Weisheit?

Dieser Spruch aus dem Zen-Buddhismus liest sich flott, und er hört sich gut an. Und er mag sogar ein guter Rat sein an alle, die als Mönch in einem buddhistischen Kloster leben.

Menschen, deren Körper ruiniert ist, die im Rollstuhl leben müssen oder andere Handycaps zu ertragen haben, sollten ebenfalls über diese Weisheit nachdenken.

Für die Menschen, die in modernen Industriegesellschaften oder in Notstandsgebieten leben müssen, die Kriegen ausgesetzt sind, die mit Existenzangst und Leistungsdruck gepeinigt werden, ist der Spruch nur noch zynisch. Er sagt ihnen, sie sollen sich der Wirklichkeit anpassen, also kapitulieren. Das erzähle mal einer Mutter in Eritrea, deren Kind gerade verhungert.

Was lerne ich aus diesem „Fall“? Ich lerne, dass Abkupfern ohne nachzudenken ganz schlecht ist.

8 Antworten auf “Weisheit?”

      1. Gewiss! Man hat ihr eine Rolle zugedacht – manchmal gar die Hauptrolle. Auf diese Weise kann man eine Sache korrekt verwenden oder missbrauchen. Die Sache selbst kann unverändert in eine Szene einfliessen, oder gar – das ist dann übel – tendenziell modifiziert.´also auf den Zweck ausgerichtet zurecht gedengelt.

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      2. Und damit wird die Sache zur Szene?

        Würde ich so nicht unterschreiben.

        In der öffentlichen Meinungen mögen Überschneidungen entstehen, vereinzelt mögen ‚Szene‘ und ‚Sache‘ sogar identisch erscheinen.
        Gleichwohl wird die Sache – hier also Zen – unverändert fortbestehen demgegenüber die Szene eine vergängliche Erscheinung bleibt.

        Oder verstehen wir uns hier falsch?

        Beste Grüße!

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      3. Völlig richtig. Die Sache kann unveränderlich fortbestehen, gleichzeitig in einer Szene verarbeitet sein und mit der Szene untergehen. Den Wertbestand einer Sache kann man nicht ernsthaft bezweifeln. Wohl aber die menschengemachte Kopie, die dem Zeitgeist geopfert wurde.
        Herzliche Grüße!

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      4. Soweit so gut. Das dürfte gleichwohl bestätigen, dass Szene und Sache voneinander unabhängig bestehen, die Sache also gerade nicht zur Szene wird:
        Geht eine Szene unter, so geht mit ihr nur ihre Interpretation der Sache, nicht jedoch die Sache selbst.

        Um aber nochmal zum Ausgangspunkt zurück zu kommen: Wäre es denn nicht eine Frage der Fairness gegenüber ‚Zen‘, das Ideengut einer sich darum gebildeten Szene bei dieser Szene zu belassen anstatt es dem Zen anzudichten bzw. deutlich zu machen, dass es reichlich Raum für Missinterpretationen gibt?

        Mir ist indes aufgefallen, dass der Text offenbar abgeändert wurde. Wird wohl verwirrend für künftige Leser, unseren kleinen Diskurs nachzulesen.

        Jedenfalls eine wirklich erquickliche Diskussion, herzlichen Dank dafür!

        Lieber Gruß

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      5. Ursprünglich habe ich nur eine Zen-Weisheit
        kommentiert, nicht den Zen-Buddhismus. Wenn ich letzteres wollte, so würde ich gleich 3 Betrachtungen anstellen müssen, nämlich über Buddhismus, über Zen und über beides in ihren kulturell beeinflussten Praxis-Varianten, und das Ganze topdown entwickeln. Aber erstens wäre dieses Projekt in der Wissenschaft zu Hause, und zweitens bin ich mit diesem Themenkreis inkompatibel, da inkompetent.
        Grüße!

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