Die Wacht – ein Rollenwechsel

Es braust ein Ruf wie Donnerhall,
wie Schwertgeklirr und Wogenprall
zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein!
Wer will des Stromes Hüter sein?
Lieb Vaterland, magst ruhig sein!
Fest steht und treu die Wacht am Rhein.

So schrieb Max Schneckenburger im Jahr 1840, Carl Wilhelm komponierte dazu eine singbare Melodie in 1864, und schon hatte man zu Kaisers Zeiten eine inoffizielle Nationalhymne!

Es dauerte an bis ca. 1946, als sich ein unbekannter Poet endlich erbarmte und diese Hymne modernisierte. Dann rezidierte man:

Es braust ein Ruf wie Donnerhall
vom Scheisshaus bis zum Hühnerstall:
„Papier!“

Die Zeitung alt, Druckfarben frisch,
Papierquadrate auf den Tisch!
Ein Kirchenlied auf Seite vier –
egal, sie wurde Klopapier.

Still, Alter! Meine Oma spricht
und zeigt auf Kaisers Teiggesicht:
Was ist heut wichtiger als Bier?
Und Opa leise: K …..

Jetzt ist die Oma aufgedreht.
Der Wind hat’s Klopapier verweht.
Rhabarber ist des Gartens Zier,
geht aber auch als K …..

Nun wurde alles schwarz gehandelt,
Kartoffeln schnell in Geld verwandelt.
Die Reichsmark war Objekt der Gier –
der Hunderter als ….. !

Doch Zeiten ändern sich, wie stets,
mal bremst es, und dann wieder gehts.
Doch fehlts, wird man zum wilden Tier,
brüllt es herbei, das K …..

Heut liegen sie auf meinem Tisch,
geblümt, geprägt, und duften frisch!
Nicht eine Rolle – 2 x 4!
des Deutschen Traum, s e i n K …..

Ein Paradies fürs Hinterteilchen
mit dem Odeur von jungen Veilchen
gepriesen als Toilettenzier,
niedergemacht als K …..

zur Zeit mal wieder heiss begehrt,
und wie die Nachkriegszeit uns lehrt:
Zehn Stapel sind des Hausherrn Zier –
nein nein, nicht Bier! Das K ….. !