Nach dem Regen

Regen? Das war vorhin.
Die Sonne hat sich den Himmel zurück geholt.
Die dunkle Wolke ist weitergezogen.
Sie hinterlässt der Sonne nasse Spuren,
einen flüchtigen Mikrokosmos,
der eigenen Regeln folgt.

An einem Zweig hängen zwei Regentropfen.
Ein Sonnenstrahl umschmeichelt sie
und hat doch nichts Gutes im Sinn.
Warme Erde duftet.
In den Tropfen bricht sich das Sonnenlicht,
sie funkeln verführerisch gleich Diamanten.

Unverhofft trifft ein Besucher ein.
Ein Vogel lässt sich nieder,
und der Zweig neigt sich, zeigt nach unten.
Bewegung bestimmt nun die Szene.
Beide Tropfen rinnen die Schräge hinab
und treffen sich vereint an einer Knospe.

Zwei Regentropfen sind verschwunden.
Ein grosser Wassertropfen kämpft und verliert.
Fällt zu Boden,
und befeuchtet den Sand gierig Korn für Korn.
So haben die Regentropfen erneut ihre Gestalt verändert
sind in viele kleinste Tropfen zerfallen.

Ein Beobachter erkennt:
Man bedenke seine Schwächen.
Beim Aufstieg, dem Grösserwerden halte Mass,
denn je grösser man wird,
desto höher ist das Risiko zu fallen,
und der Sand unter den Füssen ist kein Freund.

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