Spotlight

14 Uhr 29. Die erste Hälfte des Tags ist gelaufen, und ich sitze immer noch in meinem Büro mit einer Tasse Kaffee in der Linken. Er ist mir wieder einmal gelungen. Ich liebe die harte Version, also heiss, stark, und ohne alles. Und deshalb bin ich guter Dinge. Vielleicht gelingt es mir heute, den Mittagsschlaf auf die Nachtstunden zu verschieben. Dort ist Platz und Zeit für solchen Luxus.

Ein Blick aus dem Fenster meldet zurück, wir hätten Novemberwetter. Es sind Nebel und Regen, die den Tag bestimmen, und es ist mein Kalender, der mir erklärt, man würde längst Dezember schreiben. Ein wenig irritiert beschliesse ich, das Wetter auszusperren. Meine Jalousie erledigt dies im Nu, und ich lasse mir vom weissen Fenster des Windows-Texteditors heimleuchten. Seltsam, dass ich mich dabei wohlfühle.

Ich starte den 4. Becher Kaffee, es ist der letzte. Zeit, über mich nachzudenken. Es ist eine nahezu tägliche Übung, gewissermassen eine Routine. Sie sagt mir Wichtiges. Sie bestätigt, dass ich noch lebe. Und sie vermittelt mir die Gewissheit, dass ich noch Mensch bin, dass meine Lebensweise noch nicht in einer Konversion zum Mehlwurm mündete. Sie sagt mir, dass ich trotz Handicap am Leben draussen teilnehme, wenngleich auf besondere, sehr distanzierte Art und Weise.

So ist es. Auch heute finde ich keinen Grund für Trübsal. Im Gegenteil. Ich fühle Zufriedenheit, und Frieden mit meiner Welt, diesem Mikro-Universum, das an meiner Haustür endet. Die grosse Welt dahinter, die draussen ist heute nicht mein Thema. Das kann warten bis morgen.

See you later, Alligator!