Leben

Vorhin las ich eine schwierig zu beantwortende, bedeutungsschwangere Frage, die ich unbedingt wieder loswerden möchte. Mit dieser Frage im Kopf, und ohne Antwort dazu gehe ich heute abend nicht zu Bett. Das läuft nicht.

Hm? Mein Gott, sei doch geduldig! Hier hast Du sie, die Schicksalsfrage, und nun versuche sie doch bitte zu beantworten:

Was ist Leben?

Hör auf zu grinsen. Die Fragerin war offensichtlich am Verzweifeln. Es gab nur eine Antwort, die Ernte war also mehr als armselig. Ein Bemühter hatte Mitleid und formulierte Sachen wie „Lachen. Das ist Leben. Essen. Das ist Leben.“ Und ich ergänzte spontan mit „Gummiband in die Unterhose einziehen. Das ist Leben.“ Ich lache mal kurz: Ha, ha!

Nun hocke ich hier vor meiner Tastatur und will hineintippen, was Leben ist. Und ich habe keinen Schimmer. Ich lebe undefiniert vor mich hin. Und wenns zu Ende geht, denke ich, das war mein Leben. Das alles.

Tatsächlich? Das? Nein. Irgendwas flüstert mir ein: Leben, das ist ein Zustand. Wie „tot“ bei der superflachen Fliege links an der Wand, wo Tomaternsuppe hingefleckt hat. Weiter: Im Zustand Leben herrscht auf irgendeine Weise Bewegung. das kann man im Mikrokosmos sehen. Ja, auch in der menschlichen Zelle. Selbst die Hormone finden ihren Platz unter dem Lebenden und spenden Emotionen. Und die sinnvolle Anordnung solcher Kleinsteinheiten ergeben Mensch, Tier und Pflanze, Bakterium usw. Sie sind Leben in höherer Ordnung.

Erinnerst Du Dich? BIOS bedeutet Leben. Biologie ist die Wissenschaft von der belebten Natur – wie unromantisch! Null Poesie. Null Emotion. Ohne Lachen, Essen und Unterhosen.
Aber korrekt!