Auf Reisen

Ja. So ist es. Ich sitze hier und starre wie so oft auf diese schwarze Tastatur, die ich in der Öffentlichkeit „Keyboard“ nenne, um mich in jenem Kreis zu halten, der die IT zur Religion erhoben hat  und mit Klauen und Zähnen gegen Versuche der Simplizifierung verteidigt.

Bei diesem absurden Verhalten habe ich natürlich anderes im Sinn. Für verbalen Unfug habe ich keine Zeit, denn ich bin auf Reisen – virtuell, mental. Das Ziel meiner Reisen ist das Leben, vielleicht mein Leben, möglicherweise mein eigenes Inneres.

Ich weiss, wie ich heisse und wo ich bin. Aber man frage mich nicht, was ich bin, oder wie, oder wohin eine unbekannte Kraft mich bewegen wird. Ich weiss es nicht. Ich bin auf Reisen. Ich bin ein Bruder im Geiste des Angelus Silesius, der bereits im 17. Jahrhundert in seinem Cherubinischen Wandersmann dazu trefflich formulierte:

Ich bin, ich weiss nicht wer. Ich komme, ich weiss nicht woher. Ich gehe, ich weiss nicht wohin. Mich wundert, dass ich so fröhlich bin!“