Zäh wie ein Kommiss-Stiefel im Eintopf

Georg Friedrich Wilhelm Hegel lebte vor 200 Jahren und war ein namhafter Philosoph. Dieser Mann hat doch tatsächlich folgendes geschrieben:

„Die Weltgeschichte geht von Osten nach Westen, denn Europa ist schlechthin
das Ende der Weltgeschichte, Asien der Anfang.“

Bei idealistischer Sichtweise erkennt man, wie weitsichtig Hegel gedacht hat. Europa hat einen Kulminationspunkt erreicht, und Asien entwickelt sich rasch und kommt immer näher.

Aber: Zu kurz gesprungen, Herr Hegel!
Europa ist nicht das Ende der Weltgeschichte.
Sein Entwicklungsprozess ist nicht aufzuhalten.
Und Sie wussten, was geschieht, wenn der Höhepunkt überschritten ist.
Wir erleben es Tag für Tag.

Hegel hat die Übel als Durchgangsposten auf dem Weg zur Verwirklichung
des Ideellen gesehen. Doch wir kennen ihre zerstörerische Wirkung.
Hegels Philosophie des absoluten Idealismus hat sich nicht durchgesetzt.

Eine Katastrophe

Schon gehört?
Es brennt mal wieder.
Nicht irgendwo, sondern in der arktischen Zone.
Was brennt?
Torf, der über dem Permafrost lagert.
Und?
Es brennen ca. 100.000 Hektar.
Und?
Das sind eine Milliarde Quadtratmeter.
Ist das schlimm?
Experten reden von der schlimmsten Brandkatastrophe
seit Menschengedenken.
Hmmm.
Der Permafrost hat dort ausgespielt. Das Feuer gewinnt.
Klar.
Und die auftauende Erde setzt Methan frei.
Ist das nicht ein Treibhausgas?
Yeap!
Und die NOAA im US Handelsministerium beklagt
den schnellen Anstieg des Methangehalts in der Athmosphäre!
Yeap.
Das ist aber garnicht gesund.
Yeap!
Hauptursache für das Methan da oben ist menschliches Handeln!
Nie mehr Steaks?
Blödmann.
Der Klimawandel bringt mehr Regen und mehr Mikro-Organisman.
Und die pupsen Methan?
Yeap!
Und die Viehzucht?
Yeap.
Und dann noch quasi on top Brandkatastrophen?
Yeap.
Und?
Nix und. Das ist überhaupt nicht gut.

Horsd’oeuvre: D’escargots

Vor Jahrzehnten spazierte ich nahe der Stadt Regensburg am Donau-Ufer entlang. Es fehlte nicht viel, und ich wäre durchgedreht; auf  etwa 50 Metern Uferweg zählte ich 53 Weinbergschnecken.

Vermutlich habe ich einen geringen Anteil Frankreich im Blut, denn diese Tierchen weckten Phantasien, und ich sah vor mir eine Platte mit 12 Escargots, sauber blanchiert und mit Knoblauch-Kräuterbutter im Schneckenhaus serviert, dazu Baguette und eine Flasche gut gekühltem Chardonnay – wie gesagt litt ich an einem Tagtraum.

Natürlich hatte diese, meine Schwäche eine Ursache. In der Kurklinik hatte man mich auf Reduktionskost gesetzt, auf 1000 Kalorien pro Tag. Wer jemals mit Moltofill-Fugenkitt gearbeitet hat, weiss wie Magerquark schmeckt. Allerdings, wenn man reichlich feingehackte Schalotten unterrührt, verändert sich der Geschmack in Richtung Schalotten in Moltofill, und mit Frühlingszwiebeln serviert ergibt sich eine andere Farbe des Fugenkitts. Aber jede Brotscheibe krümmt sich vor Ekel, wenn man sie mit Magerquark quält, und das war zum Frühstück und zur Abendmahlzeit angesagt.

Diese hier geschilderte üble Mumpe hat eine psychedelische Wirkung.

Deshalb der Traum von Escargots burgunder Art. Oder es taucht ein badisches Schneckensüpple auf, eine andere, aber gleich lecker aussehende Fatamorgana.

Weinbergschnecken drohen auszusterben, Darum stehen wild Lebende unter Artenschutz. Aber längst produziert man die Tiere auf Schneckenfarmen für den Kochtopf.

Des escargots, je t’aime-vous!

Ein ganz alter Hut

In dieser Zeit ist das Geld
der mächtigste Herrscher
auf Erden.

(Originaltext: In terra nummus rex est hoc tempore summus)
 
Carmina Burana »Lieder aus Benediktbeuren«,
Sammlung mittellateinischer und mittelhochdeutscher
Vagantenlieder in einer Handschrift
des 13. Jahrhunderts aus der Abtei Benediktbeuern

Halten wir fest:
Die Menschheit hat es
in 800 Jahren nicht vermocht,
den Kriegstreibern das
Handwerk zu legen. Deren
Mittel sind modern, aber
noch immer schicken sie
die Kinder ihres Landes zum
Sterben in Kriege um Geld.

Wissen behindert

Vorhin, vor ziemlich genau 30 Minuten
ist einem Tsunami gleich eine
Erkenntnis über mich gekommen,
an deren Wirkung ich noch lange zu
beissen haben werde.
Ich hätte mein Leben um so Vieles
besser gestalten können, hätte ich
diese wunderbar einfache Regel beachtet:
„Wer nichts lernt, kann nichts vergessen.“
 
 Dann ist es einfach, irgendeiner
Ideologie zu folgen. Wissen behindert!

Wissen und Intelligenz – das reine Gift
für das Volk. Provoziert sogar Suizide!

Brot und Spiele – Wohlfahrt für den Plebs.
Und alles fliesst. Vor allem das Geld.

Der Blick in den Spiegel

Eigenliebe

Wenn ich vor einen Spiegel trete und hineinblicke, so weiss ich, was mich erwartet. In guter Stimmung sehe ich einen rüstigen Alten mit Silber auf dem Schädel, der ausschaut, als hätte er gestern noch mit Reinhold Messner das Matterhorn bestiegen. Ja, wir wissen es. Spiegel sind geschwätzig und zugleich verschwiegen; ich und das Matterhorn – im Rollstuhl etwa?

Bin ich dagegen nicht gut drauf, so wird der Spiegel an mich weitergeben, dass ich wieder einmal den lahm getretenen Dackel gebe, auch eine meiner Lieblingsrollen. Ich bade dann ein Minütchen in meinem Elend und krieche anschliessend in die Küche zum Kühlschrank. Ich habe gelernt, solche Situationen rufen …… nein, sie brüllen los, Kompensation fordernd.

Bis dahin ist alles noch irgendwie normal, gut zu verarbeiten, und meist konfliktfrei. Pass auf, jetzt kommts. Ich kann meinen Spiegel auch abhängen, und anderen Leuten hinhalten. Ich fordere von ihnen ….. nein ….. ich zwinge sie, sich selbst zu sehen. Und das ist nun garnicht beliebt.Was geht da ab?

Erst mal ist es unfein, so etwas zu tun.
Aber Spiegel lügen nicht.
Wenn mir ein Spiegel sagt, ich sei ein asoziales Arschloch, dann ist es auch so.
Wenn der Spiegel sagt, man sei dumm wie 100 m Landstrasse, dann ist es wohl wahr.
Vielleicht sagt der Siegel: Wache auf, Dumpfbacke!
Oder er spricht: Bleib dran, es ist wichtig!
Oder: Denke nach, Du hast ein Hirn im Kopf!
Entscheide Dich! Links oder rechts entlang!

Die aufgezwungene Spiegelschau ist stets unbequem. Der Spiegel fordert. Baut Druck auf. Erzwingt Stellung beziehen und Handeln.
Spiegel sind unbarmherzig. Brutal offen. Sie senden virtuell Signale direkt in die Hirne der Betrachter.

Man dreht im Haus auch die Spiegel um, wenn man einen Toten zu beklagen hat, damit der vorbei huschende Tod nicht glaubt, es wäre misslungen und er müsste noch eine zweite Seele abernten.

Ich meine, man sollte mit Spiegeln trotz aller Bedenken sorgsam umgehen. Sie sind zerbrechlich, wie wir selbst.

„Ménage à trois“ ?

Noch vor 10 Jahren wurde in Deutschland ein Trio infernal misstrauisch beobachtet. Man sagt, es waren drei Chefsekretärinnen, die ihren Boss geheiratet hatten. Ich erwähne das mit Vorbehalten, da Hörensagen. Die drei Damen waren Friede Springer (BILD etc.), Liz Mohn (Bertelsmann etc.) und Aenne Burda (Bunte etc.).

Es könnte sein, sie waren klüger als ihre Ehemänner und haben über diese Einfluss auf die Politik ausgeübt. Ihre Macht bezogen sie als Verlegerinnen aus ihren Printmedien. Sie haben am Primat des Kapitalismus in DE einen erheblichen Anteil.

Ich glaube, es war im Jahr 2006, als Aenne Burda starb.Das Trio aber besteht noch heute, denn Angela Merkel hat die Lücke geschlossen. Sie ist nun die Dritte im Bund. Nun könnte es sein, dass Merkel dort wohl gelitten ist, weil man ihr ohne Umwege Anweisungen (Denkanstösse genannt) geben kann.

Wie und woran das Trio infernal heute arbeitet, ist nicht zu erfahren. Man weiss nur, dass es existiert. Es agiert wie die Bilderberger, also unter striktem Ausschluss der Öffentlichkeit.

Unendlich ist die Schar der Toren

Francesco Petrarca, ital. Humanist und Dichter (14. Jahrhundert)

Der US-Präsident Donald Trump hatte zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli 2019 eine 60 Minuten-Rede vorbereiten lassen, die ihm auf einem Teleprompter zum Ablesen angeboten wurde. Wie berichtet wird, hatte er mit seltener Disziplin den Text vorgetragen, und die Macher im Hintergrund waren hellauf begeistert: Diesmal klappt’s! Dachten sie.

Dumm war, allzuviel Patriotismus und präsidiales Eigenlob einzubauen. Der Präsident war schliesslich ergriffen von seiner eigenen Grösse und seiner geistigen Potenz. Es kam, wie es kommen musste. Er verlor den Kontakt zum Teleprompter und wurde kreativ mit einem Lob für die US Army: „Die Armee war in der Luft, sie rannte gegen Befestigungsanlagen an, sie erkämpfte Flughäfen, sie machte alles, was zu machen war!“ Seine Zuhörer waren vor Begeisterung aus dem Häuschen, und es dauerte sehr lange, bis dem einen oder anderen schwante, dass es im Juni 1775 weder Flugzeuge noch Flughäfen gab, da die Gebrüder Wright erst in 1903 das erste motorisierte Fluggerät bauten.

Die Summe der Fehlleistungen und kriminellen Handlungen der Trump family lässt sogar die Deutschen erschrecken – sie sind selbst keine Waisenknaben, wenn gelogen und betrogen werden muss.

Warum zum Teufel gilt die Wiederwahl Trumps in 2020 als so gut wie sicher? Ich sehe zwei Gründe. Zum einen ist er ein begabter Demagoge, der es versteht, den Underdogs Traumbilder zu verkaufen. Und zum anderen ist er manipulierbar, also für die Oberschicht und andere Interessengruppen wie die Rassisten nützlich.

Ich glaube, dass nirgendwo in einer Verfassung festgeschrieben wurde, öffentliche Ämter dürften nur an Gesunde vergeben werden.

Und wenn schon! Verfassungsbrüche leistet man sich ohne Skrupel, wenns nicht anders geht. Wer aufmerksam verfolgt, wie Politik geht, lernt  automatisch dazu, zum Beispiel dass Bertolt Brecht recht hatte, als er kommentierte: „Erst kommt das Fressen, dann die Moral!“

Modernisiert klingt  das ein wenig rigoroser: „Erst kommt der Profit, und dann kommt nichts mehr.“

Haben wir Bürger nun einen Grund zum Jammern? Erst Scheisse bauen, und dann klagen? Wie blöd ist das denn! Dank unserer Inkompetenz und Bequemlichkeit hat sich aus der kleinen Raupe Nimmersatt ein gewaltiges Ungeheuer entwickelt, das uns irgendwann einen neuen Schwarzen Freitag bringen wird und uns nach dem Zusammenbruch unserer Existenz dazu zwingt, wieder bei Null zu beginnen. Es gilt aber auch, was der Multi-Milliardär Warren Buffett in 2006 ungeniert verkündete:

„Es herrscht Klassenkrieg, richtig! Aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.“

Leute wie ihn macht eine Staatskrise noch reicher. Aber auch Buffett und Soros  haben ein Problem: Es ist das Altern. Irgendwann liegen sie in einer Holzkiste und können nichts mitnehmen ausser ihrem eigenen Hintern. Mich tröstet dieser Gedanke.

Aber – um der Wahrheit die Ehre zu geben – beide sind nun 88 Jahre alt und geben schon zu Lebzeiten einen wesentliche Teil ihres Milliardenvermögens in Form von Stiftungen und Spenden der Gesellschaft zurück.

Verschwiegenes

James Madison war Co-Autor
der Verfassung der Vereinigten Staaten
von Amerika (1788), und der 4. Präsident.
Zitat:
„Jede Regierungsform muss so gestaltet sein,
dass sie die Minderheit der Reichen
gegen die Mehrheit der Armen schützt.“
 
Das führte zur Staatsform der
repräsentativen Demokratie. In deren
Rahmen liessen sich oligarchische
Strukturen zum Schutz der
Eigeninteressen einer
reichen Minderheit etablieren.
 
Wir Bürger haben diesen Schrott brav
gekauft und verteidigen ihn heute noch.

Ein Sommertag

Ich trete vor die Tür und spüre.
Diesen Tag hat der Sommer
in Besitz genommen.
Eine seltsame Stille liegt über dem Land.
Die Sonne brennt ungehindert,
und alles Leben droht zu erstarren,
wäre da nicht der Wind,
der sachte über die Erde streicht,
alles Lebende zärtlich tröstet,
Kühlung verspricht
und spielerisch in Kornfeldern
seine Gestalt offenbart,
da er in sanften Wellen
das Gold der Erde hin
und her bewegt,
und an seine Bestimmung erinnert.
Ich stehe am Rand meines Feldes,
mein Korn ist erntereif.
Nun fürchte ich den Regen,
den der Wind verspricht,
wie auch dieses Wolkengefieder
dort oben, im Blau des Himmels.

Ein guter Rat

Marc Aurel war im 2. Jahrhundert n. Chr. ein römischer Kaiser, und ein Philosoph:

„Die Kunst, die du gelernt hast, behalte lieb, und bei ihr suche deine Ruhe. Den Rest deines Lebens durchwandere wie einer, der alles den Göttern überlassen hat, keines Menschen Herr, keines Menschen Sklave.“

Was redete dieser Mann da? Er stellte seine eigene Existenz als Herrscher über das römische Reich in Frage? Mitnichten. Die Ansage galt wohl nur seiner Entourage. Aber in einer aufgeklärten Gesellschaft erlangen die Worte Marc Aurels Allgemeingültigkeit. Es ist der Rat an jedermann, sich von Zwängen zu befreien, frei zu sein im Denken und dem folgend im  Handeln.

Wenn wir den idealistischen Touch entfernen, bleibt übrig, was seit Kant die Aufklärer predigen: „Lasse Dir nichts vom Pferd erzählen! Benutze Deinen Verstand! Du brauchst keine Vordenker, dennDu hast selbst ein Hirn! Der Betrug hat viele Gesichter. Vertraue nur Deinem eigenen Bild! Erlebe Dein Leben im Original! Und erlebe das Glück als Empfindung Deiner Seele, und nicht als Konserve aus einer Pille.“

Aphorismus

Nichts bringt den Menschen schneller in Bewegung als der Schuss aus einer Starterpistole oder ein Übermass an Staphylokokken und Clostridien im Verdauungstrakt.

Gedanken unter einem Apfelbaum

Wir wissen ein wenig über die  grossen Kulturen der Vergangenheit, weil sie deutliche Spuren hinterlassen haben. Ein gefrässiges Raubtier, die Dekadenz hatte sie vernichtet, die Kultur der Etrusker, das antike Griechenland, das  römische Reich, das der Inkas und der Pharaonen und ja, auch das der Teutonen, das 1000jährige Reich unseres durchgeknallten Führers Adolf Schicklgruber, der sich Hitler nannte – sie alle sind Geschichte.

Ich sehe einen Apfel. Sein Baum erlebte – funktionell auf Null reduziert – einen Winter. Das wäre die kulturelle Katharsis. Es folgen Frühling und Sommer, die Aufbauphasen mit reifen Früchten, also hat man den kulturellen Höhepunkt erreicht. Nun beginnt der Abstieg

in eine neue Katharsis. Früchte und Blätter fallen, und der Apfelbaum scheint wieder tot. Es herrscht erneut der Winter.

Warum dieses Gleichnis? Es benutzt einen natürlichen Vorgang, um einen natürlichen Zyklus zu erklären. Ersetze den Apfelbaum mit dem römischen Reich der Caesaren. Es passt, nicht wahr? Aufbau, Blütezeit, Höhepunkt, Zerfall und Auslöschung. Ersetze Rom durch irgendeine andere Kultur, und es passt. Also ersetze ich den Apfelbaum durch Kultur, und es passt immer noch.

Nun schaue ich hin, wo wir in diesen Tagen stehen, und es drängt sich mir die Einsicht auf, dass wir die Phase des Zerfalls erleben. Das ist nichts, was mir Angst machen könnte. Der Apfelbaum lehrt mich, dass der Niedergang einer Kultur Phase in einem notwendigen Zyklus ist, an dessen Ende ein neuer Zyklus beginnen wird, also eine kulturelle Wiedergeburt.

Wenn es gelingt, unseren Egoismus für einen Moment zu unterdrücken, könnten wir solche Gedanken geniessen – sie sind mehr als nur utopisch. Und ich füge gegen allzu viel Optimismus hinzu: Die Menschen der Gegenwart sind nicht besser als die der antiken Welt.

Sie sind nur anders. Der unermessliche Fortschritt aus den letzten Jahrhunderten hat den Menschen nicht zum Guten verändert.

Stille Wasser

Nichts ist so rätselhaft
wie die Stillen,
die Frauen, die verschlossen
und geheimnisvoll
in unser Leben treten,
nur anwesend sind und leise.
Ihr Lächeln deutet an,
es gäbe keine Mauer,
keine Gitter gegen die Welt,
nur Aufmerksamkeit
und sittsame Teilhabe
am bunten Leben.

Wohl dem, der den Schlüssel findet
zur Seele einer Stillen.
Sie lässt sich öffnen, und
der Betrachter wird überwältigt
im eigenen Erleben.
Ein Feuer scheint entzündet
und breitet sich rasch aus,
beherrscht die Szene
und ist kaum zu ertragen.
Die Wärme erreicht die eigene Seele,
und manchmal entwickelt sich unbemerkt,
was nach Vollendung
Liebe genannt wird.

Wind

Braune Blätter kreisen in der Luft.
Eine Windsbraut treibt ihr Spiel
mit irdischer Materie,
lässt sie kreisen und kreisen
um ein Weniges, Unsichtbares.

Nun gleitet sie über die See,
wirbelt unbeirrt Wasser in die Luft,
zerstäubt sie, und Aerosole füllen
einen imaginären Raum.
Und die Windsbraut zahlt ihren Preis.

Sie verliert stetig ihre Kraft.
Reste von Materie sinken herab
und verlieren sich im feuchten Grab,
Dinge, die das Spiel des Windes täuschte.
Die trügerische Kraft des Wirbels ist erloschen.

Aus Erfahrung

Deutsche Sprüchwörter:

Das Amt macht wohl satt, aber nicht klug.
Amt macht Diebe.
Amt bringt Samt.
Die Feder regiert das Schwert.

Ehren entehren.
Titel setzen herab.
Ein Amt verblödet.

Gustave Flaubert (1821 – 1880), französischer Erzähler und Novellist
 

Es gibt nur eine einzige von Zwergen bediente Riesenmaschinerie, und das ist die Bürokratie.

Honoré de Balzac (1799 – 1850), französischer Philosoph und Romanautor