Leben 10

Melancholie

In Stein erstarrte Traurigkeit umgibt mich.
Ich gehe über leere Strassen durch Häuserschluchten,
Regen und Wind sind meine Begleiter.
Diese Nacht lenkt meine Schritte hin zum Ufer.

Mein Freund, der Fluss scheint unbeirrt.
Nur die Schwärze seines Wassers
will mich zu mahnen:
Sei bedacht, mein Freund! Leben ist kostbar!

Ich schaue zurück in die Strassen.
Laternen senden Licht ins Nichts.
Die Stadt wird nicht hell,
und auch nicht mein Gemüt.

Doch unversehens wischt Dämmerung
das Dunkel vom Tisch der Zeit,
und ein Vogel ruft nach der Sonne.
Sie wird auch mir mit Zuversicht begegnen.

Hoffnung bestimmt die nächsten Stunden.
Die Stadt erwacht, und Graues wird bunt.
Die Finsternis der Nacht weicht der Hoffnung.
Doch bleibt ein Zweifel, denn neue Nächte folgen.