Ein Ideal

Ein Mensch wird geboren. Er tyrannisiert seine Familie über 3 Jahre. Dann übernehmen andere. Er wird zum Vorschulkind, zum Schüler, zum Auszubildenden oder zum Studenten. Diese Bildungsphase dauert 20 Jahre und länger. Sie prägt gemeinsam mit der Familie die Persönlichkeit.

Was ist nun das Bildungsziel?

Frage 500 Mütter, und 500 Väter, und Du bekommst 9oo verschiedene Antworten. Kategorisiert und eingedampft bleiben mindestens 10 verschiedene widersprüchliche Bildungsziele übrig. Frage die Lehrer, und Du bekommst keine Antworten, respektive unbrauchbare.

Es ist offenkundig, dass ein nationales Bildungsziel niemals Privatsache sein darf, und es ist auch nicht Sache der Schulen und Universitäten oder gar der Ausbildungsbetriebe.

Bleibt der Staat. Es wäre seine Aufgabe, ein Bildungsziel zu formulieren und das Bildungssystem darauf auszurichten.

Seine Aufgabe wäre, die jungen Menschen für die Gegenwart fit zu machen und für die Bewältigung der Zukunft zu rüsten, ohne dabei Schäden an den jungen Seelen zu verursachen. Seine Aufgabe wäre, Minder- wie Hochbegabte so zu fördern, dass jeder seinen Platz in der Gesellschaft findet. Und so fort!

Schauen wir in die rauhe Wirklichkeit. Nichts davon ist realisiert. Auch das bis zur Selbstaufgabe reichende Bemühen einzelner Bildungsbeauftragten ändert nichts am desolaten Zustand des Bildungssektors. Wer immer damit zu tun hatte, weiss, worüber ich schreibe. Die diversen Systeme spucken zu viele selbstgezüchtete sozial Behinderte, Soziopathen und Fachidioten aus. Sie haben nie gelernt, dass im Ostfriesischen die Hosenträger „de Dragselen“ genannt werden.

Einer meiner Lehrer hat mich einst zurechtgewiesen. Er deutete mit dem Zeigefinger Richtung Bonn, damals Bundeshauptstadt, und sprach:

„Risch, merk Dir fürs Leben: Man kann aus Scheisse keine Venus kneten!“ Der Mann hatte recht.