Leben 24

Ich stelle fest, dass wieder einmal eine Revision fällig ist. Ich muss mich selbst überprüfen, nach Defiziten suchen und nach Möglichkeit korrigieren.

Wie komme ich auf diese Idee? Meine Antwort ist einfach und eindeutig: Durch Zufall. Jedermann hat in einer grösseren Spanne Zeit dunkle und helle Momente. Sie dringen an die Oberfläche, man erkennt sie, und man kann sie nutzen. Und in einem hellen Moment bemerkte ich, wie sehr mich meine selbstgewählte Routine gefangen hält. So drängt sich die Frage auf, ob ich noch Mensch bin, oder fast schon Automat.

Gut. Das ist eine Übertreibung. Aber sie verdeutlicht, dass hier irgendetwas vermisst wird. Routine ist öde. Es muss etwas unternommen werden. Ich denke nach. Hausschlachtung! Ein totes Schwein belebt! Besonders in meiner Küche – sterben für Leben? Das kann nicht ….. ich rufe mich zur Ordnung: “Das Leben ist kein Spass, Alter! Bleib beim Thema!“ Und ich antworte mir: “Wir haben beide recht. Und wir sind mit Ernst bei der Sache!“

Nun, irgendwann wurde mir Klarheit eingeschenkt.  Ich muss kein Schwein töten, um bewusst zu leben. Ich muss einfach so präsent sein, dass ich mich spüre. Also bewusst denken und handeln: „Nicht „Kochen ist Mist!“, sondern „Ich esse gerne viel und gut, aber Kochen will und kann ich nicht!“ Mit diesem billigen Trick komme ich zurück ins Spiel. Und ich kann ihn so lange trainieren, bis er zur Routine geworden ist ….. nein, nicht schon wieder ….. aber ja doch, genau so! Es ist dann nicht mehr Routine der Unbedachtheit, sondern  eine „qualifizierte“ Routine aus dem Bewusstsein meines erlebten Ichs.

Und wenn dabei ein wenig Egozentrik mitschwingt – na und? So bin ich nun mal!