Man lebt so vor sich hin

Ich möchte die Lebenszeit des Menschen mit einem Gebirge vergleichen. Sie stellt sich in drei Dimensionen dar. Da ist die Breite des Intellekts, da sind die Längen der Lebensphasen und des Lebens als deren Summe, und da sind Höhen und Tiefen zu durchschreiten.

Gut, sagt man vielleicht. So kann man es auch sehen. Aber was nützt diese Betrachtungsweise? Ich sage: Sie nützt mir. Ich habe gelernt, dass die Ameisen-Perspektive ein falsches, weil unvollständiges Bild vermittelt. Entweder sitze ich im Abgrund, oder ich sitze auf einem Berg und schaue in einen Abgrund. Pessimismus drängt sich buchstäblich auf. Anders, wenn ich die Adler-Perspektive nutze. Ich sehe einen vielfach grösseren Abschnitt meines Lebens mit Höhen und Tiefen distanziert, und ich erkenne: Alle Teile sind miteinander verknüpft, und sie existieren gleichzeitig, also nebeneinander als Pluralität. So war das in der Vergangenheit, so ist es in der Gegenwart, und so wird es in der Zukunft sein. Und vielleicht erkenne ich auch, dass mittel- und langfristig die Tiefen durch die Höhen kompensiert werden. Dazu braucht es nichts weiter als Geduld, und – extrem wichtig – genügend Achtsamkeit für das Erkennen und Verbuchen des Positiven. So kann man optimistisch bleiben.

Nichts am Leben des Menschen ist Selbstverständlichkeit. Niemand hat je dafür ein Drehbuch geschrieben.

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