Mama ist krank!

„So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen! „

So sprach Martin Luther angesichts eines möglichen Weltuntergangs. Heutzutage erinnert man sich an diese Worte, wenn man in fatalistischer Stimmung über die fortschreitende Zerstörung der öko-sozialen Strukturen des Planeten Erde nachdenkt.

Wenn man ein globales Desaster befürchtet, liegt die Suche nach den Ursachen auf der Hand. Allzu schnell hat man welche gefunden. Stets sind die Brutalkapitalisten und ihre politischen Supporter zur Hand und als Sündenböcke ausgemacht. Man hat das Klischée verinnerlicht, und es ist wohltuend, es zu verwenden. Nur – ist diese vereinfachte Sicht richtig?

Ich habe so meine Zweifel. Man sollte bei der Suche tiefer graben. Dann findet man zwei andere Verursacher. Es sind die menschliche Intelligenz und der Egoismus. Die Intelligenz hat in millionenfacher Kleinarbeit alles entstehen lassen, was Schaden stiftet. Erst deren Summe bewirkt globale Schädigung. Und der Egoismus unterfüttert jedes Handeln mit Gewissenlosigkeit.

Verfehlungen in Politik und Weltwirtschaft lösen keinen luther’schen Weltuntergang aus, aber sie beschleunigen die negativen Trends.

Dies ist – ich gestehe es – schon wieder eine positive Sicht auf den Zustand unserer Welt. Aber natürlich haben wir längst die Mittel, die gesamte Menschheit auszurotten – nur ist deren Einsatz eher unwahrscheinlich.

Was also ist zu tun? Ich sage: Nichts, weil wir nicht die Macht haben, eine zerstörerische Entwicklung der globalen Gesellschaftssysteme aufzuhalten. Wir haben der Dynamik der Prozesse nichts entgegen zu setzen. Mutter Erde ist sehr krank, und sie hat früher oder später ihre Rolle als „Hotel Mama“ ausgespielt.

3 Antworten auf “Mama ist krank!”

    1. In der Historie der Menschheit sind viele Kulturen untergegangen, und immer war ihre Krankheit „Dekadenz“.
      Warum sollte unsere Kultur besser sein? Wir werden von Psychopathen regiert – Kaiser Nero hat Rom angezündet. Jahrtausende später hat Hitler die halbe Welt in Brand gesetzt.
      Man muss wegen eines kulturellen Zerfalls nicht traurig sein. Es gibt stets eine Wiedergeburt, solange der Mensch existiert.

      Gefällt 1 Person

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