Mein Rat: Lies das lieber nicht.

Meine Uhren sind sich wieder einmal einig und zeigen – quasi im Trio – 7 Uhr 54 an. Ich habe alles Wichtige bereits erledigt. Ausgenommen ist allerdings meine Steuererklärung. Die schiebe ich vor mir her wie einen Kübel Jauche auf einer Schubkarre. Aber der Rest, alltägliche Pflichten sind erledigt, und meine Freizeit beginnt. Wie gesagt: Um 7:54 Uhr.

Nun frage ich mich (sonst ist da keiner), wen das wohl interessiert. Ich schaue mich um. Da ist keiner – oder doch? Ein kurzer Blick in den Spiegel, und ich bin sicher. Da ist doch einer, und dem erzähle ich, was mich bewegt. Garnichts wäre zu wenig, Weniges wäre zu viel, Bedeutendes kann man so früh am Tag nicht erwarten, da ist eher Nebulöses angesagt. Nennen wir es Belangloses. Das schreibe ich jetzt auf, damit es nicht verloren geht. Es ist immerhin Gedachtes. Man kann schliesslich nicht unentwegt Geliktes produzieren. Womit ich bei einer meiner Lebensfragen angekommen bin:

Was ist ein „LIKE“?

Ein Like ist eine Anerkennung für das Produkt, hier Text, Bild, Vireo.

Aber wann verdiene ich mir eine Anerkennung?

Thema negativ – keine Likes.
Text schlecht formuliert – keine Likes.
Beides zutreffend – aus dem Netz!
Beitrag so lala? – Likes aus Mitleid.
Thema positiv, Text miserabel – Like aus Mitleid.
Thema positiv und Text gut – Liken!

Kurz gesagt: Es wird nicht die Arbeit anerkannt, die in einem Beitrag steckt. Und dies ist nur eine Feststellung, keine Klage. Ich schreibe überwiegend für mich, Eigenlob stinkt zum Himmel, und ich habe bei knapp 900 Texten in 3 Websites reichlich Mist ins Netz gestellt.
Wenn ein Text erst mal fertig ist, mag ich ihn nicht wegwerfen. Nur wenns zu arg gekommen ist. Ich erinnere mich an 4 Fälle. Für die war mein Papierkorb nicht gross genug.

Da sind diese Haikus. Sie kosten mich Zeit und Mühe. Lächerliche 17 Silben in 3 Zeilen und ein Bildchen dazu – das kann in Arbeit ausarten! Versuche es doch mal, im Format 5 – 7 – 5 Silben eine Szene zu beschreiben. Wenns schlecht läuft, bist Du am Herumtüfteln wie ein Uhrmacher, nur mit Worten statt mit Zahnrädchen. Und dann suchst Du ein Bildchen, das dazu passt, ohne zu klauen.

So. In der Kürze liegt die Würze, sagt man. Ich habe schon wieder zu viel geschrieben.
Wer beim Lesen bis hier hin gekommen ist, mag sich zu Recht fragen, was der Autor eigentlich will. Ich kläre das auf: N I C H T S !

Bleibt gesund! Das Virus Wuhanensis legt bei uns einen Zahn zu. ich aber halte es mit der traditionellen amerikanischen Medizin: „An apple a day keeps the doctor away.“
Schon Sitting Bull ist an einer Kugel gestorben, nicht an einer Grippe.

Allerdings ist in meinem Falle Optimismus nicht angesagt. Ich weiss nämlich heute schon, dass ich so gut wie erledigt bin. Das habe ich schwarz auf weiss: Am 20.Mai wird mein Personalausweis ungültig. Und ich zu Soylent grün?

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