Nebenbei bemerkt

Es ist 8 Uhr und ich döse so vor mich hin, als ich mich wieder einmal in der deutschen Sprache verirre. Das passiert mir gelegentlich, und ich weiss nicht, wieso. Es mag seine Ursache in dem Umstand haben, dass mir meine schlampige, von Faulheit geprägte Lebensweise zu wenig abfordert, ich also einfach zu viel Zeit übrig habe. Was weiss ich schon.

Nun könnte man sich fragen, warum ich aus solcher Nichtigkeit ein Thema mache und darüber auch noch in meinen Blog schreibe. Die Antwort ist einfach. Ich pfeife auf das Thema, ich schreibe, weil ich schreiben mag. Und im Hintergrund lauert eine zweite Begründung, die nicht ganz so einfach scheint. Ich schreibe in dem Glauben, dass ich über alles schreiben kann, sogar über nichts. Das ist natürlich Imagination, also schöner Schein – dennoch ist es meine Religion, ich, der Atheist g l a u b e ! Und das, obwohl ich weiss, dass man aus Scheisse keine Venus kneten kann. Siehst Du die Widersprüche?

Nun, das ist kein Drama. In meinem Kopf rattert halt das Räderwerk wie in meinem alten Wecker. Keine Sorge, ich weiss Bescheid über die Biochemie im menschlichen Körper. Das mit dem Räderwerk ist nur eine Metapher. Aber vielleicht kocht etwas in meinem Kopf, kocht über, brennt an und verdirbt, und das bei 36,8 ° C? Ich sollte jetzt wohl zur Sache kommen.

Sache ist: Da gibt es das Wort „mein“ und dazu die „Meinung“. Ist Meinung ein Event, etwa wie Versammlung? Und Meinung gehört mir, da sie sich aus mein ableiten lässt? Wieso haben dann andere Menschen auch eine Meinung, und nicht eine Deinung oder eine Seinung, und Frauen eine Ihrung? Einen Plural wage ich erst garnicht zu bilden!

Geschenkt. Mit dieser irren Schote bin ich vorhin aufgewacht. Und nun frage ich mich, wie dieser, der heutige Tag wohl verlaufen wird, irre wie er begann, oder gar bescheuert, um meinen Lieblingsminister aus Berlin ins Spiel zu bringen, dessen Name mit seiner geistigen Verfassung so wunderbar harmoniert!

Schon gut. Ich höre ja auf.