Über Krieg – 2. Versuch

Ein Krieg entsteht nicht. Er wächst nicht wie ein Spargel. Er ist kein Zufallsprodukt.
Der Krieg wird durch Menschen inszeniert. Er ist ein äusseres Zeichen von Machtmissbrauch und Habgier.

Man spricht von Kriegsbeute. Klug arrangierte Kriege bringen zweimal Beute. Zum einen wird an der Herstellung von Kriegsmaterial verdient, das sind Dinge wie Flugzeugträger bis zu Schnürsenkeln, und dabei werden die Steuerzahler geschröpft.
Zum anderen erobert man Territorien von Wert und kann z. B. Bodenschätze abgreifen.

Krieg führen ist immer Sache eines Despoten. Er kennt den Preis für sein Handeln.
Aus seiner Sicht liegt dieser Preis nahe bei Null. Ein Menschenleben hat für ihn keinen Wert. Der Mensch ist reduziert auf den Status Kriegsmaterial.

Eine Sonderform der Motivation zur Kriegsführung ist das Vertuschen eigener Fehlleistungen, indem man die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit umleitet auf einen soeben angezettelten Krieg, und dies mit intensiver Propaganda unterstützt. Dabei sind der Infamie keine Grenzen gesetzt.

Man kann der Versuchung, die USA als Musterfall bösartiger, gewaltbereiter Aussenpolitik zu nennen, kaum widerstehen. Das Mullah-Regime im Iran ist den Amis ziemlich egal; sie sind sauer, dass sie nicht das iranische Öl bekommen können, und sie werden deshalb einen Krieg gegen die Mullahs starten – natürlich auf die feige Art, mit Lenkwaffen, deren Operatoren in Ramstein/Deutschland sitzen. Aber Vorsicht! Deutschland und seine Kaiser mit ihrem hochgerüsteten Kriegsmaterial waren auch keine Waisenknaben. Man redet sehr ungern darüber, aber im Jahr 1904 hat sich das deutsche Adelsgesindel mit einem Genozid am Volk der Hereros hervorgetan. Man hat eben mal ein Viertel dieses Volks, das waren 50.000 Köpfe ausgelöscht, eine Grosstat eines Infanteriegenerals des Kaisers namens Adrian Dietrich Lothar von Trotha. Weshalb dies? Es ging um Gold und Diamanten in Namibia.

Wer nachdenkt, sieht irgendwann ein Bild aus seiner frühen Kindheit im Sandkasten:
Der da hat etwas, das ich haben will. Es folgt ein Krieg zwischen zwei Kleinkindern, der Stärkere gewinnt und nimmt sich, was ihm gefällt. Dieses Verhaltensmuster ist zeitlos, universell und kann in jeder Lebensphase benutzt werden.

Kriege um Besitz finden wir in reinster Form bei Sandkastenkindern. Deshalb nenne ich die gleich geartete Machtpolitik scheinbar Erwachsener infantil – und somit brandgefährlich.