Leben 2

Nun ist ein zweiter Falter aufgetaucht. und ein lebendes Pünktchen. Ich befürchte eine Invasion und beschliesse prophylaktische Massnahmen zur Verteidigung meines Terrains. Kurz: Ich schliesse das Fenster. Leider habe ich keine Kenntnisse zu dem Flatterviehzeug, weiss aber um die Kleidermotte. Darum kann ich ausschliessen, dass die kleinen Falter aus meinem Hosenbein aufgestiegen sind. Sie kommen – vom Licht des Monitors gelockt – von draussen. Dort, auf unserer Wildwiese dominieren sie die Insektenwelt, wie die Garteninspektorin berichtet.

Und ich habe vor vielen, vielen Jahren eine Lektion erlernt, als ich dem preussischen König ein Buch reichen sollte, an das er ohne Leiter nicht rankam. Ich sagte ihm, er solle mich machen lassen, ich sei schliesslich grösser als er. Und der Alte Fritz lächelte milde und sagte; „Länger, nicht grösser.“ Dennoch habe ich ihm sein Buch herausgesucht – mit Königen streitet man nicht! Und ich bin dankbar, wenn man meine Breite ignoriert.

Apropos „breit“. Die USA haben einen Präsidenten, der sich als astreiner Rassist erweist. Nun sollte man vermuten, dass er dieses Defizit so gut wie nur möglich verbirgt. Schliesslich ist der Anteil der Weissen bei 60%, und demnach sind 40% irgendwie colored. Da  hält man das ungewaschene Maul und schluckt einiges runter. Nicht so diese Karikatur von einem Präsidenten. Der ist so unsensibel, direkt und gewissenlos, so ehrlich wie ein 3-jähriges Kind. Gut! Er ist wie ein Apfel, den man  direkt nach der Blüte gepflückt hat. Aber er darf ja nun mit Bauklötzchen spielen. Er darf seine Mauer gegen Mexiko bauen, und wir dürfen gespannt sein um die Frage, wie sie finanziert werden soll.

Die Grenze gegen Mexiko ist 3144 km lang. 1143 km sind bereits gesichert. Also müssen 2001 km geschlossen werden. Das Budget von 5,7 Milliarden Dollars wirde nach Bekunden der Fachwelt reichen für 400 km. Die Finanzierungslücke beträgt demnach so um 23 Milliarden.

Und die USA haben derzeit ein gewaltiges Haushaltsdefizit. Es ist unfein, darüber zu reden. Jedenfalls muss das grosse Kleinkind Geld beschaffen. Und so geht einer seiner Versuche: Er verhängt Einfuhrzölle für Importgüter. Die US-Wirtschaft zahlt. Das Ausland verhängt im Gegenzug Einfuhrzölle. Der Absatz von US-Gütern im Ausland fällt. Wieder zahlt der US-Bürger – mit Jobverlust, Kurzarbeit etc.  Langfristig versorgt sich die Welt im Welthandel, allerdings ohne die USA. Dann wird man in Washington als Verräter gebrandmarkt. Wenn ich noch ein Stückchen weiterspekuliere: Die USA verlieren auf breiter Front an Bedeutung für den Rest der Welt. Das Sternenbanner wir vom Fähnlein der 7 Aufrechten hochgehalten, jenem kleinen Teil der Bevölkerung, der als intelligent und aufgeschlossen tapfer gegen die Antagonisten gekämpft, und stets verloren haben, da sie das Schild der Demokratie hochhielten und daran verzweifelt sind.

Tja. Was, wenn nun die Falken aus der US-Administration ihen Krieg gegen den Iran bekommen? Krieg führen kostet. Wer wird zahlen? Die US-Bürger. Und die Welt? „Ihr habt ihn gewählt, also nichts Besseres verdient!“ Und die Politik? „Er ist ziemlich neben der Spur, aber er ist einer von uns!“Deshalb herrscht Stillschweigen in Berlin und anderswo.