Die politische Elite

Wenn ich Qualm in meiner Bude habe, weil irgendein Spitzen-Politiker  wieder mal danebengelangt hat (nur bei fremden Portemonnaies greifen sie immer zielgenau mittenrein und nie daneben), dann setze ich mich an meinen PC und schreibe ihm eine Mail. Diese Dinger gedeihen  selten sachlich, sind fast immer unverschämt, bringen manchmal einen kurzen, vergnüglichen Diskurs mit einem vorgeschalteten Schmutzfilter, der vornehm Referent beim Bürgerservice oder ähnlich genannt wird – und beim Angepieselten kommt nichts von alledem an.  Wem nützt solcher Unsinn schliesslich? Logo, mir natürlich!

Damit Du besser verstehst, was ich meine: Es ist wie mit Blähungen ….  Mehr sage ich nicht.

Die Hofberichterstatter der Medien reden gerne vom Spitzenpolitiker, wenn sie dieses Prädikat mit einem prominenten Namen verbinden können. Es ist in diesem Prozess völlig unerheblich, auf welche Weise eine Person prominent geworden ist. Wichtig sind allein die Möglichkeiten einer Vermarktung der betroffenen Person, des Ereignisses, und der eigenen Person (der des Berichterstatters).

Diese in der Journalistik durchaus gebräuchliche Technik nennt man Anschleimen. Versachlicht sollte man Spitzen-Politiker damit definieren, dass jemand bei irgendwas an der Spitze steht, nicht aber zwangsläufig auch Spitze ist. Ja, man könnte sogar annehmen, dass Menschen, die Spitze sind, niemals in  Spitzenpositionen  landen können.

Es ist schon recht interessant, auszuloten, auf welche Weise sich diese Politiker  gegenüber den Bürgern abgeschottet haben. Tatsächlich ist das Kappen aller Leitungen nach unten bewusstes Handeln. Dafür gibt es gleich zwei Motive:

1. Es kann nicht geduldet werden, dass einige zigtausend Kotzbrocken ihren Unflat beispielsweise auf den Tisch des Bundeskanzlers laden. Der Gute könnte dann nicht einmal mehr so regieren, wie er glaubt, dass Regieren geht, auch wenn’s anders gemacht werden müsste. Das ist verständlich formuliert, oder?

2. Das Volk ist dumm. Aus politischen Gründen wird der Terminus BLÖDE nicht mehr verwendet, ausser man befindet sich unter Freunden. Das Volk ist so dumm, dass es nicht mal weiss, was ihm gut tut. Der Sachverstand sitzt in den administrativen Spitzen- positionen, bei den Beamten. (Lach`nicht!)

Primitive Ansichten, meinst Du? Trivial? Genau. Du hast ins Schwarze getroffen. Aber auch wahr – leider, wie alle Trivialitäten.

Darf ich Dich mal etwas fragen? Wie kommst Du zurecht mit der Forderung, das Amt zu respektieren, wenn der Inhaber eine Null ist?

Ich schaffe das nicht. Es hat wohl damit zu tun, dass ich aus eigener, leidvoller Erfahrung weiss, wie schwer es ist, nur erst mal von den eigenen Kindern respektiert zu werden. Ein wirklich hartes Stück Arbeit, und niemals gibt es eine Erfolgsgarantie!

Ich kann, und ich will mir ein wenig Polemik nicht verkneifen. S`ist gut für mein Wohlbefinden, und wer sich auf mich einlässt, lässt sich auch auf mein Schandmaul ein; wir sitzen schliesslich alle an irgendeinem Stammtisch und schlagen verbal auf irgendwelche Leute ein, vermeintliche oder tatsächliche Gegner, mögen sie über uns oder unter uns sitzen, Fremde oder Verwandte sein, Nachbarn mit ihrem Maschendrahtzaun oder der Bäcker mit klitschigen Graubrot – wir finden immer einen mit Hörnern, zwischen die man hauen kann, oder?

Und nun bringen wir dieses trostlose Kapitel hinter uns. Für heute ist Feierabend. Schliesslich sind wir Rentner der Arbeit entwöhnt.