Sieben

7 Leben !

Hast Du schon mal ein Bügeleisen an der heissen Sohle angefasst? Oder Du hast Dich auf einer heissen Herdplatte abgestützt? Du kennst also Brandblasen? Wie schön! Dann weisst Du, wie es mir heute ergangen ist. Ich übertreibe natürlich. Korrekt gesagt: Wie es mir beinahe ergangen wäre. Und Du wirst es nicht glauben. Das heisse Eisen war für mich die 7. In Worten: Die Sieben! Das glaubsu nicht? Doch, doch. Ich kann das. Ich bin an der 7 gescheitert. Das musst Du erst mal hinkriegen!

Also, was war? Heute früh, ich lag noch im Bette, kam mir die Idee, ich sollte mal etwas über die Zahl 7 schreiben. Nun bin ich nicht gehirn-amputiert. Also fragte ich zurück, warum dies. Und ich antwortete mir: Weil ich das will. Sofort kam der berechtigte Einwand: Aber das interessiert doch keinen Menschen! Ich entgegnete: Sicher! Aber ich ….. ich will. Basta!

Klar. Das Thema „7“ ist Unfug. So dachte ich. Im Kopf schwirrte Peter Maffay umher, der mir so dringend empfiehlt, über sieben Brücken zu gehn und sieben dunkle Jahre auszuhalten. Oder der Siebenschläfer, dieser mauskleine Nager, und die Woche mit ihren sieben Tagen wie die Menora mit ihren sieben Kerzen, das Siebengebirge und das Siebentel – die Verwendung der 7 ist schier endlos, und das hat mich neugierig gemacht. Ich bin also eingestiegen, umher gesurft – und abgesoffen. Bei den buddhistisch-tantrischen 7 Chakras und 7 Lokas stieg ich aus. 7 Chakras, das sind so etwas wie Energiezentren längs der Wirbelsäule, habe ich nicht, und die 7 Lokas, das sind so etwas wie persönliche Welten oder Ebenen mit spezieller Funktion, die man auf gut tantrisch zusammenfasst in einer Samastah, der Gesamtwelt.

Ja, ich habe aufgegeben. Über die sieben Todsünden bin ich nicht hinausgekommen. Was drüber liegt, ist mir zu hoch. Oder ….. sagen wir mal, hinter der Tom kha gai-Suppe mit Huhn ist Schluss; bei vegan bin ich bereits überfordert.

Um die 7 wurde über die Jahrtausende ein mystisches Gebäude errichtet, das mir so fremd bleibt wie das verschwundene Bernsteinzimmer. Ich habs halt eher mit einer Leberkäs-Semmel.

Oder ich versuche es mal mit der 8. Aber vermutlich gilt „neue Zahl – altes Problem“. Die 8 ist die chinesische Glückszahl. Ein Bau-Unternehmer aus Hongkong hat für das Kfz.-Kennzeichen 8888 genau 30.000 Hongkong-Dollars hingeblättert! Ich blättere für die Zahl „00“ maximal 50 Cent hin. Ok, dafür kriegt man kein Mysterium. Aber etwas Nützliches.

Seltsames Meeting

Werfen wir doch mal einen ganz groben Blick auf die Zeit, besser: Auf die Gegenwart.
Die Gegenwart. Gestern war sie noch Zukunft, und morgen ist sie Vergangenheit. Sie zerfliesst mir wie Butter in der Sommersonne.

Ja, sagt der Logiker, Du hast ja auch 24 Stunden dazwischen geschoben. Du hast nach Gestern und nach Morgen geschaut, und das Heute, das sind die vermissten 24 Stunden, vernachlässigt!

Ach nein, sagt der Superlogiker. Nimm eine Sekunde, meinetwegen genau diese: Tick …..tick! Die Sekunde davor war schon Vergangenheit, und die Sekunde danach Zukunft, die aber längst Vergangenheit geworden ist, weil wir ….. ja, weil wir mit Sekunden nichts am Hut haben. Damit sollen sich die Uhren abmühen!

Oma ist 88. Sie hat zugehört, und mischt jetzt mit. Hej, Super! Das selbe kannst Du mit einer Nanosekunde machen! Oder mit einer Femto, einer Attosekunde, wirft der Logiker ein. Super ist nun in Kalamitäten. Er weiss, die liegen richtig! Ich kann die Zeiteinheit so klein reden, bis sie nicht mehr wahrgenommen werden kann – sie hat immer eine Vergangenheit hinter und eine Zukunft vor sich.

Ich schalte mich ein. „Wenn wir die Gegenwart völlig kaputtgeredet haben, entfällt sie, und der Vergangenheit folgt direkt die Zukunft!“ Nun herrscht betretenes Schweigen. So etwas will hier keiner – man frage mich nicht warum. Aber die Logik ist zwingend.

Der Gehstock, an dem mein Opa hängt, betritt die Küche. Der alte Mann hat etwas mitgekriegt und will seinen Senf dazu geben. Schwerhörig, wie er ist, brüllt er los: “ Hej, die kürzeste Zeit ist die Gegenwart! Sie hört auf zu sein, ehe sie kommt!“ Der Super-Logiker murmelt etwas wie „Der schon wieder!“ Und der schwerhörige Alte hats gehört und ergänzt:“ Sagte Seneca so um 64 n. Chr., lies nach im De Brevitate Vitae. Praesens tempus brevissimum est ante desinit esse quam venit! Oder so ähnlich!“

Oma: “ Ich verstehe kein Wort. Muss der immer mit seinem Latein kommen? Der ist 91 und immer noch nicht leer! Das nervt!“

Opa hat’s gehört. Er muss nun salomonisch werden – auf seine Art. Haut mit seiner Krücke auf den Tisch, das Obst in der Glasschale macht einen Hopser, und er verkündet sein Urteil: „Es reicht. Ihr schiebt jetzt wieder 24 Stunden dazwischen, nennt sie Gegenwart, und alles ist wie gestern! Und das Morgen wird besonders schön. Da kommt meine Rente.“ Dann klemmte er sich sein Brevitate vitae untern Arm und verschwand Richtung ….. nun, wir wissen ja wohin.

Sarkasmus pur

Hat man je eine Schnecke beobachtet, die sich einen Alu-Hut aufsetzt, um gegen Schneckenkorn gewappnet zu sein? Das niemals. Diese schleimigen Tierchen wissen weder, was ein Hut ist, noch was es mit Aluminium auf sich hat. Aber sie kommen gut zurecht, wenn sie dem Igel aus dem Weg gehen. Anders eine besondere Sorte Mensch. Sie formt sich aus Alufolie eine halbkugelförmige Mütze mit einem antennenartigen Fortsatz, stülpt sich dieses Kunstwerk über den Kopf und glaubt, gegen alles Mögliche geschützt zu sein, wie zum Beispiel gegen Handystrahlung und das Corona-Virus. So gehen sie gut behütet auf die Strasse und spielen Rebellion gegen den Staat, also gegen die Gemeinschaft der Bürger. Die Igel? Sie glauben an Aliens. (Ich auch!)

Subtiler agiert ein zweiter Teil der fleischgewordenen Irrtümer. Er verzichtet auf die Schutzwirkung von Alu und schwingt dagegen ein Schild, beschriftet mit Art. 1 GG – wonach die Würde des Menschen unantastbar sei, und staatlich angewiesene Schutzmassnahmen gegen COVID-19 eben diese Würde verletze. Dabei interessiert es sie einen Dreck, dass die Würde der Infizierten, die in der Intensiv-Station landen, auf unglaubliche Weise verletzt ist. Wer je dort gewesen ist, weiss, dass man nur noch ein Stück Fleisch ist, das um Leben kämpft.

Ganz anders die AfD-Typen, die dumpfbackig sind und mitmarschieren. Ihre Handlungsweise ist zutiefst verwerflich. Um im Bild zu bleiben: Da reitet einer mit Alu-Hut vorbei, und gleich wollen drei AfD’ler auf dem Gaul mitreiten. Wie soll man das nennen? Vielleicht „dumm-dreist“. Wenn ich diese Höcke-Jünger, diese Leuchten eines Neuen Deutschlands sehe, möchte ich nur noch kotzen.

Man darf es eine Tragödie nennen, dass die BRD zu einer Bananenrepublik verkommen ist und dringend einer Erneuerung bedarf. Das spielt den Rechtsextremisten in die Hände – sie können ausreichend Wahrheiten in ihre Argumentation einfügen. So entsteht ein Bild, das die wahren Absichten der Ultra-Rechten sehr gut verbirgt.

Übrigens: Wenn Adolf Hitler noch lebt, so ist er heute 131 Jahre alt und ganz gewiss nicht mehr in der Lage, Polen zu überfallen. Und die Bundeswehr kann nicht mitmachen, da in der Truppe nur noch das Kochgeschirr funktioniert.

Das ist irgendwie beruhigend, nicht wahr?

Haiku

Ein Mann mit Schnauzbart
niest sich in seine Haare.
Schau: Ein Feuchtgebiet!

Haiku

Der Wurm krümmt sich sehr.
Haken sind sehr ungewohnt.
Ein Mann steht im Teich.

Haiku

Blüten schliessen sich.
Sie ruhen bis zum Morgen.
Ein Bach murmelt leis‘.

Parabel: Melusinde

Parabel: Melusinde

Ausgerechnet in Paderborn, einer der katholischsten Städte in der Bundesrepublik!
Man kann es nicht fassen. Aber dort in Paderborn, an der Jesuitenmauer gleich hinter dem Verlagsgebäude verbrachten drei Angestellte ihre Mittagspause. Sie hatten sich, dem schönenen Wetter geschuldet, zu einem Spaziergang entschlossen: Zwei Verlagsangestellte mit ihrem Vorgesetzten. Man beschäftigte sich während des Spaziergangs intensiv mit den Problemen des SC Paderborn 07 und seinen unrühmlichen Auftritt bei Fortuna Düsseldorf – als plötzlich direkt aus der Sonne eine Gestalt hervorschoss und sich vor dem Männertrio aufbaute: „Ich bin Melusinde, eine gute Fee, und jeder hat einen Wunsch frei, der sofort erfüllt wird!“ Und wusch – Melusinde war verschwunden. Der erste wünschte sich ein Hausboot in der Prinsengracht in Amsterdam! Wusch! Weg war er. Der zweite überlegte nicht lange und wünschte sich einen Palazzo am Canale grande in Venedig. Wusch! Der Chef stand nun allein an der Jesuitenmauer. Er liess sich Zeit. Dachte kurz an die Misère des FC Paderborn 07, verwarf die Idee, dem Fussball zu helfen und formulierte:

„Ich wünsche mir, dass die zwei Idioten nach der Mittagspause wieder an ihren Schreibtischen sitzen!“

Es ist nicht überliefert, ob Melusinde amüsiert war oder eher gallig.
Aber Kluge lernen aus dieser Geschichte Wichtiges:
„Lasse Deinem Chef immer den Vortritt!“

Ein Blick zurück

Kurt Tucholsky war ein deutscher Schriftsteller von hohem Rang. Er lebte von 1890 bis 1935 und verstand sich als linker Demokrat, Antimilitarist und Pazifist.

Dieser Mann schrieb m i r ins Stammbuch:

Wenn der Mensch fühlt, daß er nicht mehr hinten hoch kann, wird er fromm und weise; er verzichtet dann auf die sauren Trauben der Welt. Dieses nennt man innere Einkehr.

Der gute Mann hat meine heutige Situation zutreffend beschrieben, als hätte er mich gekannt. Nur: Wenn er das vor 100 Jahren so formulierte, so ist die Quelle doch wohl sein Umfeld, und die Werkzeug seine Beobachtungsgabe und sein Wortwitz! Es ist direkt enttäuschend, annehmen zu müssen, dass Menschen meiner Wesensart auch weit vor meiner Zeit zu finden waren. Ich bin kein Unikat, kein Kind des 20. Jahrhunderts – nur ein Mensch! Wie gewöhnlich!

Und schon erkenne ich einen scheinbaren Widerspruch. Wenn man wie ich die Last einer ausgeprägten sozialen Gesinnung mit sich umher schleppt, den militärischen Scheiss verflucht und ziemlich idiotisch dem Gedanken an Völkerverständigung nachhängt, dann sollte es Ereignisse wie den 2. Weltkrieg nicht geben können …. oder? Was lief, und was läuft heute noch schief?

Diese Frage ist rein rhetorisch zu verstehen. Ein jeder kennt die Antwort. Sie klingt grosskotzig, aber ich schreibe sie dennoch hier hin:

Nur ein kleiner Teil der Menschheit ist für Massnahmen zum Erhalt einer friedllichen Welt qualifiziert. Es regieren leider Gier und Dummheit. Die kleine Schar der sozial Intelligenten, der Idealisten, der Humanisten und Altruisten, also diese ganze …..isten-Bagage wird zusammengetrieben und im Klo weggesperrt, wenns gut geht. Stalin zum Beispiel war konsequenter, er hat sie töten lassen.

Ein kalter Abend

Er schaute aus dem Fenster und sah den Tag, wie er ihn fühlte. Das Draussen hatte alles verloren. Es fehlten Schönheit, Charme, Freundlichkeit, verloren war alles, was des Menschen Sinne befruchtet, um Dasein in Leben umzuformen und die Seelen, die diese Stadt beherrschen, zu befrieden. So spürte er die Aufruhr in seinem Innern und war beunruhigt. Wusste er doch, was nun folgen würde.

Unbestimmte Wünsche keimten auf, formierten und verbündeten sich, wurden konkret, begreifbar, und wuchsen an zu brüllende Forderungen, übernahmen die Kontrolle über ihn und seine Bedürfnisse, und bestimmten sein Denken, und am Höhepunkt auch sein Handeln. Im Hintergrund dieses Terrors spielte zugleich wie leise Begleitmusik in einem Kaffeehaus eine abgrundtiefe Traurigkeit.

Er wusste, dass er wieder einmal die Macht über sein Ich verloren hatte und entschloss sich, zu tun, was er in solchen Fällen immer tat. Er kleidete sich an und verliess den Ort seiner Niederlage, wanderte eine Stunde lang durch die menschenleere Stadt, dann eine weitere Stunde, und mittlerweile hatte Dunkelheit dem Regen seinen Schrecken genommen.

Unversehens stand er vor dieser Bar, die er so oft aufsuchte, wenn ihn der Schmerz übermannte. Er trat ein, schälte sich aus seinem regennassen Mantel und stellte sich an das hintere Ende des langen Tresens. Der Barkeeper blickte herüber, der neue Gast nickte leicht, und man reichte ihm einen Single Malt, der nach Rauch und Algen duftete. Zwei Finger breit, im Tumbler, mit einem winzigen Schuss Wasser zur Blüte gebracht
standen nun vor ihm. Ein Wortwechsel dazu war überflüssig. Der Barkeeper hatte den Gast längst durchschaut; er ist ein Meister beim Lesen seiner Gäste, ihrem Zustand und ihren Bedürfnissen.

Der Mann am Tresen begann, seinen Scotch mit Bedacht und in kleinen Schlucken zu trinken, und es schien, als würde sich seine Miene entspannen und seine Seele in einen Normalzustand zurück finden. Und irgendwann reichte ihm der Keeper einen zweiten Whiskey, den er dann nahezu zeremoniell genoss. Schliesslich legte er einen Geldschein auf den Tresen und verliess die Bar grusslos.

Es schien, als ob sich sein Schritt gefestigt und seine Körperhaltung aufrechter entwickelt hätten. Er überquerte die Strasse, bog in eine Nebenstrasse ein, blieb vor einem Haus stehen und schaute auf hell erleuchtete Fenster im Hochparterre. Lehnte sich gegen den alte gusseisernen Zaun und wartete, wartete und vergass die Zeit. Endlich erschien sie. Vielmehr bemerkte er ihren Schatten auf der weissen Gardine, und offenbar trug sie ihr Kind durch die Stube, die er so gut kannte. So stand er am Strassenrand, im Regen, und wartete auf neue Bilder, bis das Licht erlosch. Die Nässe in seinem Gesicht schmeckte nun nach Salz. Er spürte Kälte.

Er wandte sich ab und ging mit schnellen Schritten weiter, in Richtung Fluss.

Russisches Wetter

Dieser Putin ist ja ein Mensch, der seine Männlichkeit ständig beweisen muss, indem er mit nacktem Oberkörper und ohne Sattel durch Steppen reitet. Doch, er sitzt dann auf einem Gaul! Das nervt mich. Der Typ gehört auf einen Esel. Wie? Schon gut! Ich weiss, Esel sind kluge Tiere, und ich entschuldige mich bei ihnen für die eben geäusserte Zumutung, als Symbol für alle möglichen Typen herzuhalten.

Zur Sache kommend, sage ich, der Putin hätte erst die Gasleitung Nordstream II fertigbauen sollen, bevor er uns für den Mai die sibirische Kälte in Form eines stabilen Hochdruckgebiets unter permanentem Ostwind zumutet. Bei 3 Grad Celsius lässt er gewiss seinen Gaul im Stall und seine wollene Kalsone, die mit Seiteneingriff rechts, am eigenen Hintern. (Achtung! Nicht verwechseln mit der Calzone, dem italienischen Döner.)

Haiku:

Verdammt kalter Mai!
Die Heizung läuft immer noch.
Gazprom jubelt laut.

Wege und Ziel

Der Weg aus einer privaten, kleinen Welt
in die globale, grosse Welt
ist weit mühsamer als der Weg zurück.
Wer beide Wege bewusst gegangen ist,
kann finden,
was er unbewusst suchte,
das ist Frieden mit sich selbst.

Haiku

Ein Mann liegt im Gras
und lächelt sich in den Tag.
Frauen lachen laut.

Auf dem Weg in die Ewigkeit

Langsam, und eher unbemerkt habe ich mich einem Lebensalter genähert, das nicht nur anregt, sondern unverblümt fordert, sich mit dem Tod zu beschäftigen. Diese Erkenntnis überkam mich heute früh, noch im Bett verweilend, und mitten in einem Entscheidungsprozess um die Frage, ob ich weiterschlafen sollte oder nicht. Natürlich fühlte ich mich gestört, und gar verstört, als ich begriff, welches Thema sich in den Vordergrund gedrängt hatte.

Nun bin ich gottlob jener Typ, der gerne mit Standardsprüchen hantiert, vielmehr parliert. Und einer meiner wichtigen lautet: „So geht’s aber nicht!“ Richtig. So nicht. Ich gönnte mir einen kurzen Monolog, um mich davon zu überzeugen, dass der Tod kein Thema für tief schürfende Betrachtungen sein kann – zumindest auf dem Festland. Bei den Briten mag das anders aussehen. Ich denke an Holyrood Palace in Schottland, wo es jährlich eine Woche lang spukt, indem eine alte Lady dort durch die Räume huscht und so tut, als sei sie die Queen. Aber das nur nebenbei.

Ja, der Tod. Fürchterlich? Was daran soll fürchterlich sein? Ich schaue zur Sicherheit etwas genauer hin, und entdecke – nichts. Ich finde nur meinen Verdacht bestätigt. Mein Tod bedeutet nur, tot zu sein. Wer da mehr vermutet, liegt meilenweit daneben.
Oder ….. wie ist das eigentlich mit Fall zwo, der Wiedergeburt?

Zum Thema Wiedergeburt mangelt es mir an Fachwissen. Ich bin also inkompetent und kann mich nur auf dem Niveau der Politik bewegen, also in der unteren Schublade.
Aber schauen wir mal.

Ich sterbe vor mich hin. Irgendwann trennt sich meine Seele von meinem Körper und sucht das Weite. Dann bin ich nicht mehr Mensch, sondern Leiche. (Stammt nicht von mir!) Ich bin nicht mehr ich. Das Ding da kann beseitigt werden. Das erledigt die Sondertruppe der Müllabfuhr, die mit dem schwarzen Daimler, den sogar Vorhänge schmücken. Das wäre in aller Kürze der irdische Teil meiner Betrachtung.

Die Seele ist auch nicht mehr meine. Sie gehört demjenigen, der sie mir geliehen hatte. Und dieser Jemand hat nun vielleicht ein Problem mit der Seele, die da zurück kommt. Möglich, dass sie beschädigt ist! Schliesslich kann das Leben grausam sein, nicht wahr?

So, wie das Ding zurückkommt, kann es nicht wieder verwendet werden. Man kann einem Fötus keine kaputte Seele mit ins Leben geben. Und oft genug verwendet schrumpft das kranke Teil von der Weintraube zur Korinthe. Dann kann man sie nur noch wegwerfen. Dabei ist sie angeblich kostbar!

Also: Die Seele kommt zurück ins Depot, muss überprüft und repariert werden. Nun sind im 2. Weltkrieg insgesamt 19,6 Millionen Menschen umgekommen. Wer bitte hat den Job mit den Seelen gemacht? Und es kommen doch täglich Hunderttausende dazu, weil immer gestorben wird wie verrückt!

Jene, die wir Seelenklempner nennen, sind es schon mal nicht. Sie sind im irdischen Teil des Systems angesiedelt und versuchen, im laufenden Betrieb die Drähte wieder gerade zu biegen. Das Rätselhafte liegt aber im Jenseits!

Zugegeben, ich bin mit dieser Frage überfordert und kann nur vermuten. Entweder man arbeitet im Him ….. wo eigentlich liegt das Seelen-Lager? Im Himmel? Quark! Nehmen wir hilfsweise an, es gibt dafür ein separates Universum. Dort arbeitet man nach dem Prinzip First in > first out. Die Quarantäne für kaputte Seelen dauert 24 Monate, weil die Zeit alle Wunden heilt. Die Zeit! Alle. Das macht für mich Sinn. An eine Allmacht, die per Segen 19,6 Millionen ramponierte Seelen für den Einsatz fit macht, mag ich nicht glauben. Aber eines weiss ich ganz sicher. Der Chef im Vatikan ist es schon mal nicht. Oder könnte er, und will bloss nicht? Unsinn. Franz ist nicht so einer.

Büschen Speelkrom

Ich glaube, ich höre das Gras wachsen.
Ich spinne.
Hochgradig.
Dieser Jungvogel nervt.
„Futter! Futter!“
Unentwegtes Quietschen.
Niemals „Vater! Vater!“
Der latscht zu Fuss über die Wiese.
Mutti schuftet.
Jagt Würmer, Raupen und Maden.
Quietscht der Jungvogel „Danke, Mama!“?
Niemals.
Frisst, und kackt ins Nest.
Mama machts weg.
Vati putzt seinen gelben Fressapparat.
Mehr nicht.
Er braucht seine Ruhe.
Hatte wieder und wieder Nachtschicht.
Morgens um halb vier beginnt er zu arbeiten.
Sagt er.
Singt aber nur.
Hockt im Baum und singt 90 Minuten.
Am Stück.
Dann ist er fertig mit der Welt.
Fällt entkraftet vom Ast.
Hält den Schnabel, endlich!
Latscht zu Fuss in eine Deckung.
Wegen der Katze.
Es herrscht Ruhe im Garten.
Es ist fünf Uhr.
Ich drehe mich um.
Endlich wieder Schlaf.
Bis der Kaffee duftet.
So um acht.
Ich arbeite.
Mich aus dem Bett,
und hinein in eine Hose.
Wie abends, nur umgekehrt.
So gehe ich dann auf die Suche.
Wo ist der Kaffee?
Der Amselkerl sucht auch.
Glaubt, er braucht nun ein Frühstück.
Findet einen grossen Tauwurm.
Würgt den Dicken runter.
Kann jetzt nicht mehr.
Rülpst.
Hört sich an wie:
„Alle Vöglein sind schon da!“
Ich ergänze:
„Alle Vöglein, aaalle!“
Und gut ists.
Der Jungvogel ist endlich vollgefressen.
Gibt erschöpft auf.
Ist ruhig.
Seine Mama sucht sich was zum Essen.
Wie immer in freier Natur.
Findet reichlich.
Der Alte hat genug übrig gelassen.
Ist eingepennt.
Schläft wie immer auf dem Rücken.
Mutter schaut hin.
Denkt über einen Liebhaber nach.
So’n strammen Amsel-Hahn.
Mit richtig starken Füssen.
Denkt:
Es ist überall das Gleiche.
Schnabel aufreissen, fressen, schlafen.
Schlappschwänze!
Alles eine Wichs!
Kuscheln mit der Nachbarin!
So löst man Probleme!
Es ist zwölf.
Der Morgen ist geschafft.
Mutti macht sich schön.
Hat noch etwas vor.
Der Alte schläft schon wieder.
Bizarr, wie der da liegt.
Mutter assoziiert.
Bratpfanne!
Wäre auch eine Lösung.
So, wie der da liegt.
Abgang!

Zur Erinnerung

Man nennt sie dünnhäutig, die Sensibelchen, die alles Elend dieser Welt erkennen, auf ihre Häupter laden und daran zu zerbrechen drohen. Dumm nur, dass sie stets helle Kerzen auf dem Kuchen sind.

Zum Glück für die menschliche Gemeinschaft gibt es auch Helle, deren Verdrängungsmechanismus gut arbeitet. Sie sind in der Lage, realistisch einzuschätzen, und über Wege aus einem Dilemma nachzudenken.

Weniger Nutzen stiften die klugen Optimisten. Sie sind ständig dem Risiko des Realitätsverlustes ausgesetzt. Wenn eine Karre bergab rollt, kann man nicht erwarten, dass sie stehen bleibt und selbständig wieder zurück kommt.

Schliesslich findet man mit Glück die Gruppe der Idealisten. Wer weiss, wo Wolkenkuckucksheim liegt, möge einen grossen Bogen gehen, um nicht hineinzugeraten. Man muss selbst Idealist sein, um sich dort zu Hause zu fühlen.
Das örtliche Klima ist für Ge-erdete nicht geeignet.

Wen haben wir noch in der Kommune?

Da finden sich Menschen, die eigentlich einer der obigen Gruppen zuzurechnen wären, aber nicht dort hineingehören, weil sie ihren Egoismus ausleben, ihm höhere Priorität zubilligen als dem Sozialen. Ich nenne sie schlicht Profiteure. Man findet sie beim Ausbeuten der Dritten Welt durch die Erste, bei der Sklaverei, in Unternehmen mit Mindestlöhnern usw.

Und es gibt eine letzte Gruppe, die der Ignoranten und Dummen. Sie sind in der Regel bildungsfern geblieben, und sie finden ihren Platz dort, wo sich in der Tasse der Kaffeesatz niederlässt. Sie politisieren auf Stammtisch-Niveau, sind daher nicht nützlich, und dennoch eine wichtige soziale Gruppe.

Wozu nun dieses Aufdröseln der menschlichen Gemeinschaft?

(Grins) Zweierlei ist beachtenswert. Zum einen stehst Du mittendrin und musst mit allen irgendwie zurechtkommen – eine Sisyphos-Aufgabe, die lebenslang andauert. Zum anderen sollst Du die „Richtigen“ wählen. Du glaubst doch, in einer Demokratie zu leben!

Vor zwei Tagen erklärte mir einer, es wäre am besten, die Menschheit auszurotten und den Planeten der Tierwelt zu überlassen. Der Mensch sei unreif und darum ungeniessbar. Ich habe diesem Mann erklärt, er könne beruhigt sein, denn wir wären schon auf dem Weg ins Nichts, aber es würde noch ein wenig dauern, bis der Erfolg zu sehen wäre. Aber wie gesagt: Die Karre rollt bergab.

Ach ja, die Globalisierung! Es nützt also nichts, wenn die BRD mit Höchstqualität regiert würde. Da sind noch 194 andere Staaten! Hast Du genug Phantasie, Dir vorzustellen, was geschähe, wenn die BRD im Wohlstand, und der Rest der Welt im sozialen Elend leben würde? Na? Na? Genau!

Prophetie

Eine lange Dürre wird kommen …..

Nix los …..

Man hat mir in meiner Kindheit beigebracht, dass man keine Texte mit „Ich“ beginnen soll. Das darf man nicht. Das ist wie Ellenbogen beim Essen auf dem Tisch! Ein alter Mann namens Knigge hätte das so entschieden, und die Welt wäre aufgefordert, solche Gebote zu achten. Erst dachte ich, der liebe Gott hiesse Knigge. Also argumentierte ich damit, und habe dabei auf Stahl gebissen. Nein, nein, Knigge sei ein Mensch wie wir alle, und nur er wüsste, was sich gehört, und was nicht – und schon waren die Ellenbogen auf der Tischplatte, und beide Hände hielten ein Mordsstück Brot, belegt mit dem Rahm abgekochter Milch, und mit Zucker bestreut fest wie ein Schraubstock, und nur die eigenen Zähne hatten eine Zutrittsgenehmigung zwecks Abbeissen und geniessen.

Es ist sicherlich aufgefallen, dass ich nicht mit „Ich“ begonnen habe, oder? So könnte ich mit mir zufrieden sein – hätte ich nicht vergessen, worüber ich schreiben wollte. Zum Teufel! Das passiert mir immer öfter, und ich bin gefährdet wie jener Deutsche, der sich ein First class-Flugticket leistete, um in eine östliche Hauftstadt zu fliegen und dort der Flughafenpolizei mitteilte, er sei ein Spion und er erwartete respektiert zu werden. Diese Leute erkannten, dass sie einen Bipolaren in einer manischen Phase vor sich hatten und übergaben ihn einem Psychologen, der den Mann nach Hause bringen liess, bevor eine depressive Phase einsetzte.

Schon gut. Wenn ich in eine manische Phase gerate, mache ich immer noch einen grossen Bogen um den Flugplatz. Statt dessen mache ich mir eine Flasche Roten auf und freue mich in mich hinein, weil ich nicht mehr dort hin muss. Dies zum Missfallen meiner Tochter, die mich nun unter Kontrolle hat. Sie meint, ich sei nicht manisch-depressiv, eher katholisch-alkoholisch mit einem Touch von scheinheilisch. Dann sitze ich faunisch grinsend an meinem Schreibtisch, denn ich bin störrisch, und achtzisch, und ich bin ein Risch!

Aber isch weiss noch immer nisch(t), worüber isch ….. was eigentlisch?

Nebenbei: Diese alberne Sprachentgleisung wurde in den USA entwickelt; sie nennen sie „verbal trumping“.

Neues aus den USA – 8 –

Die amerikanische Verfassung gestattet Briefwahl. Zur Wahl des US-Präse ist diese Wahlform wegen der Corona-Epidemie das Optimum.

Nun weiss Trump: Je mehr Bürger im November dieses Jahres zur Wahl gehen, desto geringer sind seine Chancen, wiedergewählt zu werden. Deshalb hat er jetzt verkündet, die Briefwahl sei verboten, da kriminell.

Er selbst wird für sich die Briefwahl nutzen. Der Grund für diese Ausnahme: Er würde als Präsident wählen, sich also den Luxus einer Ausnahme gönnen, was seiner aufwendigen Regierungsarbeit geschuldet sei.
Die Konsequenz: Trump wird kriminell. Diese Erkenntnis bleibt ihm allerdings verborgen, da sie seine intellektuellen Fähigkeiten überfordert.

Nun hat der Governor von Michigan erklärt, dass in seinem Staat die Briefwahl erlaubt bleibt. Das haben die Bürger mit 2/3-Mehrheit so entschieden, was den US-Präsidenten jedoch überhaupt nicht interessiert. Trumps Reaktion: Dann streiche ich ihm die Zuschüsse. Dies ist ein Erpressungsversuch und Amtsmissbrauch. Also:

Trump wird nicht, er ist kriminell. Er weiss das. Und genau das ist der Grund, weshalb er als seine erste wichtige Massnahme den Justizapparat „reorganisiert“ hat.
Nun arbeitet er daran, dier investigativen Behörden (CIA und andere) unter seine Kontrolle zu bringen, damit sie ihm nicht schaden, wenn er seine „Geschäfte“ abwickelt.

Im übrigen ist belegt, dass Trump Drogen konsumiert.

Amerika, freue Dich! Am Ende seiner zweiten Amtszeit, so sein Versprechen, wird er seine Tochter als Präsidentin installieren. Lustig, nicht wahr? Und so freiheitlich, so demokatisch!

Neues aus den USA – 7 –

Das Thema „USA“ hängt mir mittlerweile zum Halse heraus. Ich habe es satt. Dumm nur, dass wichtige Entwicklungen in den Staaten durchschlagen auf den Rest der Welt, und Auswirkungen auch in anderen Staaten zu spüren sind. Wir spüren hier eines der Grundübel aus der Globalisierung.

Das ist der Grund, weshalb ich – allen guten Vorsätzen zum Trotz – wieder hier hocke und auf einem Knochen herumkaue, den ich partout nicht runterwürgen kann. Was also ist denn nun schon wieder los?

Was soll schon los sein. Der irre Trump und seine Kriminellen arbeiten weiter daran,
die USA in eine saubere Diktatur umzubauen. Und das tun sie auf eine infame Weise, schön step by step, in kleinen, wirksamen Schritten, und Uncle Sam, dieser vertrottelte Alte bemerkt nichts. Neueste Schritte sind:

Man v e r b i e t e t Interviews mit Virologen, mit Leuten wie Fauci.
Die Sozialausgaben werden gekürzt, um die Leute zur Arbeit zu z w i n g e n .
Fakten zur Pandemie, wie Anzahl der Fälle werden künftig v e r s c h w i e g e n .
Der Patriotismus soll weiter a n g e h e i z t werden, denn wo Fahnen wehen, setzt der Verstand aus.
Unternehmen, denen Mitarbeiter an Covid-19 erkranken und die Kranke beschäftigen werden von Schadensersatzforderungen f r e i g e s t e l l t.

Dies ist Trumps 4-Stufen-Plan für den Ausstieg aus dem Lockdown.

Hallo, Uncle Sam, Du alter Idiot! So hat es bei Adolf Hitler auch angefangen! Mach mal so weiter! Bis zum nächsten Krieg ist es nicht mehr allzu weit.

Theater-Donner und Nebelkerzen

Neulich hat die deutsche Bundeskanzlerin (BK) in einer Fernseh-Ansprache versucht zu erklären, warum die Globalisierung gerettet respektive gefördert werden müßte. Ich ging hoch wie eine Rakete und war kurz vor einem Blutsturz. Die BK erklärte in einer durchaus logischen Kette von Argumenten, dass in Bangladesh Kinder verhungern, wenn ich bei Amazon keine T-Shirts kaufe. Das Geld im Portemonnaie wird immer weniger, aber man soll konsumieren wie die Teufel.

Im Zusammenhang mit der Globalisierung hat die BK kein Wort darüber verloren, dass in der BRD immer mehr Arbeitsplätze verloren gehen. „Germany first!“ ist ihr anscheinend fremd. „KiK first!“ ist ihr dagegen gewiss geläufig. Auch „Amazon first!“ ist für sie unabdingbar. „VW first!“ – oh oh, was wird der US-Präse dazu sagen? Da muss man diplomatisch ….. usw.

Nun hat die BK mit Herrn Macron eine grandiose Silvesterrakete gestartet; die EU soll mit einer halben Billion Oiros als Geldgeschenk notleidenden Staaten unter die Arme greifen und sie aus dem hausgemachten Sumpf ziehen. Die beiden Figuren wissen, dass nicht alle EU-Staaten zustimmen werden. In der EU-Kasse ist nur heisse Luft, und 500 Milliarden Schulden sind auch für die EU kein Pappenstiel. Zweck der Aktion:
Eigenwerbung. Wir wollten helfen, aber die anderen verweigern!

Der getarnte Imperialist Macron wird zudem geltend machen, dass er die BK überzeugt hat, und Frankreich eine Sonderrolle in der EU zusteht; schliesslich hat man Visionen zur Gesundung der Europaunion unter France als Führungsnation.

Die BK sieht die BRD auch in einer Führungsrolle, aber neben dem Raubtier Frankreich. Mehr als „Häs-chen in der Grube“ schafft sie nicht auf die Bühne zu bringen. Geschenkt. Aber sie hat, so glaubt sie, der EU gezeigt, dass die BRD guten Willens ist und hilfsbereit, auch wenn grosse Opfer notwendig werden. Derartiges Verhalten nennt man scheinheilig.

Im Pleitestaat Italien sitzt Conte im Chefsessel und kann seine Probleme nun bequem der EU in die Schuhe schieben. Die hilft ihm nicht aus der Corona-Notsituation! Besonders lustig ist die Vorstellung, dass die alles beherrschenden 4 Mafia-Gesellschaften mit weit geöffneten Taschen warten, bis endlich wieder Geldströme nach Italien fliessen.

Griechenland leidet an einer ähnlichen Krankheit wie die USA, allerdings ohne Wirtschaftskraft. Man hat ein krankes Kind am Hals, das nicht leben und nicht sterben kann. Prägende Kraft ist der Egoismus des Bürgers. Man wird ähnlich argumentieren wie Italien und in Not weiter an China verkaufen, was immer die wollen. Der chinesische Einfluss auf Entscheidungsprozesse in der EU bleibt abzuwarten. Offiziell nennt man die griechische Krankheit dort EU und Corona. Was sonst? Etwa die reichen Familien der Politiker?

In Spanien ist die Situation schwierig zu deuten. Es fehlt dort an einem stabilen Minimalkonsens in der Innenpolitik. Seit vier Jahren wächst das Land deutlich stärker als der EU-Durchschnitt. Die Banken sind saniert, die Immobilienbranche ist auf Normalmaß geschrumpft, und die Exporte der Unternehmen sind deutlich gestiegen.
Doch Madrid hat den Boom nicht genutzt, um für die Zukunft vorzusorgen. Haushaltsdefizit und Staatsschulden gehören ebenso wie die Arbeitslosigkeit zu den höchsten in Europa. Kommt die nächste Krise, kann Spanien kaum gegensteuern. Das Land ist verwundbar. Sweit das Handelsblatt. Umso härter trifft die Corona-Krise. Sie wird jedoch nicht in den Vordergrund gerückt. Vielmehr fordert Spanien generelle, vielseitige Hilfen für alle möglichern Wirtschaftszweige – vom Tourismus bis zur Schweinezucht.

Die Verweigerer der pfundigen Neuverschuldung der EU, also Österreich, die Niederlande, Dänemark und vermutlich weitere werden für sich geltend machen, dass sie der Gefahr einer ruinösen Neuverschuldung der EU erfolgreich widerstanden haben.

Wenn man genau hinschaut, macht der Vorschlag von Macron und Merkel, eine halbe Billion zu verschenken, durchaus Sinn. Alle Beteiligten können daraus einen innenpolitischen Nutzen ziehen – kurz- und mittelfristig aus der Erinnerung an die in diesen Tagen gestartete Silvesterrakete, die 500 Milliarden rasch erlöschende Sternchen an den nachtschwarzen Himmel applizierte.

Ich meine, es wäre über alles Affentheater hinaus endlich einmal Grundsätzliches zu klären: Wiesohat der deutsche Steuerzahler dafür gerade zu stehen, wenn ein Staat oder ein Unternehmen in Geldschwierigkeiten gerät? Wieso soll die Gemeinschaft Verluste tragen, wenn die Gewinne in Privattaschen landen?

Die Sprüche von der Systemrelevanz sind geistiger Dünnschiss. Wenn die Lufthansa pleite geht, verschwindet das Laden nicht in einem Erdloch. Er wird zur Beute von Investoren. Und wenn die fehlen, hat der Staat zu übernehmen. Die Lufthansa ist
schliesslich ein Wertobjekt, obschon auf einem Markt, der erst noch gesundschrumpfen muss.

Man könnte sagen, dass die Weltwirtschaft an Blähungen leidet. Kümmel, Fenchel und Anis werden nicht helfen. Es muss jedoch etwas geschehen …..