Das Heute – eine gute Zeit?

„Es ist so bequem, unmündig zu sein.“, klagte Immanuel Kant. Und er forderte seine Mitmenschen auf, mutig zu sein und den eigenen Verstand zu benutzen, statt andere wie z. B. die Obrigkeit  für sie denken zu lassen.

Das ist nun ca. 250 Jahre her, seit Kant das Zeitalter der Aufklärung einläutete. Nun schauen wir in die Gegenwart und auf die Menschen des 21. Jahrhunderts, und wir registrieren, dass der Weg zur Aufklärung etwa bis zur Hälfte zurückgelegt ist. Die Rattenfänger unserer Zeit agieren immer noch erfolgreich. Sie flöten ihr Liedchen, und Millionen folgen ihnen in grössere oder kleinere Katastrophen.

Und so stellt sich die Frage, was falsch läuft. Was treibt den Menschen in ein geistiges Parasitentum? Da ist die Dummheit. Wer naturgemäss nicht denken kann, lässt denken. Und da ist die Trägheit. Denkprodukte von Führungspersönlichkeiten sind für sie Convenience food.  Da ist der unselige Hang zur Massenpsychose, eine wahrhaft ansteckende geistige Erkrankung. Und da ist das Defizit mit dem Namen Opportunität, die einen Mangel an Mut zum Risiko offenbart.

So ist der Mensch beschaffen. Seine Schwächen sind teils genetisch angelegt, teils durch Lebenserfahrung bedingt. Was also ist notwendig, um die hier aufgezeigte Schwachstellen zu beseitigen? Ist es nicht vermessen, ein solches Ziel zu formulieren?

Geben wir Kant noch ein wenig Zeit. Vielleicht reicht ja ein halbes, desaströses Jahrtausend, um einen brauchbaren Fortschritt zu erzielen …..