also der US-Präsident wird inzwischen von der halben Welt verspottet; die andere Hälfte der Welt weiss, dass dieser Mensch krank ist, und zwar richtig krank. Shit happens, sagt man. Aber ist es korrekt, über einen Kranken Hohn und Spott zu verbreiten?

Ich gestehe, zu jenen zu gehören, die sich über den Mann lustig machen. Er ist mittlerweile ein Star unter den „Mächtigen dieser Welt“, weil er einen hohen Unterhaltungswert bietet. Nun mag man nicht darüber nachdenken, dass dieser Mann rechtmässig den Schlüssel zu den atomaren Waffen der USA besitzt; er ist ein unkalkulierbares Risiko! Also begnügt man sich ersatzweise, als Kompensation, des Galgenhumors. Das ist zwar amoralisch, aber wo zum Kuckuck herrscht auf diesem Globus noch Moral? Ist doch nur ein Begriff aus der Vergangenheit, dessen Bedeutung man längst vergessen hat.

Nun hat seine Auserwähltigkeit, der grösste Präsident aller Zeiten in einem Interview angemerkt, dass er schon immer von der Gefahr einer Pandemie wusste. Prompt fragte ein Jounalist nach, warum dann nicht genug medizinisches Equipment vorhanden sei. Nun stand der Präsident wieder einmal mit dem Rücken an der Wand. Und wie stets hatte er eine Begründung zur Hand. Auf das Wesentliche reduziert lautet sie: Waffen sind wichtiger als die Volksgesundheit. Was sagte er wirklich? „Wir standen vor der Wahl, Medizinisches oder Munition zu kaufen. Wir hatten zu wenig Munition. Also haben wir welche gekauft.“ Und schon drängt sich die Frage auf, ob man in den USA das Corona-Problem lösen will, indem man alle Infizierten erschiesst. Wer durch den Ofen gegangen ist, verteilt keine Viren!

Man muss so dumm sein wie hundert Trump-Fans, um das alles zu glauben. Vordergründig betrachtet ist die Ausrede des Präse unsinnig und unter Druck geboren. Aber sie offenbart eine Denkweise, die sehr gewöhnungsbedürftig ist. Sensibelchen müssten eigentlich mit chronischer Gänsehaut herumlaufen, denn diese menschenverachtende Gesinnung ist weltweit millionenfach anzutreffen. Si, si! Auch im Land von Toto Riina, dem Mafia-durchseuchten Italien!

Dies sagt natürlich einer, der zu Italiens Feinden Nr. 1 zu zählen ist. Ich erwarte stündlich ein Dekret aus Rom, das mir den Genuss von Pizza und Pasta verbietet. Und meinen Rotwein aus Süditalien werde ich wohl auch in den Ausguss schütten müssen. Ehrlich, ich mag diese moderne Welt nicht. Es wird immer beschwerlicher, gute Seiten unseres Gesellschaftssystems zu finden. Mit einem Riesling aus dem Rheingau ist das nicht getan. Davon braucht es mindestens 5. Und schon scheint die Sonne! Ich weiss: Wer in die Sonne blickt, lässt die Schatten hinter sich.