Über Kreativität

Man sollte eine stabile Definition finden, bevor man sich – wie hier angesagt – mit einer unbekannten Materie beschäftigt. Schenkt man sich die Mühe der Recherche, so verliert man sich im täglichen Sprachgebrauch. Man sieht die Kreativen in der Kunst, in der Werbung und im Geschäft der Designer, mögen sie nun ein Haus kreieren oder eine Männerunterhose.

Für meine Auffassung zur Kreativität benötige ich weder meine Lexika noch WIKI, denn ich weiss, dass jeder Mensch kreativ veranlagt ist. Diese Eigenschaft spielt er nahezu täglich aus. Sie bestimmt sein Denken und Handeln. Sie tritt dann zu Tage, wenn er etwas anders macht als gewohnt. Wenn er probiert. Wenn er beim Nachdenken zu für ihn neuen Erkenntnissen gelangt – ja, auch wenn er das Rad neu erfindet. Kreativität ist einfach alltäglich.

Das ist natürlich zu einfach gedacht. Man muss die Qualität der kreativen Leistungen bedenken. Masstab dazu ist stets der Nutzen. Dessen Fragwürdigkeit zeigt sich bei dem vergleichenden Beispiel zwischen Büroklammer und der  molekularen Küche.

Zeit für einen Blick in den Spiegel! Bin ich ein Kreativer? Ich sage eindeutig: Ja, bin ich. Begründung: Heute habe ich zu Mittag Pellkartoffeln in ihrer Schale mit Flocken von französischer, gesalzener Butter gegessen und ein dänisches Bier dazu getrunken – ein Fall von Alltagskreativität.

Sonst noch etwas? Ach ja, die Bloggerei …. sage ich kreativ, so nennt man mich arrogant, und sage ich nicht kreativ, so unterstellt man mir Koketterie! Ich bleibe bei der Wahrheit: Ich weiss nicht, ob ich mehr als Alltag abliefere, und es ist mir auch nicht wichtig.