Die Mauer 1

In der Persönlichleitsstruktur des Menschen findet sich ein Schaden, der an Alltäglichkeit kaum zu überbieten ist. Im Deutschen nennt man ihn Abgestumpftheit. Seine Banalität ist der Grund, weshalb dieses Defizit so wenig prominent scheint.

Man könnte diesen unerfreulichen Zustand auch eine Mauer nennen. Ihre Aufgabe ist es, die Wirkung von Ereignissen abzufangen.
Diese Mauer schützt die Psyche vor schädlichen Auswirkungen von aussen. Sie ist entstanden als Bollwerk gegen psychische und physische Gewalt während der Kindheit, und kann nur unter grosser Mühe abgebaut werden.

Fatal ist, dass diese Mauer auch externe positive Erlebnisse ebenso blockiert wie nach aussen drängende Gefühle wie Liebe, Empathie usw. Dennoch gerät der Mensch in Situationen, die diese Blockade kurzzeitig aufheben. Man kennt diese Momente, wenn Glück empfunden wird, oder Freude, Zufriedenheit und ähnliches. Die Mauer hat sich geöffnet, und schliesst sich wieder. Sie scheint fragil, und anscheinend gibt es eine Kraft, die sie brechen kann.

Um ehrlich zu sein: Ich habe bisher leider vergeblich nach der Kraftquelle gesucht. Und es widerstrebt mir, mich auf Spekulationen einzulassen. Ein Blick in das Grundsätzliche, wie positives oder negatives Denken als Konditionierung für oder gegen den Mauerbau mag hier wichtig sein – ich weiss es wirklich nicht.

Der Mensch ist wirklich ein wundersames Wesen.
Und zu allem Überfluss diese Trumps, Johnsons und Konsorten!
Diese verpfuschten Kinder von Mutter Natur!