Torte richtig lesen

Die Arbeiterklasse hat nicht genügend Arbeit.

Die Mittelschicht hat nicht genug Mittel.

Und die herrschende Klasse hat keine Klasse.

( Gonzalo Ernesto Caceres, Santiago de Chile)

Deshalb wird der Kuchen erst ruiniert, dann von der Globalisierung aufgefressen. Die goldenen Schleifchen sind – wie man weiss – ungeniessbar. Deko für Dumme. Und die weissen Lilien sind der Grabschmuck für die Opfer.

Attacke auf mein Spiegelbild

Wenn Dir Dein Computer verreckt, und Du hast einen format c: hinter, und einen kompletten Neuaufbau vor Dir, und zudem einen Topf feurige Bohnensuppe auf dem Herd in der Küche – ja dann wird´s lustig. Du rennst nur noch hin und her, hier clicken, dort umrühren, hier einem Idioten von Programmierer auf blöde Fragen antworten, dort die Hitze runterregeln, zu spät, wie es sich gleich zeigen wird, und wieder  zurück, um ein Download zu checken und eine Setup.exe zu suchen, zurück in die Küche, weil’s stinkt – natürlich sind die Bohnen nun angekokelt, das machst Du noch zweimal, dann hast Du am PC den Faden verloren und in der Küche Dein Mittagessen – und im Kühlschrank stinkt der Tilsiter wie ein Güllewagen im Hochsommer, während das Brot im Schrank damit begonnen hat, seine Form von straight on nach curled zu ändern und dabei die Hälfte an Gewicht zu verlieren. Endlich bemerkst Du, dass Du etwas falsch gemacht hast. Aber es keiner da, der Dir sagen würde, was es war.

Ich bin dumm wie Bohnenstroh
So sah man mich schon immer.
Und dennoch gut gelaunt und froh –
Wieso? Hab keinen Schimmer!
 
Mal tu ich dies, mal tu ich das!
Ganz wie der Zufall will.
Ich rede ohne Unterlass,
doch mein Verstand steht still.
 
Nur ab und an geht es mir schlecht,
Ich kenne mich dann nicht.
Ich sage etwas,  hab auch recht,
doch mein Verstand erbricht.
 
 
( Ich bin so dumm wie Bohnenstroh – das hat irgendwie Rhythmus, nicht wahr? Man muss es einfach verarbeiten! )

Wem Bohnenstroh nicht so liegt
und „dumm wie 100 m Landstrasse“ vorzieht:

Umrechnung mit
1 Bohnenstroh = 5,3333 Zoll Landstrasse.

Ein Appetithäppchen …..

aus dem unerschöpflichen Vorrat unserer Sprache:

Jemand beschrieb eine Reihe Weidenbäume, die in gewissen Distanzen gepflanzt waren, so: erst stund ein Baum, alsdann keiner, dann wieder einer und dann wieder keiner.

Georg Christoph Lichtenberg (1742 – 1799), deutscher Physiker und Meister des Aphorismus, Quelle: Lichtenberg, Sudelbuch J, 1789-1794. [J 1007]

Lies  nochmal – und geniesse!

Wie gesagt – ein Häppchen. Ein Appetizer. Könnte das Verlangen nach Mehr wecken.

Dann wäre da noch die Musik …..

Diese Koreaner! Blasen einen Hamburger Shanty seelenvoll auf einer Mundharmonika, und senden ihn als new age music – das hat doch was!
 
Ich denke, dass man sich für Musik einen eigenen Masstab suchen sollte – sofern man damit etwas am Hut hat.
 
Die Musik ist eine Klangwelt besonderer Art. In ihr sind gewaltige Bögen gespannt, von den Gregorianischen Gesängen bis zum Tekkno, vom Didgeridoo bis zum elektronischen Keyboard, von Hamburg bis Hawaii.
 
Wir sind mittlerweile daran gewähnt, Musik als Hintergrundgeräusch zu konsumieren. Gut, dagegen gibt es nichts einzuwenden. Nur: Es ist eben nicht Musikhören im eigentlichen Sinne.
 
Musik verdient Aufmerksamkeit. Ich glaube, dass man erst bei ungeteilter Aufmerksamkeit entscheiden kann, ob man eine Komposition mag, oder nicht.
 
Möglich, man entdeckt Schönheit, wo man sie nie vermutet hätte. Ich hatte an anderer Stelle schon auf dieses „Phänomen“ hingewiesen, mit einem Sechszeiler von Marie von Ebner-Eschenbach. Er ist es wert, wiederholt, ja sogar auswendig gelernt zu werden:
 
Ein kleines Lied, wie gehts nur an,
dass man so lieb es haben kann?
Was hat es nur? Erzähle.
 
Es liegt darin ein wenig Klang,
ein wenig Wohllaut und Gesang,
und eine ganze Seele.
 
Diese Sprache ist von schlichter Schönheit –  es ist gesprochene Musik.
Öffne Dein Herz, und höre zu. Sie hat ohne Pathos, in klarer Sprache ausgedrückt, wofür mir die Worte fehlen.
 
Vielleicht gehts so: Wir können aus Musik nur heraushören, was hineingeschrieben wurde. Legt der Autor Seele in sein Werk, dann können wir sie vielleicht wahrnehmen. Vielleicht meint, dass auch unsere Seele auf Empfang geschaltet sein muss.
 
Musikgenuss ist ein Brückenschlag der Seelen – vom Komponisten zum Interpreten zum Hörer.
 
Ich habe irgendwo gelesen, Gemeinschaft sei eine Sache der Seele. Im Zustand der Harmonie einer Gemeinschaft kannst Du glückliche Momente erleben.
 
Teufel noch eins. Mag sein,  ich bin hier sentimental geworden.  Na und? Man muss doch mal darüber nachdenken dürfen, warum die Musik in der Psychotherapie eine so grosse Rolle spielt, und warum Musik zu Tränen rühren kann, oder? Was liegt darin? Erzähle!
 
Kann es sein, dass Du mich immer noch nicht verstehst? Dann höre wieder mal bei QUEEN und Freddy Mercury rein …..
 
One man, one goal, one mission,
one heart, one soul, just one solution,
one flash of light – yeah one god, one vision!

Blick in die Zukunft

Der Daten-Transfer wird zunehmend interessanter. Man stelle sich vor, es gelänge der Transport von Materie, einem Kaffeebecher vielleicht, über solche Einrichtungen. Man würde einem Kumpel eine Mail schreiben wie:

“ Ich habe gerade frischen Kaffee für uns gekocht. Schicke bitte den Becher zusammen mit den fünf anderen zurück, ich will nicht dauernd Kaffeebecher nachkaufen!“
 
Oder man würde einen Freund in Australien besuchen, indem man 3-D-gepixelt, also in Würfelchen zerlegt, dorthin reist. Korrekt, Reisewege wären  Erdkabel und Richtfunk, Satellitenverbindungen, Kommunikationseinrichtungen der Telekom Nigeria, nur mal als Beispiel. Endlich hast Du ein  4-adriges Installationskabel im Haus des Freundes erreicht, bist dort als Datei angelandet. mailto:Charles@sidney.aus
You have a new mail!
 
Jedes Materie-Würfelchen könnte für den Transportweg in Trägerbytes verpackt sein, das Verfahren heisst PAEM (pixelized and embedded matter), und jedes Trägerbyte trüge die Ursprungsadresse des Pixels mit sich (731 first 987 second 1748 third dimension), damit nach der Ankunft jedes Pixel wieder seinen angestammten Platz findet.
 
Der Reisende käme nicht auf dem Flughafen, sondern auf einer Festplatte an, und wartete dort auf den Start eines Programms, das ihn  wieder zusammenbaut. Ausführen: c:\paem\setup.exe.
 
Dein Aussie-Kumpel setzt sich also an seinen PC  und startet den Vorgang, und wenn er zuviel Bier genossen hat, drückt er nicht auf ENTER, sondern auf DELETE – die Folge ist dann ein sauberer Tod, und ein preiswerter dazu, weil’s den Sarg und die Begräbnisstätte erspart. Es bliebe lediglich nur ein zarter Geruch aus Ozon und Schweissfuss zurück, der sich bei rascher Lüftung im Outback verflüchtigt. Download failed.


Denkste. Auf Deinem PC liegst Du als Kopie im Ordner Gesendet.
 
Hat der Aussie aber die richtige Taste gedrückt, so wirst Du per SETUP zusammengebaut (17 Minuten für 90 kg Lebendgewicht bei einer 1800-Mhz-Taktung des Rechners).  Angekommen,   machst Du einen kurzen Funktions-Check – liegen die Füsse noch auf der Festplatte, oder sind sie dran – und schaust, ob auch Deine Hose mitgekommen ist, und dann sagst Du erst mal Guten Morgen, Charles! Hast Du den Chianti gesehen, den ich mitbringen wollte, oder hat sich irgendein Webmaster die Buddel wieder mal abgezweigt?

Ich, Rache-Opfer

Hier haben wir die geräucherte Variante.

Mein Beitrag „Surreal“ sollte natürlich
interpretiert werden. Ich denke, das ist
auch geschehen. Dabei war die Lesart
„Trash“ durchaus zu erwarten, da auch
sie richtig ist.
Nun hat sich eine Bloggerin darin
gefallen, auf pfiffige Weise für
angelieferten Unfug Rache nehmen zu
müssen. Sie hat mich öffentlich dazu
aufgefordert, über „Leberwurst“ zu
schreiben. Über Leberwurst!
Die Message lautet:
Wenn Du schon komisch sein willst,
dann beweise das erst mal!
Scheisse, denke ich.
Und dann dämmert es mir: Ich habe längst
damit angefangen, über Leberwurst
zu schreiben.
 
Nun müsste aber Butter bei die Fische
gegeben werden.
Ich könnte damit beginnen, den Begriff
zu definieren, schliesslich über Rezepturen
die Herstellung in der Industrie und
bei Hausschlachtung zu beschreiben,
die kulturelle Bedeutung der Leberwurst
hoch zu loben und ihre volkswirtschaftliche
Bedeutung insbesondere für die
Inuit-Völker zu analysieren –
lieber nicht.
 
Leberwurst aus Wurstleber.
Streichfähig wegen Fettleber.
Majoran-geschwängerte Mumpe
lässt sich mit jedem Gürkchen ein,
das angesäuert daher kommt.
Gebettet auf Roggenbrot, und eng
verbunden mit einer Figur namens
Müller-Thurgau, getreu der Wappenspruch
der Pfalz:
Weck, Worscht un Woi!
Präsentiert sich mit Vorliebe in transparentem
Kunstdarm, wo sie ihre typische Farbe zur
Schau trägt, das schmierige Grau
totgekochten Lebergewebes, grau wie
das Gesicht der Metzgergattin, die dazu
verdammt ist, ihr Leben hinter einem
Wurstkessel zu verbringen.
Leberwurst, eingebunden in die
Gemeinschaft der Schlachtplatten, in
engem Kontakt mit ihrer Schwester,
der Blutwurst, und mit engen Verwandten
wie Leberknödel und Wellfleisch,
umschmeichelt von Weinsauerkraut treibt
sie auch den gestandenen Gourmand an
den Rand der Verzweiflung.
Und das Beste  an dieser Wurst ist,
dass selbst die hellwachen Chinesen
unsere Leberwurst noch nicht entdeckt
haben.
 
Ich sollte nun den Fluss meiner
Rede anhalten.
Allzuviel davon macht Sodbrennen, oder, wenn
Du willst, auch einen Reflux.

The British

Ich habe aus Spass einige Puzzle-Teile zusammengetragen. Ausgebreitet vermitteln sie ein nahezu plastisches Bild der Absurdität, die sich das offizielle Grossbritannien (GB) im Brexit-Verfahren leistet. Aufgemerkt!

GB empfindet sich als die Mutter der modernen Demokratie. Aber die Show im Unterhaus beweist, dass man nicht weiss, was Demokratie ist. Eine Koalition kann nur funktionieren, wenn man Kompromisse akzeptiert, um zu Entscheidungen zu kommen. Erlebt haben wir dreimaliges Verweigern eines Kompromisses ohne konstruktive Diskussion. Man kaschiert die Fehlleistungen der Politiker mit Propaganda.

Sehr beliebt: Die Deutschen sind schuld! Im Hintergrund schwelt Sozialneid. „Wir haben den Krieg gewonnen, und die Deutschen profitieren!“ So die Journaille in GB vor Jahren. Heute wird behauptet, die Merkel würde die EU dominieren und den Briten Schwierigkeiten machen.

GB hat den Krieg nicht gewonnen. Hitler wäre in London einmarschiert, wären nicht die Amerikaner zu Hilfe gekommen.Die Selbstüberschätzung in GB ist nahezu zur Religion mutiert.

Natürlich möchte man wieder als Empire wahrgenommen werden. Aber was bitte war das Empire in seiner Blütezeit?

Es waren GB, seine schrullige Tradition inklusive Monarchen, und Kolonien, also fremde Länder, die man okkupierte und zum eigenen Wohle wie eine Weihnachtsgans ausgenommen hat.

Die Mitgliedschaft in der EU war erkauft. Die Briten verlangten eine Menge Sonderregelungen. Die EU hat schwächlich reagiert und Geschenke über den Kanal geschickt. Beispiel: 110 km Strasse auf Long Island/Bahamas hat die EU bezahlt, und ein britischer Minister hat sich feiern lassen. Das Schnorrertum ist anscheinend ein charakteristisches Merkmal der Upper class.

Die Queen ist Königin auch der Bahamas. Dieser Inselstaat ist ansonsten souverän.

Boris Johnson propagiert den no-deal-Brexit zum 31.10. In Wahrheit spekuliert er auf eine weitere Verlängerung. Man redet von Zeiträumen zwischen 3 und 10 Jahren. GB’s Schulden bei der EU werden von 39 Milliarden  Oiros auf ein Mehrfaches anwachsen, er wird nicht zahlen, und GB wird die Vorteile an der Teilhabe kassieren. Die Gefahr ist gross, dass die EU sich auf diese Variante einlässt, denn sie ist jeden Cent wert, den man für einen Exit ausgibt.

Wenn Johnson dieser Coup gelingt, so wird das seine erste Grosstat sein, und seine letzte. Man sagt ihm nach, er sei stinkfaul. BILD wird titulieren; „Ein einzelner bauernschlauer Brite führt den milliardenschweren Brüsseler Apparat am Nasenring vor!“ Terrific, isn’t it?

Erste Schäden sind bereits eingetreten. Unternehmen brauchen Planungssicherheit. GB ist unsicher geworden. Man verlässt die Insel. Das Geld, ein scheues Reh, flüchtet bevorzugt nach Frankfurt am Main. Werden die Umzugspläne Wirklichkeit, so muss sich der Finanzplatz London mit der Geldwäsche für Grosskriminelle begnügen.

Dem Himmel sei Dank!

Die Welt darf hoffen! Wie der Tagesspiegel berichtet, ist es Forschern in Kalifornien gelungen, aus Stammzellen Mini-Hirne zu züchten, Diese haben etwa die Leistungsfähigkeit der Hirne von Embryos, zeigen aber bereits in diesem Stadium messbare Aktivität. So wird es künftig möglich sein, hirnlose Figuren der Weltpolitik so weit aufzurüsten, dass sie dem Globus und seinen Bewohnern nicht weitere Schäden zufügen werden. (Hirnlose Polemik!)

SNAFU (2)

Ich kann es mir nicht verkneifen:
 
Wesentliche Teile des politischen und
wirtschaftlichen Handelns sind amoralisch
bis kriminell.
Dort arbeitet man in Netzen.
Beispiel:
Die Verbindung zwischen Politik und
Wirtschaft durch den Lobbyismus.
 
Die Vernetzung ist nicht homogen.
Ein Netz arbeitet mit einem oder gegen
ein anderes Netz.
Dabei gewinnt man heute, und man verliert morgen.
Man arbeitet – Gottlob – suboptimal.
 
Radikale Superreiche arbeiten daran, ein
System zu bauen, das – in ihrem Sinne,
d. h. zu ihrem Nutzen – optimal funktioniert.
 
Lies nach, z. B. über die Bilderberger.
Hier  gilt die Denkweise: „L’etat c’est moi!“

SNAFU (1)

wiki

SNAFU: Akronym für „Situation normal, all fucked up“ – ….. alles im Arsch. (US-Army)

Beispiel: Deutsche Volksvertreter kassieren
neben ihrem normalen Einkommen
Funktionszulagen. Dies geschieht,
obwohl das Bundesverfassungsgericht
diese Praxis verurteilte, sie rechtswidrig und gar
verfassungswidrig nennt.
Unsere Volksvertreter setzen ihre Geldgier
über die Verfassung.
 
Was lernen wir daraus?
Das Beispiel weist deutlich auf ein
unvorstellbares Ausmass moralischen Zerfalls
in der Realpolitik.
Die Wirklichkeit gleicht einem Eisberg.
1/8 ist sichtbar.
7/8 bleiben verborgen.

Ich sehe globalisierte Unmoral, wo immer ich hinblicke.
 
Und jetzt Abmarsch! Geh wählen,
Du Leuchte der Menschheit!

In memoriam: Weiss-Ferdl


Urheber: Willy Pragher Lizenz: CC BY 3.0; Rechteinhaber: Landesarchiv Baden-Würt.
Quelle: Wikimedia Commons

Ferdinand Weisheitinger (1883 bis 1949), genannt der Weiss-Ferdl aus Altötting war ein bayrischer Komiker und Nazi, schlau, durchtrieben und bayerisch-konservativ. Er war eine schillernde Figur seiner Zeit: Geliebt, und zugleich verachtet.

Eine Nazi-Grösse, nämlich der Reichsmarschall Hermann Göring hat es ihm besonders angetan. So trieb er eines Tages 3 Schweine auf die Bühne und stellte sie vor: „Die kleine ist Fräulein Mann, die mittlere ist Frau Mann, und die dicke ist Herr Mann.!“ Göring als Sau zu bezeichnen hat ihm 7 Tage Arrest eingebrockt. Danach trieb er wieder seine 3 Schweine auf die Bühne und erklärte, die kleine sei Fräulein Mann, die mittlere Frau Mann, und wegen der fetten Sau da habe er 8 Tage im Knast sitzen müssen.

So war er, der Weiss-Ferdl. Nazi, aber nicht um jeden Preis.

Über den Schöpfer

Enttäuscht vom Affen, schuf Gott den Menschen.
Danach verzichtete er auf weitere Experimente.
Mark Twain
 
So kann es kommen. Der alte Mann, der über uns
wohnt, hatte sich wohl mit seinen Versuchen
völlig vergaloppiert.
Das Streben nach Perfektion hatte einen
Kulminationspunkt überschritten, und die
Qualität seiner Arbeit verkehrte sich ins Negative.
 
Das Phänomen:
 
Menschen mit schlichtem Gemüt haben
schlichte Probleme, die einfache Lösungen
erfordern. Ihr Leben verläuft eher linear, und
kritische Situationen sind beherrschbar.
 
Je neugieriger ein Mensch ist, je intelligenter
und je kreativer, umso komplexer werden seine
Probleme um die Welt und um sein Leben.
Und um so schneller steigt seine Sensibilität
an bis zum Umkippen und einem Absturz.
 
Genies leben in einem mentalen Chaos.
Übersprungshandlungen signalisieren
einen psychischen Notstand, und sie sind
zugleich unverzichtbar, denn sie bewirken
den Abbau von Druck.
 
Mark Twain hatte Recht.
Gott hat versäumt, die Parameter für ein
gesundes Mittelmaß zu bestimmen,
bevor er mit seinem Schaffen begann.
Ein Fehler mit größtmöglichen Folgen.
Seine, bzw. unsere Welt ist ein
unglaublicher Saustall.
(Dies ist keine Diffamierung des
Hausschweins!)

Was wäre wenn …..

….. wenn der Auserwählte auf Otto von Bismarck getroffen wäre? Bismarck hätte ihm erklärt, einen wirklich grossen Mann erkenne man an 3 Dingen: Gr0ßzügigkeit beim Entwurf, Menschlichkeit bei der Ausführung und Mäßigung beim Erfolg.

Wäre Josef Schmidt, der bekanntlich ein Sohn vom alten Schmidt war, hinzugekommen, so hätte der Auserwählte auch erfahren, dass operative Hektik ein Zeichen von geistiger Windstille ist!

Und Anonymus wäre vielleicht mit dem Fahrrad vorbeigekommen und hätte den dreien zugerufen, dass man auf dem Gipfel nichts zu suchen hat, wenn man kalten Wind nicht aushalten kann. Und er hätte für den Auserwählten hinzugefügt, dass im Schatten eines mächtigen Baums keine saftigen Früchte gedeihen können.

….. tja, wenn Konrad Adenauer aufgetaucht wäre, so hätte er vermutlich in einem Anfall rheinischen Humors beschwichtigend angemerkt: Wir leben zwar alle unter dem selben Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont. Spassiger konnte er nicht.

Aus dem Hintergrund hätte sich Paul-Henri Spaak, ein Europa-Politiker der ersten Stunde gemeldet und eine seiner Weisheiten zitiert: Die Dummheit sei die sonderbarste aller Krankheiten. Der Kranke leide niemals unter Ihr. Aber alle anderen sehr.

So ist das mit schönen Worten. Spötter sagen dazu, die Wahrheit kenne keine schönen Worte, aber schöne Worte seien oft nicht wahr.

Ein Liebesbrief

Im Jahr 1811 schrieb die an
Krebs erkrankte Henriette Vogel
an ihren Freund Heinrich von Kleist,
( Dramatiker und Lyriker )
einen Liebesbrief, bevor beide
am Kleinen Wannsee in Berlin
Selbstmord begingen:
 
„Mein Hyazinthenbeet,
 mein armer, kranker Heinrich,
mein zartes, weißes Lämmchen,
meine Himmelspforte.
Meine Dornenkrone,
meine tausend Wunderwerke,
mein Lehrer und mein Schüler,
wie über alles Gedachte
und zu Erdenkende
lieb ich dich.
Meine Seele sollst du haben.“

Epitaph:
 
„Er suchte, sang und litt
in trüber, schwerer Zeit.
Er suchte hier den Tod
und fand Unsterblichkeit.“

Wetter und Religion

Natürlich sind wir Nordlichter für Schlechtwetter gerüstet. Gummistiefel, Friesennerze, Regenschirme, die man quadratmeterweise kauft, überall Schafe für die warmen Pullover, Wathosen bis unter die Achseln, das alles ist Standard im nordischen Haushalt. Wir sind mit dem Blanken Hans vertraut, mit den Orkanen auf Du und Du, und fällt mir eine Frankfurter Pfanne auf den Kopf, dann bringt man mich gewiss nicht ins Krankenhaus, sondern geht zum Dachdecker, damit der nachsschaut, ob man mit der Dachpfanne noch etwas Vernünftiges anfangen kann. Und die Älpler: Lederhose, Loden-Janker, Seppelhut mit Gamsbart – das würde hier nicht lange standhalten. Sie sind im Schutze der Alpen besser aufgehoben.
 
Dennoch bleibt die Frage: Ist gutes Wetter katholisches Wetter? Hat der Vatikan seine Finger wieder einmal  im Spiel? Und welche Rolle spielt Kardinal R. ? Hat die Nordelbische Kirche versagt? Und, Ihr Polytheisten, welcher Eurer Götter ist für das Wetter zuständig? Jupiter Dolichenus?

Der schon wieder ….. so wird das nix.

Feine Jungs

Es fällt mir unerwartet schwer, zum Thema Ku-Klux-Klan (kurz KKK genannt) niederzuschreiben, was mich bewegt. Ich weiss nicht, warum das so ist. Aber wie immer in solchen Fällen gilt es, einfach damit zu beginnen in der Hoffnung, dass es sich zurecht läuft und mit Glück gar in Kurzfassung beschreiben lässt. Bla, bla, bla.

Ok. Was ist der KKK? Er ist eine radikal-christliche Organisation und ein Treppenwitz. Diese Terroristen kämpfen für ein sauberes, weisses und protestantisches Amerika. Sie werfen mit Dreck, auf dass alles schön sauber wird.

Ja, es gibt den KKK auch in Deutschland. Er wohnt in Schwäbisch Hall.

Der KKK ist gewalttätig gegenüber Teilen der Gesellschaft, die nicht mit ihren Idealen übereinstimmen. Mord geht ihnen so locker von der Hand wie dem Mafioso mit der Lupa.

Trump nennt die Männer vom KKK seine „feinen Jungs“. Diese widerlichen Südstaatler fühlen sich nahezu legitimiert.

Trumps Sympathiebekundung zeigt, wie gefährlich dieser Irre ist. Die deutsche Geschichte beweist es.

Die Schlägertrupps der NSDAP, Ordnungsdienste genannt, waren die Keimzellen für die Sturmabteilung der Nazis, kurz SA genannt.

Du glaubst das nicht? Dann schaue doch z. B. mal kurz nach Brasilien! Dort morden Todesschwadronen der Polizei ungeniert und gewissenlos alles, was ihnen aus irgendeinem Grund im Wege steht.

Wie bitte? Wir Deutschen des 21. Jahrhunderts seien kaum fähig zu derartigen Sauereien? Pardon, ich kann nichts dafür, dass unter unseren Göttern ein homerisches Gelächter ausgebrochen ist!

Ich bin mit mir selbst nicht im Reinen. Fühle mich stets als Pazifistenschwein, vermute jedoch in mir auch eine sogenannte Drecksau, und ich weiss nicht, wo dieses Scheißviech sich versteckt. Das ist einfach nicht gut. Eher ungesund.

Gebet für unsere Erde

Aus: Papst Franziskus: „Enzyklika Laudato si‘
– Über die Sorge für das gemeinsame Haus“

(Rom, 24. Mai 2015) – veröffentlicht am 18. Juni 2015.
 
Allmächtiger Gott, der du in der Weite des Alls
gegenwärtig  bist und im kleinsten
deiner Geschöpfe, der du alles, was existiert,
mit deiner Zärtlichkeit umschließt, gieße uns die Kraft
deiner Liebe ein, damit wir das Leben
und die Schönheit hüten.
 Überflute uns mit Frieden, damit wir als Brüder und
Schwestern leben und niemandem schaden.
Gott der Armen, hilf uns, die Verlassenen
und Vergessenen dieser Erde, die so wertvoll sind
in deinen Augen, zu retten. Heile unser Leben,
damit wir Beschützer der Welt sind und nicht Räuber,
damit wir Schönheit säen und nicht Verseuchung
und Zerstörung. Rühre die Herzen derer an,
die nur Gewinn suchen auf Kosten der Armen
und der Erde. Lehre uns, den Wert von allen
Dingen zu entdecken und voll Bewunderung
zu betrachten; zu erkennen, dass wir zutiefst
verbunden sind mit allen Geschöpfen auf
unserem Weg zu deinem unendlichen Licht.
Danke, dass du alle Tage bei uns bist.
Ermutige uns bitte in unserem Kampf
für Gerechtigkeit, Liebe und Frieden.
 

Babylonisches Hospital

Zu allen Zeiten, und heute mehr denn je haben sich neue Sprachwelten gebildet, oder bestehende haben sich weiterentwickelt. Man denke dabei nur an die berühmte „Weisse Wolke“, die täglich durch Kliniken schwebt. Ich meine die Arztvisiten, nicht wahr? Diese sechs bis vierzehn Weisskittel-Versorgte, die ihre Stethoskope tragen, wie normale Menschen ihr 475-Gramm- Goldkettchen, verständigen sich nahezu ausschliesslich in einer Fremdsprache.  Der Patient hat anwesend zu sein, auch wenn er nicht weiss, warum. Liegt somit in, oder auf seiner High tech-Schlafmulde (durchgelegen sind die Betten immer!) und hört  diesen Leuten angespannt zu, begierig darauf, einen kompletten Satz mitzukriegen – und seinen Sinn zu verstehen. Wie kann man sich doch freuen, wenn man einen ganzen Halbsatz verstanden hat, etwa in der Art: „ ….. also ich weiss auch nicht so genau, warum er ständig von Flatulenzen geplagt wird ….“, weil man endlich weiss, dass die Weissen auch nicht allwissend sind, nicht mal etwas gegen Blähungen zu unternehmen vermögen, ausser Kümmelsud und Baldriantropfen zu verabreichen, worauf schon meine Grossmutter meinen Grossvater verwiesen hat, wenn der beim Absondern eindeutiger Geräusche auf den Verschleiss seiner Kniegelenke hindeutete.
 
Hat man während einer Chefarzt-Visite irgendetwas kapiert, so wechselt man umgehend aus dem Lager des Patientenmaterials in das Dasein eines Menschen über, für Minuten zumindest. Unbewusst begreift man, dass diese Augenblicke für den Genesungsprozess so wichtig sind wie die tägliche Ladung Medikamente.
Und schliesslich offenbart sich just in dieser Einsicht der Sinn der Arztvisite: Begriffe  wie Bronchialkarzinom, Morbus Crohn und Spinalstenose waren nicht zu vernehmen, und es bleibt somit bei der Erstdiagnose: Offener Splitterbruch des Wadenbeins links.
 
Wenn sich die weisse Wolke endlich verzogen hat, fragt man sich, wie zum Teufel die es schaffen, sich in der Kantine eine Mahlzeit zu bestellen; haben die Leute an der Essensausgabe alle das grosse Latinum, oder was? Und wie verdammt noch mal heisst eigentlich Erbsensuppe auf klinisch?
 

Auf Reisen

Ja. So ist es. Ich sitze hier und starre wie so oft auf diese schwarze Tastatur, die ich in der Öffentlichkeit „Keyboard“ nenne, um mich in jenem Kreis zu halten, der die IT zur Religion erhoben hat  und mit Klauen und Zähnen gegen Versuche der Simplizifierung verteidigt.

Bei diesem absurden Verhalten habe ich natürlich anderes im Sinn. Für verbalen Unfug habe ich keine Zeit, denn ich bin auf Reisen – virtuell, mental. Das Ziel meiner Reisen ist das Leben, vielleicht mein Leben, möglicherweise mein eigenes Inneres.

Ich weiss, wie ich heisse und wo ich bin. Aber man frage mich nicht, was ich bin, oder wie, oder wohin eine unbekannte Kraft mich bewegen wird. Ich weiss es nicht. Ich bin auf Reisen. Ich bin ein Bruder im Geiste des Angelus Silesius, der bereits im 17. Jahrhundert in seinem Cherubinischen Wandersmann dazu trefflich formulierte:

Ich bin, ich weiss nicht wer. Ich komme, ich weiss nicht woher. Ich gehe, ich weiss nicht wohin. Mich wundert, dass ich so fröhlich bin!“

Auf Abenteuer-Reise

Wäre ich ein Android, also ein menschenähnlicher Roboter, und mit einem gewaltigen Paket künstlicher Intelligenz ausgestattet, so würde ich mich vielleicht mit dem Wesen des Menschen auseinandersetzen wollen, so, wie Haustiere das tun, auf einem sehr niedrigen Niveau.

Vielleicht würde ich, Hard- und Software pur und nahezu fehlerfrei gebaut, den Menschen als ein Wunder begreifen, als ein Wesen, das so komplex beschaffen ist, dass fehlerfreies Funktionieren ausgeschlossen sein muss. Und gewiss würde ich das Leben des Menschen als Abenteuer verstehen müssen, denn:

Eben geboren ist er zwar perfekt, da mit nichts weiter als animalischen Bedürfnissen und Fähigkeiten ausgestattet, aber auch mit der Eigenart, sich permanent zu verändern. Er folgt den Gesetzen seiner Gene, verarbeitet seine Erfahrungen, entwickelt sich auf diese Weise ständig weiter und verbraucht seine Ressourcen so konsequent, dass er irgendwann stirbt. Und das Verwunderliche an seiner Existenz ist, dass er selbst nicht weiss, auf welchem Weg er wohin gehen soll. Damit wird menschliches Leben zum Abenteuer, zu einer besonderen Herausforderung.

„Ich bleibe lieber, was ich bin, und ich weiss, was ich kann!“ würde der Android sagen. Und der Mensch? „Geben Sie mir bitte 500 g Gehacktes – Moment – nein ich nehme vielleicht doch lieber einen Ring Fleischwurst? Haben Sie auch Krakauer? Und wie ist denn heute der Bierschinken?“