About: Fisch

Heute nacht habe ich es geschafft. Seit null Uhr steht vorne die 8 bei meinem Alter. Das ist mir wichtig, es gilt 8=Minimum in meiner Familientradition. Kleiner als mit 8x sterben gilt als Fahnenflucht. Tja, und dem Anlass angemessen habe ich volle 6,5 Stunden Schlaf auf meine Matratze gebracht, ein für meine Verhältnisse grossartige Leistung. Und in einem nächtlichen Rausch komfortabler Schlaferlebnisse träumte ich von einer Finkenwerder Mai-Scholle, wie ich sie „früher Bei Tante Anna“, einem kleinen urigen Restaurant an der Finkenwerder Landscheide serviert bekam, einer Scholle, in Butter gebacken, mit Speckstippe, und so gross, dass es dafür keinen passenden Teller gab. Das Beste an diesem Fisch war stets die lecker angebratene helle Unterseite, und dies trotz der widerlichen kleinen Gräten aus dem Flossenrand.

Unvermeidlich, dass meine Gedanken weiter wanderten, von Hamburg zu nordfriesischen Insel Föhr, und dort präziser ins Watt südlich von Nieblum, wo im Sommer bei Schönwetter in der Nähe eines grossen schiffbaren Priels das Watt sandig ist und wo sich bei Ebbe Pfützen bilden von Badewannengrösse, gefüllt mit kristallklarem grünlichen Seewasser, und eventuell dekoriert mit einem oder zwei Plattfischen, die „Butt“ genannt werden. Drei davon machen einen Menschen satt, wenn genügend Kartoffeln dazugereicht werden. Sommers ist man natürlich in Badezeug unterwegs, und so gönnt man sich im Watt ein kleines Bad in einer solchen Kuhle und wundert sich über das Leben, das sich plötzlich in der natürlichen Wanne zeigt – präzise unter dem Hintern. Und der Butt gibt zu verstehen, dass er zuerst da war, und man sucht sich dann halt eine unbesetzte Pfütze zum Abkühlen.

Die Eingeborenen, man nennt sie Nordfriesen, sind anders drauf.
Sie kennen von alters her das „Butt pedden“. Es ist eine primitive Fangmethode. Man sieht den Butt in der Pfütze, tritt blitzschnell mit einem gummistiefel-bewehrten Fuss drauf, greift mit einer Hand nach und steckt den Butt in einen Beutel. Hat der Friese genug gepeddet, stiefelt er zurück an Land und geht gemütlich nach Hause. Dort angekommen ist der Schlick, dieser greuliche Matsch getrocknet und vom Stiefel abgefallen. Anders der Urlauber. Erst erschreckt er sich fast zu Tode wegen des Fischs in der Kuhle, dann geht er mit nackten Füssen durch den Schlick der Ufernähe, steht dann mit grau-schwarzen Beinen und eingesaut bis an die Brustwarzen am Strand und sucht verzweifelt nach einer Strand-Dusche, denn so kann er nicht in sein Auto steigen, um nach Wyk zurückzufahren. Und der Mann von der Strandaufsicht kommentiert lakonisch: „Macht nix. Schläft sich nachts ab.“

Alles zu seiner Zeit. Ich habe den Butt genossen, diesen kleinen Plattfisch,
und auch die klodeckel-grosse Mai-Scholle – letztere ist mir lieber. Man hat damit einfach weniger Arbeit und mehr auf dem Teller.

Paranoia

In den letzten Tagen hatte ich mich mit einem Thema beschäftigt, das mich – ich muss es gestehen – einigermassen überfordert hat. Ich versuchte, mich in die Evolution zu vertiefen.

Manches war mir geläufig. Einiges habe ich verstanden, dies und jenes nicht kapiert oder gar missverstanden, kurz, ich habe die volle Bandbreite meiner Unzulänglichkeit ausgekostet – und dabei gar ein Ergebnis erzielt.

Seit ich das Thema Evolution für mich abgeschlossen habe, plagt mich eine Furcht, nämlich morgens als Schildkröte aufzuwachen. Man bedenke: Ich schlafe auf dem Rücken liegend!

Von nun an werde ich immer einen Kopf Eisbergsalat im Kühlschrank lagern, damit ich, sollte es mich so hart treffen, ggfs. die ersten beiden Tage gut überstehe.

Sabine – Kreativ

Die Sturmtiefin Sabine hat anscheinend eine neue Geschäftsidee entwickelt.
Sie gründet wahrscheinlich eine Airline mit Namen „Dixi“ für Kurzstrecken. Ihr Fluggerät sieht seltsam aus und hat nur einen Sitzplatz zur Verfügung, aber es ist eine Toilette an Bord. Dem Vernehmen nach werden weder Piloten noch Flugbegleiter benötigt, und als Betriebsenergie reicht bewegte Aussenluft.

Ein erster Testflug wurde heute im Alten Land bei Hamburg beobachtet. Man darf vermuten, dass AIRBUS Industries eine erste Gross-Serie des
Fluggeräts bauen wird.

Neues aus Fernost

Ein indischer TV-Sender ist bemüht, die Tatsachen zur Corona-Epidemie
aufzudecken. Längst geht die Welt davon aus, dass der chinesische Regierungsapparat (CH) nur Lügen verbreitet.

Offenbar hat man in CH versehentlich eine Statistik veröffentlicht, die per 2.2.2020 um 154.000 Infizierte und 24.500 Tote auswies. Man hat danach rasch zu korrigieren versucht, indem man die uns bekannten Zahlen daneben setzte.

Nun haben die indischen Fernsehleute versucht, ihre Vermutung über eine getürkte Statistik zu überprüfen. Man griff zu einer Kontrollrechnung, und die geht so:

Die Verbrennung einer Leiche in einem Krematorium benötigt max. 3 Stunden. Man kann in 24 Stunden also 8 Tote verbrennen. Nun gibt es in Wuhan (!) 30 Krematorien, die angeblich 24 Stunden pro Tag arbeiten.
Wenn diese Betriebe also 10 Tage gearbeitet haben, so wurden 30x8x10 Leichen verbrannt, das sind 2400 nur in Wuhan.

Natürlich sterben auch Menschen aus anderen Gründen, nicht nur am Corona-Virus.

Frage: Wieviele Corona-Tote werden es wohl in ganz China sein?
700 bis zum 2.2. ?

Und: Die ganze Welt lügt mit. Vorneweg die WHO.

Man will eine Panik vermeiden!

Über das Lernen

Man sagt, das Leben lernt uns.
Kleiner Scherz meinerseits, also nochmal:
Man sagt, das Leben lehrt uns.
Oder man sagt, man mache Erfahrungen.
Erfahrung ist Wissen aus der Vergangenheit.
Aber wenn ich etwas erfahre, so meint das,
dass ich eine neue Information bekomme.

Perdautz! Nun habe ich ungewollt wieder einmal Leckerli’s für Leute, die Deutsch lernen, ausgegraben. Dorthin wollte ich garnicht!

Also: Das Leben lehrt? Das ist falsch. Das Leben versucht zu lehren.
Da ist die Geschichte der Menschheit. Sie ist geprägt durch tausende Kriege, und es werden auch heute immer wieder Kriege begonnen. Krieg? Gerne wieder!
Der andere Fall: Wer als Kind zwangsweise jene grüne Mumpe, die alle Spinat nennen, essen und kotzen musste, hat eine Erfahrung gemacht, die bis ins hohe Alter wirken kann: Nie wieder Spinat!

Wenn das Beispiel mit Krieg und Spinat richtig ist, dass ist auch die Behauptung des Lehrversuchs richtig. Nun schliesst sich die Frage an, warum das so ist. Klar, da ist noch eine weitere Figur im Spiel, der Lernende. Er lernt das eine, und das andere nicht. Er isst keinen Spinat, aber er beginnt einen Kleinkrieg mit seinem Nachbarn wegen einer Hecke, obwohl er weiss, dass Kriege weh tun. Warum nur agiert er so?

Erfahrungen sind nützliche Werkzeuge, wenn man sie aktuell hält. Sie müssten als solche angenommen werden. Aber es gibt diverse Ursachen für die Verweigerung:

Mangel an Intelligenz
Unwissenheit
Bequemlichkeit
innerer Aufruhr
quantitative Überforderung
Mangel an Flexibilität
Unverträglichkeit mit eigenen Kenntnissen
Unverträglichkeit mit eigenen Zielen

Das sind Hindernisse im Erkenntnisprozess. Man muss sie wegräumen, wenn man etwas erreichen möchte. Klug, wer das als Erfahrung verinnerlicht hat.

Gedankensplitter: Egoismus

Egoismus ist eine natürliche Verhaltensnorm.
Sie markiert Leben.
Das bedeutet, dass alles, was lebt, ihrem Diktat unterliegt.
Alles, was lebt, meint Mensch, Tier und Pflanze.
Das Recht des Stärkeren wird durch Verdrängung durchgesetzt.
Allerdings hat der Mensch eine Besonderheit zu bieten.
Als höchst entwickeltes Wesen besitzt er Verstand und Vernunft.
Das ermöglicht ihm, sich besonderen Situationen anzupassen.
Nennen wir dies „Kompromissfähigkeit“.
Er hat verstanden, dass diese Fähigkeit erforderlich ist,
wenn ein Gemeinwesen gewaltlos bleiben soll.
Die Anpassung an Regeln einer Gemeinschaft bedeutet Verzicht
auf das natürliche Recht der gewaltsamen Verdrängung des Stärkeren
gegenüber den Schwachen.
Leider ist Verzicht nicht jedermanns Sache. Darum sind Gemeinschaften
wie zum Beispiel Staaten fragile, konfliktschwangere Gebilde.

Aphorismus: Nicht mehr leben

Das Sterben ist die letzte,
konsequent egoistische Handlung
im Leben des Menschen.
Der Tod ist kein Ereignis,
sondern der Zustand des ebenso
konsequenten Nicht-mehr-Existierens.

Im Krieg

Es war wie ein Wunder,
und ich werde ihn nicht vergessen,
den ersten Tag,
der mir den Weg zeigte
aus meinem trostlosen Alltag
in die mir fremde Welt
der universalen Sichtweise
mit eindringlichen Bildern,
mit traumhaftem Colorit
und dem Gebot zu innerem Frieden,
mit Spuren von Glücklichsein.
Die dunklen Wolken folgten mir,
aber ich hatte erkannt:
Ich musste schneller sein als sie,
nur weniges,
und sie würden mich nie erreichen.

Heute weiss ich,
ich lebte in einer Illusion.
Die dunkle Wolke hatte mich längst erreicht.
Sie lag über meiner bunten Welt,
wartete auf einen Bruch,
um mir meine Wirklichkeit zu zeigen.
Diese ist nicht grauer Alltag,
besser gesagt nicht mehr.
Die Finsternis hat mich erreicht,
verbreitet Verzweiflung,
und lässt es mich wissen:
Wir beiden sind zerbrochen,
meine Nadel und ich,
in einen Abgrund gestürzt,
der mir keinen Weg nach draussen zeigt,
wohl aber eine nahe Zukunft zeichnet
in der Welt des schrecklichen Alten,
der Ewigkeit verspricht.

Fabel: Drama im Forst

Die alte Eule traf im Wald ein Kaninchen. Es weinte.
So fragte die Eule: Warum weinst Du?
Das Kaninchen: Ich habe vorhin einen Bären getroffen!
Die Eule meinte, das sei doch kein Grund zu weinen.
Das Kaninchen: Wir hatten eine so nette Unterhaltung!
Die Eule: Na und?
Plötzlich fragte der Bär: Sag mal, mein Hase, fusselst Du?
Nein, nein!, ich fussel nicht!.
Die Eule: Na und?
Dann hat er mich genommen
und sich mit mir den Hintern abgewischt.

Die Moral: Gottvertrauen und Dummheit sind Geschwister.

Warten auf Runde zwo

Endlich ist die erste Messe in London gesungen,
und die Gemüter dürfen sich vorläufig
in den Ruhe-Modus verfügen.
Der Brexit muss nicht länger langweilen,
und auch ich habe nun das Thema von meinem Tisch gewischt.
Allerdings kann ich es mir nicht verkneifen,
dem Regierungschef Britanniens ins Stammbruch zu schreiben, was ihm sein Landsmann William Shakespeare mit auf den Weg gibt:

Doch zu begreifen ist’s bei bösen Wegen,
Daß sie am Ende nie gedeihn zum Segen.