Eine Missgeburt

Schweres Wetter liegt über der Stadt.
Dunkle Wolken hängen tief,
senden Regenflüsse an die Erde,
und Blitze suchen schnelle Wege
für den Fluss ihrer Energie.

Die Erde verweigert sich
wie ein volles Wasserglas.
Läuft über
und reicht die Verantwortung weiter
an den Fluss und seine Wasserspiele.

Doch der gute alte Fluss
verweist auf sein volles Bett,
hat längst Uferlinien ignoriert
und vergebens auf Entlastung gewartet.
Er tut, was er am besten kann: Er lässt laufen.

Das Wasser, wichtig für alles Leben,
hat nur eine Aufgabe.
Es folgt der Schwerkraft und fliesst irgendwo hin.
Kommt zur Ruhe, wird zu Kristall in Kälte
oder verdunstet, mutiert zur Wolke.

Und der Mensch? Mal haßt er,
mal liebt er das Wasser,
mal trinken, mal ertrinken,
gebadet werden oder baden gehen,
aber Nässe immer hassen!

Sonne fordern bei Regen oder
Regen fordern bei Sonne,
Sonnennergie zu Geld machen,
Wasserkraft zu Geld machen.
Atemluft umrechnen in Dollars.

Wo und wie lebe ich?
Mein Lebensraum oder mein Alptraum –
bestimmt sich nur durch mich.
Eine Sonne? Ein Weizenfeld?
Kann ich mir malen.Die Natur ist unbarmherzig.

Am Rande bemerkt:
Bekanntlich liebt man auch seine missratenen Kinder,
wirft sie also nicht in den Papierkorb.