Wieder so ein Tag …..

Soll ich mich outen, oder soll ich nicht?
Seit 30 Minuten dümple ich auf einem See voller Müdigkeit und warte auf eine Brise Wind. Ich warte anscheinend vergeblich. Kein Wind von vorne, keiner von achtern. Alle Segel sind gesetzt, und mein Spinacker hängt am Mast wie ein Putzlappen nach der Arbeit.

Ok, ich kann diese Metapher auch auflösen. Es ist Mittagszeit, ich bin müde und nicht gerade gut gelaunt. So ist das immer dann, wenn mich eine Versuchung packt. Aber soeben bemerke ich, dass schon wieder Nebel aufkommt. Also: Ich bin nicht schwul, sondern Witwer. Und ich bin eher ein rustikaler Typ, also besonders talentiert für den Umgang mit Grobem – nur nicht mit einer Mistgabel. 4 Wochen Kuhstall, und ich bin tot.

So, nun habe ich ein wenig in meine Segel gepustet, aber Wind kann ich auch nicht. Ich dümple weiter, und die Erwähnung meiner Segel ist reine Angeberei. Tatsächlich sitze ich mit 135 kg Lebendgewicht in einer Optimistenjolle mit einem Segel von Badetuchgrösse.
Und ich bin froh, dass kein Wind aufkommt, sonst würde ich in diesem Baggerteich womöglich ertrinken.

Hast Du es bemerkt? Nun habe ich mich erneut ein Stückchen geoutet. Was kann man nun rauslesen?

  • Adipositas per magna, zu deutsch: Vollfett
  • Krampfhafter Versuch, witzig zu erscheinen
  • Zweifel an den eigenen Fähigkeiten
  • schläfriges Naturell
  • ansatzweise Hochstapler
  • protzt offen mit Halbwissen
  • masochistisch veranlagt
  • badet in Selbstmitleid
  • die O-Jolle ist auch nur frei erfunden
  • und streitsüchtig, denn ich bestreitete, der zu sein, den ich hier beschreibe.

Ich kann nur warnen: Man komme mir nicht an die Farbe! Ich bin bewaffnet mit einem Laguiole-Taschenmesser mit Griff aus fossiler Mooreiche! Ich schrieb „M O O R – E I C H E“, nicht Moorleiche. Wir sind hier nicht im TATORT.
Und ich habe meinen Text vergessen. Sollte wohl eine Runde dümpeln, im Schlaf. Und bloss nicht das Haus verlassen; draussen brennt die Aprilsonne so sehr, dass alles grün wird. Scheisslich!

Um ordinär zu bleiben: Ich sage immer, man könne aus Scheisse keine Venus kneten.
Heute sage ich: Umgekehrt geht. Schau hin, wie ich mich dargestellt habe.
(Schon gut. Ich bin keine Venus!)
Nun fühle ich mich unkomfortabel und mache mich vom Hof.
Ich weiss immer noch nicht, was ich eigentlich schreiben wollte.
Die Kombination „Alzheimer und Riesling“ …..

Ein Leben in Glückseligkeit? Langeweile pur!

Ich schaue in die Welt
und sehe, was mich berührt.
Ich sollte weinen,
kann das aber nicht.
Mein Vorrat an Tränen scheint aufgebraucht.
Ich leide mit, auf Distanz.

Ich schaue erneut in die Welt.
Und ich sehe, was meiner Seele gut tut.
Ich sehe Schönheit in vielen Formen,
und plötzlich sind da Tränen,
und ich bin mit meiner Welt im Reinen.
Es herrscht tiefer Frieden.

Nun ist es an der Zeit,
die Augen zu schliessen.
Habe ich Probleme?
Nein. Ich denke, nicht.
Gutes und Übles sind wie Geschwister.
Das Eine verliert an Wert ohne das Andere.

Immer wieder

Es sind nicht die Dinge,
die sich ändern.
Flinke Finger verändern
Form und Farbe.
Ordnen Sachen neu.
Ein Spiel ohne mich.

Vier Elemente

Unaufhaltsam ist er,
dieser Fluss.
Ich bin ganz bei ihm.
Ein Ast schwimmt vorbei,
ein Bild prägt sich ein.
Vielleicht ein kostbarer Moment.

Wind spielt mit meinem Haar.
Er kommt und geht.
Es gibt kein Verweilen.
Ich kann kein Bild gewinnen.
Ich aber geniesse seinen Duft,
eine Erinnerung für dunkle Tage.

Flammen, flüchtige Geister
narren mich auf kecke Weise.
Man kann sie nicht greifen,
aber sie können mich brennen.
Man liebt sie,
denn sie bedeuten Leben.

Die Erde, schwer und unbewegt
liegt sie zu meinen Füssen.
Meine Tritte prägen ihr Bild,
doch sie bleibt unbeeindruckt.
Tut, was man ihr aufgetragen
Sie trägt und erträgt.

An den ungeliebten Gast

Diese Tage sind Tage der Stille.
Menschen meiden Menschen.
Die Orte der Begegnung haben ihren Zauber verloren.
Aber der Sternehimmel zeigt uns ungehindert seine Pracht.

Diese Tage sind auch Tage der Ruhe.
Nicht der Mensch ruht.
Nein, es ist seine Welt, das Da draussen.
Es zeigt sich in Trauer und Einsamkeit.

Und diese Tage sind Tage der Betriebsamkeit.
Das Da drinnen fordert den Menschen.
Plötzlich sind sie da, die Geister,
die den Menschen an eine natürliche Ordnung erinnern.

Diese Tage sind auch Tage der Kinder.
Unerwartet finden sie Vermisstes.
Die Gemeinschaft steht auf dem Prüfstand
und die Kinder sehnen sich nach einem Miteinander.

Diese Tage sind anders.
Eine dunkle Macht verweist den Menschen
auf den Platz, der ihm gebührt
im Spiel der universellen Kräfte.

Hier erfüllt sich ein Schicksal,
dort bleibt das Glück unbemerkt.
Türen öffnen sich
und bieten ungeahnte Geheimnisse.

In diesen Tagen
erleben wir uns und unsere Welt
auf befremdliche Weise
und doch so sonderbar vertraut.

Mein Rat: Lies das lieber nicht.

Meine Uhren sind sich wieder einmal einig und zeigen – quasi im Trio – 7 Uhr 54 an. Ich habe alles Wichtige bereits erledigt. Ausgenommen ist allerdings meine Steuererklärung. Die schiebe ich vor mir her wie einen Kübel Jauche auf einer Schubkarre. Aber der Rest, alltägliche Pflichten sind erledigt, und meine Freizeit beginnt. Wie gesagt: Um 7:54 Uhr.

Nun frage ich mich (sonst ist da keiner), wen das wohl interessiert. Ich schaue mich um. Da ist keiner – oder doch? Ein kurzer Blick in den Spiegel, und ich bin sicher. Da ist doch einer, und dem erzähle ich, was mich bewegt. Garnichts wäre zu wenig, Weniges wäre zu viel, Bedeutendes kann man so früh am Tag nicht erwarten, da ist eher Nebulöses angesagt. Nennen wir es Belangloses. Das schreibe ich jetzt auf, damit es nicht verloren geht. Es ist immerhin Gedachtes. Man kann schliesslich nicht unentwegt Geliktes produzieren. Womit ich bei einer meiner Lebensfragen angekommen bin:

Was ist ein „LIKE“?

Ein Like ist eine Anerkennung für das Produkt, hier Text, Bild, Vireo.

Aber wann verdiene ich mir eine Anerkennung?

Thema negativ – keine Likes.
Text schlecht formuliert – keine Likes.
Beides zutreffend – aus dem Netz!
Beitrag so lala? – Likes aus Mitleid.
Thema positiv, Text miserabel – Like aus Mitleid.
Thema positiv und Text gut – Liken!

Kurz gesagt: Es wird nicht die Arbeit anerkannt, die in einem Beitrag steckt. Und dies ist nur eine Feststellung, keine Klage. Ich schreibe überwiegend für mich, Eigenlob stinkt zum Himmel, und ich habe bei knapp 900 Texten in 3 Websites reichlich Mist ins Netz gestellt.
Wenn ein Text erst mal fertig ist, mag ich ihn nicht wegwerfen. Nur wenns zu arg gekommen ist. Ich erinnere mich an 4 Fälle. Für die war mein Papierkorb nicht gross genug.

Da sind diese Haikus. Sie kosten mich Zeit und Mühe. Lächerliche 17 Silben in 3 Zeilen und ein Bildchen dazu – das kann in Arbeit ausarten! Versuche es doch mal, im Format 5 – 7 – 5 Silben eine Szene zu beschreiben. Wenns schlecht läuft, bist Du am Herumtüfteln wie ein Uhrmacher, nur mit Worten statt mit Zahnrädchen. Und dann suchst Du ein Bildchen, das dazu passt, ohne zu klauen.

So. In der Kürze liegt die Würze, sagt man. Ich habe schon wieder zu viel geschrieben.
Wer beim Lesen bis hier hin gekommen ist, mag sich zu Recht fragen, was der Autor eigentlich will. Ich kläre das auf: N I C H T S !

Bleibt gesund! Das Virus Wuhanensis legt bei uns einen Zahn zu. ich aber halte es mit der traditionellen amerikanischen Medizin: „An apple a day keeps the doctor away.“
Schon Sitting Bull ist an einer Kugel gestorben, nicht an einer Grippe.

Allerdings ist in meinem Falle Optimismus nicht angesagt. Ich weiss nämlich heute schon, dass ich so gut wie erledigt bin. Das habe ich schwarz auf weiss: Am 20.Mai wird mein Personalausweis ungültig. Und ich zu Soylent grün?