Revision

In 9 ½ Monaten 643 Beiträge geschrieben
geschätzt 10% mit Zitaten, also fremden Gedanken
Themen willkürlich verarbeitet, ohne System
dennoch Kategorien zuzuordnen
Qualität: ausreichend
Stil: verdorben durch den Job; besser wäre,
Bedienungsanleitungen für IKEA zu schreiben
Zweck: erfüllt
Resonanz: erfrischend kalte Dusche (mehr Performance
= mehr Arbeit – lehne ich ab)
Spassig: Angler-Effekt. Website wird nur besucht,
wenn ich anfüttere (mit neuem Text)
Motivation: nachlassend bis zu „normal“
Tot: 643 Texte, Makulatur auf teurem Speicherplatz bei WP
gesichert als WORD file: alles, ohne pics
Weitermachen: Warum nicht? Aber mit mehr Sorgfalt.

Soweit meine Bilanz nach einem Dreivierteljahr.

5 Antworten auf “Revision”

  1. Dank meines Berufs, lese ich Texte auch 20 Mal, lasse sie eine millionen Mal durf die Textkorrektur und bin noch immer unzufrieden. Macht die Prüferei den Kopf zufriedener? – nicht wirklich. Ist es für den Leser angenehmer? – Keine Ahnung, noch keine Hinweise erhalten.

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    1. Danke für Deinen Trigger! Ich muss sofort darüber nachdenken – ich bin halt irgendwie krank im Kopf. Aber schauen wir mal, was dabei herauskommt.
      Ein Text ist nichts weiter als ein Produkt. Es kann auf verschiedene Weise fehlerhaft sein: Sachlich falsch, Fehler in der Rechtschreibung, schlechter Stil. Oder alles ist schön.

      Fehlerhafte Texte kompromittieren den Autor. Textprüfung reduziert das Risiko. Der Autor ist zufriedener. Aber: Die Dosis macht das Gift! Übertriebene Prüferei bewirkt Verunsicherung, nicht „mehr Zufriedenheit“.

      Schauen wir auf den Leser: Er steht im Buchladen und nimmt ein Taschenbuch in die Hand, beginnt zu lesen. Sachfehler, stilistischer Mist – er legt das Buch zurück.
      Orthografische oder Tippfehler – er ist eher amüsiert, liest weiter und kauft vielleicht.

      Ich denke, eine gute Qualität im Text ist eine Visitenkarte des Autors und darum für ihn selbst von Bedeutung.

      Der Leser hat anderes im Sinn. Er will eine qualifizierte Info, oder Vergnügen, oder sich sonstwie gut unterhalten fühlen.

      Nach dem gleichen Scheam, aber mit anderen Kriterien kaufen wir auch eine Waschmaschine. Und dahinter steht nichts weiter als ein uraltes Handwerker-Prinzip: Ein gutes Produkt ehrt den Meister. Und eine Seite aus dem Skizzenblock von Umberto Ecco ergattern macht den Besitzer stolz, vielleicht sogar glücklich.

      Man kann auch sagen: Gute Literatur gewinnt unabhängig von Autor und Leser einen eigenen Wert.

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