Über das Lernen

Man sagt, das Leben lernt uns.
Kleiner Scherz meinerseits, also nochmal:
Man sagt, das Leben lehrt uns.
Oder man sagt, man mache Erfahrungen.
Erfahrung ist Wissen aus der Vergangenheit.
Aber wenn ich etwas erfahre, so meint das,
dass ich eine neue Information bekomme.

Perdautz! Nun habe ich ungewollt wieder einmal Leckerli’s für Leute, die Deutsch lernen, ausgegraben. Dorthin wollte ich garnicht!

Also: Das Leben lehrt? Das ist falsch. Das Leben versucht zu lehren.
Da ist die Geschichte der Menschheit. Sie ist geprägt durch tausende Kriege, und es werden auch heute immer wieder Kriege begonnen. Krieg? Gerne wieder!
Der andere Fall: Wer als Kind zwangsweise jene grüne Mumpe, die alle Spinat nennen, essen und kotzen musste, hat eine Erfahrung gemacht, die bis ins hohe Alter wirken kann: Nie wieder Spinat!

Wenn das Beispiel mit Krieg und Spinat richtig ist, dass ist auch die Behauptung des Lehrversuchs richtig. Nun schliesst sich die Frage an, warum das so ist. Klar, da ist noch eine weitere Figur im Spiel, der Lernende. Er lernt das eine, und das andere nicht. Er isst keinen Spinat, aber er beginnt einen Kleinkrieg mit seinem Nachbarn wegen einer Hecke, obwohl er weiss, dass Kriege weh tun. Warum nur agiert er so?

Erfahrungen sind nützliche Werkzeuge, wenn man sie aktuell hält. Sie müssten als solche angenommen werden. Aber es gibt diverse Ursachen für die Verweigerung:

Mangel an Intelligenz
Unwissenheit
Bequemlichkeit
innerer Aufruhr
quantitative Überforderung
Mangel an Flexibilität
Unverträglichkeit mit eigenen Kenntnissen
Unverträglichkeit mit eigenen Zielen

Das sind Hindernisse im Erkenntnisprozess. Man muss sie wegräumen, wenn man etwas erreichen möchte. Klug, wer das als Erfahrung verinnerlicht hat.