Abendstimmung

Es ist Abend. Wie so oft. Die Sonne steht tief. Sie ist runter gerutscht bis knapp über den Horizont und bemüht, mir ins Gesicht zu scheinen, mich in der Sicht nach draussen zu behindern, dies für ungefähr 10 Minuten, was keinen Sinn ergibt. Mir ist so, als ginge sie im Westen unter und wäre dann auf dem Weg über den Atlantik Richtung USA, um den Amerikanern heimzuleuchten, etwa so, wie sie es mit mir getrieben hat.

Vermutlich ist diese Sonne momentan noch mit Großbritannien beschäftigt, wo der Brexit-Boris mit dem Wuhan-Virus versehen vor sich hinhustet, und wo sein Gesundheitsminister seinen Job macht, indem er eine Wuhan-Infektion am eigenen Körper ausprobiert. Aber sobald die Armleuchter Helligkeit für das Volk verströmen, macht sich die Sonne auf, um den Ozean zu überqueren und mit einem riesigen Schatten das Elend Europas zu überziehen.
Und die Pärchen, die der Polizei in die Hände fielen, weil sie den geforderten 2 m-Abstand ignorierten, werden sich in ihre Schlafzimmer zurückziehen, um dort einen gepflegten Null-Abstand zu geniessen. Undiszipliniertes Volk!

Um wievieles unaufgeregter verhalten sich doch die Wuhan-Viren. Sie leisten still und konsequent ihre Arbeit. „Oh, da ist wieder einer ohne – ich übernehme. Ihr kümmert Euch um die 5 Menschen da vorne, die mit der Bierdose in der Hand! Und pfuscht nicht herum!“ Und die Johns Hopkins Uni addiert still 6 neue Fälle für Niedersachsen.

Die Natur genießt die Nacht, ich eine Flasche Riesling aus der Pfalz, vielleicht mit Käsestangen, und einem Spielfilm aus China mit Blutvergiessen wie beim Schlachten von Rindvieh. Das, liebe Leute, ist ein Gipfel an Gemütlichkeit! Oh yeah!