k und kein Ende

Es ist faszinierend, dass man Themen findet, auf denen man ewig herumreiten kann. Ein solches ist „das Toilettenpapier“. Zwar habe ich inzwischen genug gelästert und bin mittlerweile ein wenig gelangweilt, aber siehe da: Es ist noch längst nicht alles gesagt!

Kommt doch heute früh meine Tochter aus ihrem Bett und teilt mir noch vor der ersten Tasse Kaffee mit, sie hätte das Geheimnis um die Verknappung des Klopapiers (hier:k genannt) endlich verstanden. Ich drehte mich um und grinste. „Ich auch. Hamsterkäufe. Toll.“ Und sie merkt an, das sei richtig, aber doch nicht alles.

Es folgte nun ein kurzer Blick in die Ökonomie. Und der geht so:

Für k gibt es zwei Märkte: Die Privathaushalte (p) und den öffentlichen Raum (ö). Letzteres sind Unternehmen, Schulen, öffentliche Toiletten, Kaufhäuser usw. p und ö werden getrennt, also mit unterschiedlichen Produkten aus unterschiedlichen Produktions- und Logistikketten versorgt. ö kann nicht p beliefern, und umgekehrt. p kauft nicht die Marke SERVUS brutal, sondern zart, vierlagig und geblümt für den verwöhnten Hintern, was ö zu teuer ist. Kurz gesagt: Wir sehen zwei getrennte Märkte.

Und nun passierts. Die Bundesregierung ordnet für p so etwas wie Quarantäne an. Der Verbrauch von k in p wächst, da die Menschen zu Hause, also nicht am Arbeitsplatz oder anderswo sind, die Hersteller von geblümten k sind wegen Fehlen zusätzlicher Produktionskapazität überfordert. Dagegen sinkt der Umsatz von k bei ö, die Lagerbestände der Marke SERVUS brutal wachsen.

Zusammengefasst:
Fehlbestände beim k im Einzelhandel entstehen durch Hamstern und Verlagerung des Verbrauchs von ö nach p.

Oder:
Jagt die Menschen aus den Häusern, und die Bestände an Geblümtem erholen sich!

Oder:
Schuld sind die Arbeitslosen und die Rentner!

Frage:
Papier kennt man seit 140 vor Chr., also seit 2160 Jahren. Was haben die Menschen in der Zeit davor gemacht?