Revision fällig?

Dieser Tage las ich einen kritischen Text über das Missionarische im Internet. Unbestritten gibt es Menschen, die mit Klauen und Zähnen ihre politischen Ansichten mehr oder weniger eloquent unters Volk bringen wollen, und die sich in den sozialen Medien verbal prügeln, bis virtuelles Blut fliesst. Ich habe mir das angeschaut und danach entschieden, derartiges zu ignorieren.

Aber siehe da: Flugs rührt sich in mir der Pharisäer. Nein, nicht der aus Nordfriesland, aus Kaffee, Rum und Sahne bestehend, sondern der Heuchler, der Scheinheilige. Auch ich verbreite Gesellschaftskritisches, gelegentlich Polemik, auch Sachinformationen, kurz vieles von dem, was mir über den Weg oder über die Leber läuft. Und ich bin feige, gehe jeder Diskussion aus dem Weg, verstecke mich hinter meinem Blog.

Bin ich das wirklich?

Wie nicht anders zu erwarten, bestreite ich derart schlichte Denkweise. Es ist nicht nur das Geschriebene, sondern auch der Zweck des Schriebs zu betrachten. Und nun folgt, was kommen muss: Die Rechtfertigung!

Ad 1 schreibe ich für mich. Ein Text ist mein Schlusspunkt zu einem Thema. Ich brauche diese Hygiene-Massnahme für mein Seelenheil.

Ad 2 schreibe ich nur meine Meinung nieder. Man möge damit tun, was man will. Ausdrucken und aufs Klo hängen – mir egal.
Maximales Positivum: Denkanstoss. Mehr nicht. Ehrgeiz ist mir zu anstrengend.

Mehr steckt nicht dahinter – aber das ist schon mehr als genug.