aus: Landsknechtslied

Lied der Landshut-Burghauser Landsknechte:

„Fechten wir soweit die Erde
bald für das und bald für dies;
dies und das
Suff und Frass
soll der Landsknecht haben!“

In den letzten Tagen war die Berufung Sigmar Gabriels in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank ein wahrer Aufreger. Auf Seiten der SPD wurde dieser Schritt wohl als Verrat an der Sache gewertet – ungeachtet der Tatsache, dass „die Sache“ wie ein erlöschender Stern am politischen Himmel der Republik erscheint.

S. Gabriel ist als Ex-Bundesminister und Vizekanzler zweifelsfrei saniert. Ministerrenten reichen wirklich für das Nötigste. Aber der Mann hat drei Töchter und wird demzufolge drei weitere Haushalte absichern wollen. Somit sind fette Tantiemen hoch willkommen.

Nun ist es billig, das Thema auf den Geldvorteil zu reduzieren. Herr Gabriel ist schliesslich auch ein Sozialdemokrat und sollte ideologisch entsprechend festgelegt sein. Aber plötzlich legt er Landsknechtsmanieren an den Tag, oder moderner gesagt die eines Söldners – gar wie Friedrich Merz von der CDU, der beinahe unzählige derartige Ämter für sich aufgehäuft hat – shocking!

Zugegeben: Wir mögen solche Politiker am liebsten, die es nötig haben, sich an öffentlichen Tafeln zu verpflegen und die Weintrauben aus den Abfallcontainern der Supermärkte zusammensuchen. Das sind welche von uns. Das sind unsere Heroen, die Idealismus verbreiten wie die Kirchen das Seelenheil!

Sigmar Gabriel ist nicht so geklöppelt. Er stand ideologisch stets einen Fussbreit im Lager des Gegners, und das ist sein gutes Recht. Wenn er nun konsequent die Seite wechselt, steht er vielleicht immer noch einen Fussbreit im gegnerischen Lager?

Und hat die SPD nun ihre Führungsfigur verloren? Denke nach! Eine solcher Art hatten wir bereits mit Gerhard Schröder, und die hat weder der SPD noch dem Land gut getan.