Ich, Rache-Opfer

Hier haben wir die geräucherte Variante.

Mein Beitrag „Surreal“ sollte natürlich
interpretiert werden. Ich denke, das ist
auch geschehen. Dabei war die Lesart
„Trash“ durchaus zu erwarten, da auch
sie richtig ist.
Nun hat sich eine Bloggerin darin
gefallen, auf pfiffige Weise für
angelieferten Unfug Rache nehmen zu
müssen. Sie hat mich öffentlich dazu
aufgefordert, über „Leberwurst“ zu
schreiben. Über Leberwurst!
Die Message lautet:
Wenn Du schon komisch sein willst,
dann beweise das erst mal!
Scheisse, denke ich.
Und dann dämmert es mir: Ich habe längst
damit angefangen, über Leberwurst
zu schreiben.
 
Nun müsste aber Butter bei die Fische
gegeben werden.
Ich könnte damit beginnen, den Begriff
zu definieren, schliesslich über Rezepturen
die Herstellung in der Industrie und
bei Hausschlachtung zu beschreiben,
die kulturelle Bedeutung der Leberwurst
hoch zu loben und ihre volkswirtschaftliche
Bedeutung insbesondere für die
Inuit-Völker zu analysieren –
lieber nicht.
 
Leberwurst aus Wurstleber.
Streichfähig wegen Fettleber.
Majoran-geschwängerte Mumpe
lässt sich mit jedem Gürkchen ein,
das angesäuert daher kommt.
Gebettet auf Roggenbrot, und eng
verbunden mit einer Figur namens
Müller-Thurgau, getreu der Wappenspruch
der Pfalz:
Weck, Worscht un Woi!
Präsentiert sich mit Vorliebe in transparentem
Kunstdarm, wo sie ihre typische Farbe zur
Schau trägt, das schmierige Grau
totgekochten Lebergewebes, grau wie
das Gesicht der Metzgergattin, die dazu
verdammt ist, ihr Leben hinter einem
Wurstkessel zu verbringen.
Leberwurst, eingebunden in die
Gemeinschaft der Schlachtplatten, in
engem Kontakt mit ihrer Schwester,
der Blutwurst, und mit engen Verwandten
wie Leberknödel und Wellfleisch,
umschmeichelt von Weinsauerkraut treibt
sie auch den gestandenen Gourmand an
den Rand der Verzweiflung.
Und das Beste  an dieser Wurst ist,
dass selbst die hellwachen Chinesen
unsere Leberwurst noch nicht entdeckt
haben.
 
Ich sollte nun den Fluss meiner
Rede anhalten.
Allzuviel davon macht Sodbrennen, oder, wenn
Du willst, auch einen Reflux.

  1. 😀 Ja, über die Leberwurst lässt sich trefflich philosophieren….Hast du schon einmal vom sog Leberwurstbaum „Kigelia africana“ gehört?
    Ja, den gibt es tatsächlich!
    In tropischen Ländern wie z.B. Mozambik.
    Seine Leberwurst-förmigen Früchte sind nur für Elephanten & Affen geniessbar.
    Der Homo sapiens kann jedoch Bier aus ihnen brauen…und in Hungerzeiten notfalls die getrockneten Samen verzehren.

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