In memoriam: Weiss-Ferdl


Urheber: Willy Pragher Lizenz: CC BY 3.0; Rechteinhaber: Landesarchiv Baden-Würt.
Quelle: Wikimedia Commons

Ferdinand Weisheitinger (1883 bis 1949), genannt der Weiss-Ferdl aus Altötting war ein bayrischer Komiker und Nazi, schlau, durchtrieben und bayerisch-konservativ. Er war eine schillernde Figur seiner Zeit: Geliebt, und zugleich verachtet.

Eine Nazi-Grösse, nämlich der Reichsmarschall Hermann Göring hat es ihm besonders angetan. So trieb er eines Tages 3 Schweine auf die Bühne und stellte sie vor: „Die kleine ist Fräulein Mann, die mittlere ist Frau Mann, und die dicke ist Herr Mann.!“ Göring als Sau zu bezeichnen hat ihm 7 Tage Arrest eingebrockt. Danach trieb er wieder seine 3 Schweine auf die Bühne und erklärte, die kleine sei Fräulein Mann, die mittlere Frau Mann, und wegen der fetten Sau da habe er 8 Tage im Knast sitzen müssen.

So war er, der Weiss-Ferdl. Nazi, aber nicht um jeden Preis.

Über den Schöpfer

Enttäuscht vom Affen, schuf Gott den Menschen.
Danach verzichtete er auf weitere Experimente.
Mark Twain
 
So kann es kommen. Der alte Mann, der über uns
wohnt, hatte sich wohl mit seinen Versuchen
völlig vergaloppiert.
Das Streben nach Perfektion hatte einen
Kulminationspunkt überschritten, und die
Qualität seiner Arbeit verkehrte sich ins Negative.
 
Das Phänomen:
 
Menschen mit schlichtem Gemüt haben
schlichte Probleme, die einfache Lösungen
erfordern. Ihr Leben verläuft eher linear, und
kritische Situationen sind beherrschbar.
 
Je neugieriger ein Mensch ist, je intelligenter
und je kreativer, umso komplexer werden seine
Probleme um die Welt und um sein Leben.
Und um so schneller steigt seine Sensibilität
an bis zum Umkippen und einem Absturz.
 
Genies leben in einem mentalen Chaos.
Übersprungshandlungen signalisieren
einen psychischen Notstand, und sie sind
zugleich unverzichtbar, denn sie bewirken
den Abbau von Druck.
 
Mark Twain hatte Recht.
Gott hat versäumt, die Parameter für ein
gesundes Mittelmaß zu bestimmen,
bevor er mit seinem Schaffen begann.
Ein Fehler mit größtmöglichen Folgen.
Seine, bzw. unsere Welt ist ein
unglaublicher Saustall.
(Dies ist keine Diffamierung des
Hausschweins!)

Was wäre wenn …..

….. wenn der Auserwählte auf Otto von Bismarck getroffen wäre? Bismarck hätte ihm erklärt, einen wirklich grossen Mann erkenne man an 3 Dingen: Gr0ßzügigkeit beim Entwurf, Menschlichkeit bei der Ausführung und Mäßigung beim Erfolg.

Wäre Josef Schmidt, der bekanntlich ein Sohn vom alten Schmidt war, hinzugekommen, so hätte der Auserwählte auch erfahren, dass operative Hektik ein Zeichen von geistiger Windstille ist!

Und Anonymus wäre vielleicht mit dem Fahrrad vorbeigekommen und hätte den dreien zugerufen, dass man auf dem Gipfel nichts zu suchen hat, wenn man kalten Wind nicht aushalten kann. Und er hätte für den Auserwählten hinzugefügt, dass im Schatten eines mächtigen Baums keine saftigen Früchte gedeihen können.

….. tja, wenn Konrad Adenauer aufgetaucht wäre, so hätte er vermutlich in einem Anfall rheinischen Humors beschwichtigend angemerkt: Wir leben zwar alle unter dem selben Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont. Spassiger konnte er nicht.

Aus dem Hintergrund hätte sich Paul-Henri Spaak, ein Europa-Politiker der ersten Stunde gemeldet und eine seiner Weisheiten zitiert: Die Dummheit sei die sonderbarste aller Krankheiten. Der Kranke leide niemals unter Ihr. Aber alle anderen sehr.

So ist das mit schönen Worten. Spötter sagen dazu, die Wahrheit kenne keine schönen Worte, aber schöne Worte seien oft nicht wahr.

Ein Liebesbrief

Im Jahr 1811 schrieb die an
Krebs erkrankte Henriette Vogel
an ihren Freund Heinrich von Kleist,
( Dramatiker und Lyriker )
einen Liebesbrief, bevor beide
am Kleinen Wannsee in Berlin
Selbstmord begingen:
 
„Mein Hyazinthenbeet,
 mein armer, kranker Heinrich,
mein zartes, weißes Lämmchen,
meine Himmelspforte.
Meine Dornenkrone,
meine tausend Wunderwerke,
mein Lehrer und mein Schüler,
wie über alles Gedachte
und zu Erdenkende
lieb ich dich.
Meine Seele sollst du haben.“

Epitaph:
 
„Er suchte, sang und litt
in trüber, schwerer Zeit.
Er suchte hier den Tod
und fand Unsterblichkeit.“

Wetter und Religion

Natürlich sind wir Nordlichter für Schlechtwetter gerüstet. Gummistiefel, Friesennerze, Regenschirme, die man quadratmeterweise kauft, überall Schafe für die warmen Pullover, Wathosen bis unter die Achseln, das alles ist Standard im nordischen Haushalt. Wir sind mit dem Blanken Hans vertraut, mit den Orkanen auf Du und Du, und fällt mir eine Frankfurter Pfanne auf den Kopf, dann bringt man mich gewiss nicht ins Krankenhaus, sondern geht zum Dachdecker, damit der nachsschaut, ob man mit der Dachpfanne noch etwas Vernünftiges anfangen kann. Und die Älpler: Lederhose, Loden-Janker, Seppelhut mit Gamsbart – das würde hier nicht lange standhalten. Sie sind im Schutze der Alpen besser aufgehoben.
 
Dennoch bleibt die Frage: Ist gutes Wetter katholisches Wetter? Hat der Vatikan seine Finger wieder einmal  im Spiel? Und welche Rolle spielt Kardinal R. ? Hat die Nordelbische Kirche versagt? Und, Ihr Polytheisten, welcher Eurer Götter ist für das Wetter zuständig? Jupiter Dolichenus?

Der schon wieder ….. so wird das nix.

Feine Jungs

Es fällt mir unerwartet schwer, zum Thema Ku-Klux-Klan (kurz KKK genannt) niederzuschreiben, was mich bewegt. Ich weiss nicht, warum das so ist. Aber wie immer in solchen Fällen gilt es, einfach damit zu beginnen in der Hoffnung, dass es sich zurecht läuft und mit Glück gar in Kurzfassung beschreiben lässt. Bla, bla, bla.

Ok. Was ist der KKK? Er ist eine radikal-christliche Organisation und ein Treppenwitz. Diese Terroristen kämpfen für ein sauberes, weisses und protestantisches Amerika. Sie werfen mit Dreck, auf dass alles schön sauber wird.

Ja, es gibt den KKK auch in Deutschland. Er wohnt in Schwäbisch Hall.

Der KKK ist gewalttätig gegenüber Teilen der Gesellschaft, die nicht mit ihren Idealen übereinstimmen. Mord geht ihnen so locker von der Hand wie dem Mafioso mit der Lupa.

Trump nennt die Männer vom KKK seine „feinen Jungs“. Diese widerlichen Südstaatler fühlen sich nahezu legitimiert.

Trumps Sympathiebekundung zeigt, wie gefährlich dieser Irre ist. Die deutsche Geschichte beweist es.

Die Schlägertrupps der NSDAP, Ordnungsdienste genannt, waren die Keimzellen für die Sturmabteilung der Nazis, kurz SA genannt.

Du glaubst das nicht? Dann schaue doch z. B. mal kurz nach Brasilien! Dort morden Todesschwadronen der Polizei ungeniert und gewissenlos alles, was ihnen aus irgendeinem Grund im Wege steht.

Wie bitte? Wir Deutschen des 21. Jahrhunderts seien kaum fähig zu derartigen Sauereien? Pardon, ich kann nichts dafür, dass unter unseren Göttern ein homerisches Gelächter ausgebrochen ist!

Ich bin mit mir selbst nicht im Reinen. Fühle mich stets als Pazifistenschwein, vermute jedoch in mir auch eine sogenannte Drecksau, und ich weiss nicht, wo dieses Scheißviech sich versteckt. Das ist einfach nicht gut. Eher ungesund.

Gebet für unsere Erde

Aus: Papst Franziskus: „Enzyklika Laudato si‘
– Über die Sorge für das gemeinsame Haus“

(Rom, 24. Mai 2015) – veröffentlicht am 18. Juni 2015.
 
Allmächtiger Gott, der du in der Weite des Alls
gegenwärtig  bist und im kleinsten
deiner Geschöpfe, der du alles, was existiert,
mit deiner Zärtlichkeit umschließt, gieße uns die Kraft
deiner Liebe ein, damit wir das Leben
und die Schönheit hüten.
 Überflute uns mit Frieden, damit wir als Brüder und
Schwestern leben und niemandem schaden.
Gott der Armen, hilf uns, die Verlassenen
und Vergessenen dieser Erde, die so wertvoll sind
in deinen Augen, zu retten. Heile unser Leben,
damit wir Beschützer der Welt sind und nicht Räuber,
damit wir Schönheit säen und nicht Verseuchung
und Zerstörung. Rühre die Herzen derer an,
die nur Gewinn suchen auf Kosten der Armen
und der Erde. Lehre uns, den Wert von allen
Dingen zu entdecken und voll Bewunderung
zu betrachten; zu erkennen, dass wir zutiefst
verbunden sind mit allen Geschöpfen auf
unserem Weg zu deinem unendlichen Licht.
Danke, dass du alle Tage bei uns bist.
Ermutige uns bitte in unserem Kampf
für Gerechtigkeit, Liebe und Frieden.
 

Babylonisches Hospital

Zu allen Zeiten, und heute mehr denn je haben sich neue Sprachwelten gebildet, oder bestehende haben sich weiterentwickelt. Man denke dabei nur an die berühmte „Weisse Wolke“, die täglich durch Kliniken schwebt. Ich meine die Arztvisiten, nicht wahr? Diese sechs bis vierzehn Weisskittel-Versorgte, die ihre Stethoskope tragen, wie normale Menschen ihr 475-Gramm- Goldkettchen, verständigen sich nahezu ausschliesslich in einer Fremdsprache.  Der Patient hat anwesend zu sein, auch wenn er nicht weiss, warum. Liegt somit in, oder auf seiner High tech-Schlafmulde (durchgelegen sind die Betten immer!) und hört  diesen Leuten angespannt zu, begierig darauf, einen kompletten Satz mitzukriegen – und seinen Sinn zu verstehen. Wie kann man sich doch freuen, wenn man einen ganzen Halbsatz verstanden hat, etwa in der Art: „ ….. also ich weiss auch nicht so genau, warum er ständig von Flatulenzen geplagt wird ….“, weil man endlich weiss, dass die Weissen auch nicht allwissend sind, nicht mal etwas gegen Blähungen zu unternehmen vermögen, ausser Kümmelsud und Baldriantropfen zu verabreichen, worauf schon meine Grossmutter meinen Grossvater verwiesen hat, wenn der beim Absondern eindeutiger Geräusche auf den Verschleiss seiner Kniegelenke hindeutete.
 
Hat man während einer Chefarzt-Visite irgendetwas kapiert, so wechselt man umgehend aus dem Lager des Patientenmaterials in das Dasein eines Menschen über, für Minuten zumindest. Unbewusst begreift man, dass diese Augenblicke für den Genesungsprozess so wichtig sind wie die tägliche Ladung Medikamente.
Und schliesslich offenbart sich just in dieser Einsicht der Sinn der Arztvisite: Begriffe  wie Bronchialkarzinom, Morbus Crohn und Spinalstenose waren nicht zu vernehmen, und es bleibt somit bei der Erstdiagnose: Offener Splitterbruch des Wadenbeins links.
 
Wenn sich die weisse Wolke endlich verzogen hat, fragt man sich, wie zum Teufel die es schaffen, sich in der Kantine eine Mahlzeit zu bestellen; haben die Leute an der Essensausgabe alle das grosse Latinum, oder was? Und wie verdammt noch mal heisst eigentlich Erbsensuppe auf klinisch?
 

Auf Reisen

Ja. So ist es. Ich sitze hier und starre wie so oft auf diese schwarze Tastatur, die ich in der Öffentlichkeit „Keyboard“ nenne, um mich in jenem Kreis zu halten, der die IT zur Religion erhoben hat  und mit Klauen und Zähnen gegen Versuche der Simplizifierung verteidigt.

Bei diesem absurden Verhalten habe ich natürlich anderes im Sinn. Für verbalen Unfug habe ich keine Zeit, denn ich bin auf Reisen – virtuell, mental. Das Ziel meiner Reisen ist das Leben, vielleicht mein Leben, möglicherweise mein eigenes Inneres.

Ich weiss, wie ich heisse und wo ich bin. Aber man frage mich nicht, was ich bin, oder wie, oder wohin eine unbekannte Kraft mich bewegen wird. Ich weiss es nicht. Ich bin auf Reisen. Ich bin ein Bruder im Geiste des Angelus Silesius, der bereits im 17. Jahrhundert in seinem Cherubinischen Wandersmann dazu trefflich formulierte:

Ich bin, ich weiss nicht wer. Ich komme, ich weiss nicht woher. Ich gehe, ich weiss nicht wohin. Mich wundert, dass ich so fröhlich bin!“

Auf Abenteuer-Reise

Wäre ich ein Android, also ein menschenähnlicher Roboter, und mit einem gewaltigen Paket künstlicher Intelligenz ausgestattet, so würde ich mich vielleicht mit dem Wesen des Menschen auseinandersetzen wollen, so, wie Haustiere das tun, auf einem sehr niedrigen Niveau.

Vielleicht würde ich, Hard- und Software pur und nahezu fehlerfrei gebaut, den Menschen als ein Wunder begreifen, als ein Wesen, das so komplex beschaffen ist, dass fehlerfreies Funktionieren ausgeschlossen sein muss. Und gewiss würde ich das Leben des Menschen als Abenteuer verstehen müssen, denn:

Eben geboren ist er zwar perfekt, da mit nichts weiter als animalischen Bedürfnissen und Fähigkeiten ausgestattet, aber auch mit der Eigenart, sich permanent zu verändern. Er folgt den Gesetzen seiner Gene, verarbeitet seine Erfahrungen, entwickelt sich auf diese Weise ständig weiter und verbraucht seine Ressourcen so konsequent, dass er irgendwann stirbt. Und das Verwunderliche an seiner Existenz ist, dass er selbst nicht weiss, auf welchem Weg er wohin gehen soll. Damit wird menschliches Leben zum Abenteuer, zu einer besonderen Herausforderung.

„Ich bleibe lieber, was ich bin, und ich weiss, was ich kann!“ würde der Android sagen. Und der Mensch? „Geben Sie mir bitte 500 g Gehacktes – Moment – nein ich nehme vielleicht doch lieber einen Ring Fleischwurst? Haben Sie auch Krakauer? Und wie ist denn heute der Bierschinken?“