Die Kunst der Rede

Vorweggenommen: Ich habe zur Rhetorik keinerlei Erfahrung. Ich kanns auch garnicht. Meine Fachvorträge waren stets für alle Anwesenden qualvoll. Aber heute versuche ich mich in Theorie.

Nehmen wir also an, ich müsste eine Rede halten. Meinetwegen vor den Taubenzüchtern der Stadt Dortmund. Zeit ist genug, sich Gedanken zu machen über den Inhalt meiner Rede, über Folien für den Beamer, über die Zuhörer, über Presse, Funk und Fernsehn und über mich, den rhetorischen Nobody. Das Thema hat der Veranstalter vorgegeben und hinreichend erläutert, und so mache ich mich an die Arbeit. Was nun folgt, lässt sich mit der Zubereitung eines schwierigen Eintopfgerichts vergleichen. Es sind alle Arbeitsschritte da, logisch geordnet, und am Ende wird gar gut gewürzt. Man verkostet, alles stimmt, und der Abend kann kommen. Dann haut man die Rede in 45 Minuten raus, wartet noch 15 Minuten auf Fragen, kassiert dann sein Honorar und fährt nach Hause.

Aber die Sache hat einen Haken. Ich bin rhetorisch ein weig unbegabt, demzufolge unsicher, beginne zu stottern, und vorne sitzen 300 Taubenzüchter, die glauben, Erste Hilfe anbieten zu müssen. Ich spüre die Unruhe im Publikum, finde in meinem Manuskript nicht mehr, wo ich gerade ausgestiegen bin, und es droht eine kleine Katastrophe. Nun packt mich die Wut. Ich selbst packe auch. Nämlich mein Manuskript und meine Powerpoint-Bilder. Ich schalte demonstrativ den Beamer aus, richte mich in voller Grösse auf und brülle in den Saal: „So, jetzt isses genug! Ihr sitzt da und habt Fragen. Meinen Vortrag könnt Ihr nachlesen. Liegt am Ausgang zum Mitnehmen! Nun raus damit – ah, da ist der erste!“ Ein Besucher fragt, und ich habe keine Antwort. Ich verstehe nichts von Brieftauben. Also rufe ich in den Saal: „Ihr habt die Frage gehört! Wer antwortet?“ Es ist immer einer da, der eine Antwort hat. Und darauf bauend mache ich die Zuschauer zu meinem Forum und moderiere. Bis zum Ende meiner Redezeit habe ich Leben in der Bude. Danach schnappe ich meine Sachen und gehe – bis ein Besucher aus einer Gruppe hinter mir herruft: „Moment! Ich wollte Dir noch sagen: Das war die erste vernünftige Veranstaltung auf diesem Kongress. Ich nehme einiges mit nach Hause! Danke Dir!“ Und ich mache mich davon, sitze im Auto und bewundere mich selbst. „Mann, bist Du gut!“

Das ist tatsächlich so geschehen. Nur ging es nicht um Tauben, sondern um Juristisches.
Warum erzähle ich diese Anekdote? Nun, sie ist ein Lehrstück für Effizienz und Effektivität.
Effektivität = Das Richtige tun. Effizienz = Es richtig zu tun. Beispiel: Wenn die Merkel eine Rede im TV ablässt, ist sie sicher im Text, sie hat fein auswendig gelernt, und ihr Auftritt wirkt ebenfalls sicher. Aber ihre Effizienz ist mangelhaft. Während sie redet, kann ich getrost in den Keller gehen, um Bier zu holen. Ich weiss, ich verpasse nichts ausser einige Plattitüden. Sie ist halt nur die Sprechpuppe „Angela“. Unterm Strich bin ich besser.

Politik in Krisenzeiten 2

Ich kanns mir nicht verkneifen. Da ist noch so ein Knödel, diesmal aus China.

Das dortige Regime hatte ja alle Isolationsmassnahmen abgebrochen, um die Wirtschaft wieder ans Laufen zu bringen. Das ist im Prinzip richtig, aber keine Kunst. Nun meinen Fachleute, das sei zu früh gekommen, und es bestünde die Gefahr einer neuen Epidemie in China. Ausserdem gab es erste Fälle mit dem Hanta-Virus, auch so ein übler Geselle.

Nun kann die Chinesische Regierung – sollte eine neue Infektionswelle entstehen – nicht gestehen, einen Fehler gemacht zu haben. Neue Infektionen gehen somit nicht von Chinesen aus, sondern von …. rate mal!

Ja, es sind die Ausländer, die nach China kommen, also einreisen. Sie bringen das Virus mit. Genau, auch das Hanta-Virus. Dabei interessiert es kein Schwein, dass das Ausland China meidet wie der Teufel das Weihwasser im Kölner Dom. Es wird angesagt, die Masse glaubt es, und so wird es zur Tatsachen.

Merkst Du was? Neee? Das läuft genau wie in den USA! Oder Trumps Truppe kupfert in China ab. Die billigen Tricks sind identisch! Und dhinter blubbert die alte politische Weisheit: Macht begründet sich am besten auf dem Boden der Dummheit und der Ignoranz. Ohnmächtig zuschauen müssen ist eine Zumutung.

Politik in Krisenzeiten

Wer ist zur Zeit der grösste, nein der schlimmste Langweiler? Schwer zu beurteilen, nicht wahr? Man urteilt natürlich nach persönlichem Empfinden. Somit ist diese Frage dämlich.
(Stammt ja auch von mir!) Der Witz: Ich habe aber eine Antwort! Und sie lautet: Donald Trump. Der Mann kann sagen, was er will – es ist immer Scheisse. Käme von ihm mal eine kluge Bemerkung – ich kriegte vor Staunen den Mund nicht mehr geschlossen.

Ich schreibe hier mal auf, weil man verstehen muss, wie diese Rasse menschenähnlicher Wesen tickt:

  • Die chinesische Regierung verbreitet nun, das Wuhan-Virus hätte seinen Ursprung in Italien. Tatsache ist, dass Italien mit 2 Infektionen in der Statistik auftauchte, als China schon 27.000 hatte und 564 Tote nicht beklagte.
  • Die USA haben inzwischen so um 2.500 Tote. Trump redet plötzllich davon, dass es 100.000 werden könnten. Das wären dann so um 4.000.000 Infizierte. Das weiss er aber nicht. Mit seinen 100.000 brüstet er sich, will sein Problem grösser reden als es ist, aber nicht so gross, wie es werden kann, mit 180 Mio. Infizierten und 4 Mio. Toten. So weit reicht sein Verstand nicht. Aber für folgenden Plan reicht es immer. Jetzt nichts tun, die Leute krepieren lassen. Wenn der Gipfelpunkt der Pandemie deutlich überschritten ist, die Zuwachsraten also immer kleiner werden, dass einsteigen mit Massnahmen (die dann nicht mehr benötigt werden). Soweit sein Chefvirologe vor laufender Kamera. Der Zweck dieser „schlauen“, saudummen Vorgehensweise: Hinterher den grossen Retter der Menschheit spielen.

Das ist der US-Präsident, wie er leibt und lebt. Und 65% der Amerikaner bekunden, dass Trump die Wuhan-Krise gut meistert. Gute Nacht, Amerika! Gute Nacht, Welt!

Infantile Träumerei

Endlich! Zwar zeigt mein Kalender „Ende März 2020“ an, aber der Winter ist endlich gekommen – mit 4 Monaten Verspätung. Es keimt die Hoffnung, dass man in DE im Frühsommer eine tragfähige Schneedecke haben wird und die Wintersaison nacharbeiten kann. Wenn ein Sommer dann die Weihnachtszeit überlagert, müssen diese Festtage in den Juni verschoben werden. Nur den Jahresbeginn lassen wir, wo er ist. Er ist der Ankerpunkt für die Zeitstrukturen.

Der Gedanke, das Jahr neu organisieren zu müssen, kann mir nicht gefallen. Es werden Veränderungen fällig, die sich bis in meinen Haushalt erstrecken – man denke an „warme Suppen/Socken“ etc. Und die Kirchenleute müssten die Bibel umschreiben, nachdem man einen Platz für Ostern gefunden hat.

Ich werde den Gedanken nicht los, dass irgendwer an der Erdachse herumgepfuscht hat.
Irgendwer, das sind für mich die Dänen. Es war schon ein schwerer Fehler, den Dänen Tycho Brahe in Wittenberg Astronomie studieren zu lassen. Und heute geht man wohl einige wichtige Schritte weiter, um die Dänischen New Territories, wie man Grönland nennt, weiter in den Süden zu rücken und sie so zu einem echten Grünland umzugestalten. Terra forming wird Realität! Es folgt Time forming by Change management. Nur an dem dänischen Hotdog mit seinem blutroten Würstchen vergreift sich keiner, und genau dort wäre eine Veränderung für Europa so wünschenswert. Es ist frustrierend, wenn man bedenkt, dass ein dänischer Physiker, hier Niels Bohr sich um Atom-Modelle gekümmert hat, statt daran zu arbeiten, dass man in Kopenhgen ein anständiges Wiener Würstchen essen kann.

Nun tragen die Herren Brahe und Bohr keine Schuld am heutigen Wintereinbruch. Aber sie schufen die Basis für den dänischen Glauben, alles sei machbar und sinnvoll – auch die Verschiebung der Erdachse um gute 120 Grad nach West, damit der Äquator mitten durch Grönland verläuft. Und den Inuit schmelzen die Iglus weg. Der Eisbär entwickelt sich zurück zum Riesen-Nacktmulch, der so schmeckt wie er aussieht. Und Köln liegt dort, wo einst die Kamchatka festgemacht hatte. Die Kamchatka selbst liegt dann wohl inmitten des Nordatlantiks, und der Russe hätte nur noch den halben Weg, wenn er New York kassieren wollte, wäre NewYork nicht weggewandert dorthin, wo heute Norwegen beheimatet ist. Und der Trump findet sich tiefgefroren am Nordkap wieder, wo er hingehört.

Ich blicke aus dem Fenster und sehe Regen. Der Schnee ist weg. Die dänische Planung zum Terra forming auch. Alles bleibt wie es schon immer war. Umsonst gefreut. Siehe Klaus Lage: „Tausend mal gerührt. Tausend mal is nix passiert.“

That’s life?

Abendstimmung

Es ist Abend. Wie so oft. Die Sonne steht tief. Sie ist runter gerutscht bis knapp über den Horizont und bemüht, mir ins Gesicht zu scheinen, mich in der Sicht nach draussen zu behindern, dies für ungefähr 10 Minuten, was keinen Sinn ergibt. Mir ist so, als ginge sie im Westen unter und wäre dann auf dem Weg über den Atlantik Richtung USA, um den Amerikanern heimzuleuchten, etwa so, wie sie es mit mir getrieben hat.

Vermutlich ist diese Sonne momentan noch mit Großbritannien beschäftigt, wo der Brexit-Boris mit dem Wuhan-Virus versehen vor sich hinhustet, und wo sein Gesundheitsminister seinen Job macht, indem er eine Wuhan-Infektion am eigenen Körper ausprobiert. Aber sobald die Armleuchter Helligkeit für das Volk verströmen, macht sich die Sonne auf, um den Ozean zu überqueren und mit einem riesigen Schatten das Elend Europas zu überziehen.
Und die Pärchen, die der Polizei in die Hände fielen, weil sie den geforderten 2 m-Abstand ignorierten, werden sich in ihre Schlafzimmer zurückziehen, um dort einen gepflegten Null-Abstand zu geniessen. Undiszipliniertes Volk!

Um wievieles unaufgeregter verhalten sich doch die Wuhan-Viren. Sie leisten still und konsequent ihre Arbeit. „Oh, da ist wieder einer ohne – ich übernehme. Ihr kümmert Euch um die 5 Menschen da vorne, die mit der Bierdose in der Hand! Und pfuscht nicht herum!“ Und die Johns Hopkins Uni addiert still 6 neue Fälle für Niedersachsen.

Die Natur genießt die Nacht, ich eine Flasche Riesling aus der Pfalz, vielleicht mit Käsestangen, und einem Spielfilm aus China mit Blutvergiessen wie beim Schlachten von Rindvieh. Das, liebe Leute, ist ein Gipfel an Gemütlichkeit! Oh yeah!

Kollaterale des Wuhan-Virus

Volle Speicher sah ich bei Fettlings Sprossen,
Die heuer am Hungertuch nagen:
Überfluß währt einen Augenblick,
Dann flieht er, der falscheste Freund.

Aus der „Edda“, hier „Des Hohen Lied“

Schau, schau! Schon in Alt Germanien hatte man Versorgungsprobleme! Damals wie heute war für Asgard, den Sitz der Götter immer genug da, und Midgard, der Sitz der Menschen litt unter Hungersnöten. Damals wie heute ist in Yggdrasil, der Welten-Esche der Teufel los!
Was, zur Hölle, droht uns da? Ich sehe in meinen visionären Momenten, wie der in 1944 vom amerikanischen Finanzminister Morgenthau entwickelte Plan Wirklichkeit zu werden droht: Deutschland als reiner Agrarstaat! Da werden keine Autos gebaut, sondern es werden 7000 Tonnen Feldsalat geerntet! Da werden Erbsen gezählt und Salatgurken auf Hochglanz poliert, Kaninchen zur Schlachtreife gefüttert, anstelle von Bier gibts Schrotbrot aus Gerste, und wir trinken aus der Elbe, und nur an Festtagen einen Humpen Met! Und hinter dem Haus wird nicht Rasen gemäht. Da wachsen Kohlrabi und Kartoffeln!

Das wäre in der viralen Krise der Worst case. Mit einem positiven Effekt: Ich, einer der Fettlinge könnte wieder meine alten Klamotten tragen, da man bei körperlicher Arbeit ohne Kraftfutter enorm an Gewicht verliert und an Gesicht gewinnt.

Ernsthaft: Die Landwirtschaft fürchtet ein Problem wegen fehlender Erntehelfer. Die Deutschen wollen nicht. Die Polen wollen nicht mehr. Die Rumänen und Bulgaren können nicht, da sie das Wuhan-Virus fürchten. Natürlich wird es weitergehen, aber stellenweise doch ein wenig eng werden. Und für die Verbraucher teurer.

In Zeiten wie diese

Die ganze Welt ist nun viral.
Corona findet überall
genügend Opfer – Wirte eben
die man als Virus braucht zum Leben.

Natürlich ist der Mensch betroffen
mit Wechseln zwischen Furcht und Hoffen.
Textilien zieren sein Gesicht.
Sieht blöde aus und helfen nicht!

So bleibt er eingesperrt wie’n Tier
und zählt besorgt sein Klopapier.
Verschämt schleicht er auf leisen Sohlen
zu REWE, um Nachschub zu holen.

Verzweifelt blickt er sich dort um.
Leere Regale – wirklich dumm.
Gehts heute wirklich nur um Kacken,
oder doch auch um Kuchenbacken?

Aber auch dies ist ihm egal.
Leer ist auch dieses Mehlregal.
Verzweiflung macht sich schliesslich breit,
und Klima, wo die Angst gedeiht.

Ist er ein Mann für schnelle Schüsse,
dann stellt er um auf schnelle Füsse
will dreissig Kilo Müsli kaufen –
und muss durch leere Gänge laufen.

Nun hat ihn doch die Wut gepackt,
greift zu und hat rasch eingepackt.
Und an der Kasse staunt man sehr,
im Salzfach ist nun auch nichts mehr.

Unklar, was er mit 30 Kilo macht.
Man wundert sich, und keiner lacht.
Lasst ihn halt machen, den Opa!
Salzbäder gegen Corona!

Die Phantasie weht wie ’ne Brise
durchs Land, gebirt Ideen wie diese.
Das Geistige wird immer seichter-
doch damit stirbt es sich auch leichter.

Marktwirtschaft brutal?

Denk mal ein bisschen mit.

Corona tötet keine Milchkühe.
Der Bauer auch nicht.
Sie produzieren Milchmengen wie in den Vorjahren.
Wegen Corona-Krise wird die Milch in der BRD nun knapp.
Wo versickert die Milch?

Natürlich nirgendwo.
Frage: Wieviel Milch wird über die Grenze ins Ausland geschafft, wo man höhere Preise erzielt? Wo etwa mit staatlichen Subventionen (Russland, China und andere) die Einkaufspreise höher gehalten werden als die Verkaufspreise in der BRD?

Ich habe keinerlei Beweise für derartige Spekulationen. Aber wo bleibt die Milch? Bisher hatten wir Überschuss in der Versorgung, und heute muss man sich die Hacken ablaufen, um an einen Liter ranzukommen.

Wieso hat die Bundesregierung wochenlang den Versorgungsmangel weggeredet? Damit die grossen Versorger wie ALDI ungestört ihre Deals organisieren können, um Grundnahrungsmittel, die der Binnenmarkt unbedingt braucht, ins Ausland zu schaffen?

Bislang nutzt man die Verblödung der Deutschen, um die Schuldigen zu benennen, die Hamsterer, die einen Keller voller Milch haben und nun ihre Dachböden mit Tonnen von Klopapier bestücken. Nichts da. Die haben ihre 48 Rollen gebunkert, und das wars. Aber vielleicht sitzt in Polen ein Einkäufer, der 48.000 Rollen gekauft hat und nun zum doppelten Preis verkaufen möchte, und wenns geht, sogar nach Deutschland? Da hat man ohne grossen Aufwand, mit Leichtigkeit also eben mal 100.000 oiro verdient! (Vorsicht! Ironie!)

Ok, dies ist nur ein Aspekt von mehreren mit gleicher Tragweite. Ich denke nur an das Rätsel, das uns das Ernten im kommenden Sommer aufgibt: Wer holt die Feldfrüchte vom Acker? Die erste Messlatte liegt an: Für die Spargelernte 2020! Schon hier herrscht Finsternis.