Bundespressekonferenz

Heute bin ich auf Krawall gebürstet. Dabei ist mir schon bewusst, dass dieser Zustand für mein Umfeld, und gleichermassen für die ganze Welt :>))) unzumutbar ist. Dennoch gönne ich mir gelegentlich derartige Kapriolen, achte allerdings sehr darauf, dass ich in meinem Office allein bleibe, und rede auf die Petflasche ein, die stets zur Hand ist. Es tut mir einfach gut, wenn das Mineralwasser zu schäumen beginnt, was ich dann als Widerspruch deuten kann und was mich dazu anregt, der Buddel anzusagen, ich würde, wenn sie nicht Ruhe gibt, ihr auch noch den Deckel abschrauben. Es ist halt so: Wenn ich meine Tage habe, sollte man mit mir ruhig umgehen und meine Marotten dulden; meine Randale hat noch nie Geld oder Leben gekostet.

Ich bemerke endlich, dass ich mich nun wieder einmal in den Mittelpunkt meines Erlebens gestellt hatte. Leider habe ich bisher keinen Weg gefunden, derartige Eskapaden zu unterbinden. Das liegt vielleicht an der Erfahrung, dass es gut und nützlich sein kann, im Mittelpunkt zu stehen, so wie es gut und nützlich ist, dort nicht zu sein, sondern am Rand von Geschehnissen, oder wie die Merkel-Praxis zeigt sogar in Deckung unter dem Küchentisch zu verharren, bis sich der Qualm aus dem Backofen verzogen hat.

Was wollte ich eigentlich erzählen?
Ach ja, die Merkel! Gestern kam sie ausserplanmässig aus ihrer sicheren Deckung und zelebrierte eine Pressekonferenz. Ich habe mir dieses Event heute angesehen, und ich muss ihr zugestehen, dass ich gegen meinen Willen dazu gelernt habe. Es sind drei Kernaussagen, die ich hier als Metaphern wiedergebe:

Abends ist mit zunehmender Dunkelheit zu rechnen.

Dackel sind vorne manchmal mehr hinten als höher.

Sie ist die Nr. 1. Und die ist immer vorne. Und wenn sie mal hinten ist, dann ist hinten vorne.

Diese grundsätzlichen Aussagen mögen den Lesern kryptisch erscheinen, aber längeres Nachdenken ergibt stets das selbe Resultat. Sie sind Ausdruck von sinn-entleertem Nicht-Handeln in einer fremden Gedankenwelt, und sie sollten als solche verstanden und gelebt werden.