Licht und Schatten

Gewiss, ich brauche das.
Es ist ein ständiges Verlangen
nach jener Kraft,
die mein Dasein erhellt,
und die mich leuchten liesse,
wäre ich gottgleich.
Denn Licht ist Leben.

Und ich brauche den Schatten.
Er schützt mich,
er verbirgt meine dunkle Seite
so gut es geht.
Der Schatten ist ein Ort der Ruhe,
ein Ort des Stillstands
und ein Versprechen – zum Ende.

Licht und Schatten,
gut und böse,
benenne es wie Du magst.
Sie kommen und gehen,
spielen mit mir ein Würfelspiel
über die Zeiten des Tages hinaus
und schenken meinem Leben Farben.

Bedenke, Mensch:
Was ist das Glück ohne das Unglück?
Was wäre das Licht ohne den Schatten?
Nichts als grauer Alltag.
Alles Gute verlöre seinen Wert,
denn erst das Böse lässt Gutes so glänzen
wie der Schatten das Licht.