Leben 4

Lass uns leben vor dem Tod
So richtig übertreiben
Lass uns leben vor dem Tod
Wir ha’m doch nur das eine

Ich kann mir denken, was die 4 Musiker im Sinn hatten, als sie diesen Songtext schrieben. Sie meinten wohl: Lebe, als wäre dieser Tag Dein letzter auf Erden!

Fressen, saufen, Spass mit Mädels, ein paar Joints rauchen, und hoffen, dass es noch einen weiteren Tag gibt, da man so schnell nicht nach Monte Carlo kommen kann, um der Oma ihr klein Häuschen zu verspielen (ja, auch das ist Deutsch, und zwar vom Feinsten, wenn man zusätzlich zwei Hypotheken verprassen kann).

Was ist es nur, das uns in die animalische Welt treibt? Mir scheint, es ist Angst. Lebensangst. Man stelle sich vor, morgen geschähe, was Vulkanologen seit Jahren vorhersagen: Der italienische Supervulkan, die Phlegräischen Felder bei Neapel fliegt uns um die Ohren. Dann ist Schluss mit der Gemütlichkeit. Binnen 12 Monaten kratzen wir die Tapete von der Wand, um uns daraus eine Suppe zu kochen. Denn in Mitteleuropa herrscht vermutlich Eiszeit, und ein toter Hering wird mit Gold aufgewogen. Den Amerikanern droht Gleiches, hier ist der Yellowstone National Park die grosse Vernichtungsmaschinerie.

Möglich, dass auch Alltägliches ungute Gefühle bewirkt. Corona etwa, oder Herzinfarkt, Krebs oder das von allen so sehr geliebte Automobil – alles Massenvernichtungswaffen, die uns täglich bedrohen! Da werden uns doch die Knie weich wie Butter in der Sonne Afrikas!

Und wir? „Ja, kann alles passieren. Nebenan. Beim dicken Roland!“ Aber der dicke Roland lebt immer noch, ist bereits 80 und wird nach Plan noch 14 Jahre draufpacken, und er hat in seinem Leben einige Dünne sterben gesehen! Träumt gerne weiter!