Resonanz

Ich habe es nicht kommen sehen,
doch plötzlich ist es geschehen.
Erst stockt der Atem, dann der Schritt.
Ich bleibe stehen.
Das Geräusch meines letzten Schritts verliert sich im Irgendwo.
Ich höre nichts.
Die lärmende Welt erreicht mich nicht mehr.
Bin ich nun tot?

Ich denke, also bin ich.
Wer immer das sagte:
Nun hat er mir geholfen.
Ich überwinde diesen Moment der Agonie,
verstehe plötzlich Ursache und Wirkung.
Ich zweifle – nein, ich weiss,
dass diese Welt, wie ich sie begreife
nicht mehr meine Welt sein kann.

Diese neue Welt bleibt mir fremd.
Sie ist wie ein grosser gesunder Baum,
der ständig neue Zweige bildet,
die Pracht verbreiten, die anders sind als ich.
Ja, ich bin das, was man Altholz nennt,
das man duldet, bis ein Sturm daherkommt,
mich mit sich nimmt
und Platz schafft für Junges, Biegsames.

Nun suche ich nach mir selbst,
und finde mich auf einem der hellen Sterne
nahe dem Stella Polaris.
Ich, ein Emigrant,
der das Weite sucht,
um seine Integrität zu sichern,
den Regeln des Grossen Spiels zu entkommen
und der zu bleiben, der ich immer war.

Unerwartet spüre ich das alte Leben.
Man hat mir einen Streich gespielt,
mich auf eine gesunde Distanz gebracht.
um wahrzunehmen, was ist,
was ich bin,
und wohin ich mein Leben lenken soll.
Nein, es ist nichts verloren.
Ich habe mein Spiel gespielt, und gewonnen.