In memoriam: Weiss-Ferdl


Urheber: Willy Pragher Lizenz: CC BY 3.0; Rechteinhaber: Landesarchiv Baden-Würt.
Quelle: Wikimedia Commons

Ferdinand Weisheitinger (1883 bis 1949), genannt der Weiss-Ferdl aus Altötting war ein bayrischer Komiker und Nazi, schlau, durchtrieben und bayerisch-konservativ. Er war eine schillernde Figur seiner Zeit: Geliebt, und zugleich verachtet.

Eine Nazi-Grösse, nämlich der Reichsmarschall Hermann Göring hat es ihm besonders angetan. So trieb er eines Tages 3 Schweine auf die Bühne und stellte sie vor: „Die kleine ist Fräulein Mann, die mittlere ist Frau Mann, und die dicke ist Herr Mann.!“ Göring als Sau zu bezeichnen hat ihm 7 Tage Arrest eingebrockt. Danach trieb er wieder seine 3 Schweine auf die Bühne und erklärte, die kleine sei Fräulein Mann, die mittlere Frau Mann, und wegen der fetten Sau da habe er 8 Tage im Knast sitzen müssen.

So war er, der Weiss-Ferdl. Nazi, aber nicht um jeden Preis.

2 Antworten auf “In memoriam: Weiss-Ferdl”

  1. Zu den Nationalsozialisten und anderen Totalitären, Diktatoren, Despoten, Tyrannen und deren Sympathisanten nur ein Zitat:

    «Jede Katastrophe der Entmenschlichung in der Geschichte beginnt mit der Entmenschlichung der Sprache.»

    (Amos Oz im NZZ-Interview am 18.3.2015)

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    1. Ich stimme zu. Aber man sollte nicht mit Kanonen auf Spatzen schiessen. Amos Oz hatte jene im Sinn, die z. B. von Menschenmaterial reden, statt wie früher von „unseren Mitarbeitern“. Und die Texte von Kabarettisten sind rhetorisch kunstvoll und dem Menschen auf der Bühne angepasst gestaltet, also von besonderen Drall. Nein, Herr Oz hattte seinen Kriegsschauplatz im Nahen Osten, auch in Israel. Er war wohl zutiefst enttäuscht von dem, was die Regierenden „Politik“ nennen.

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