Begegnung, mit Anne Frank?

Gräberfelder

Irgend etwas trieb mich von der Autobahn.
Ich landete in der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen.
Es war an einem sonnigen Spätnachmittag,
und ich war der einzige Besucher.
Ich besuchte 38.000 tote Menschen, und stand
ratlos zwischen Massengräbern.
Eine innere Stimme riet mir, zum Parkplatz
zurückzugehen und weiter zu fahren.
Während ich mich umblickte,
brach plötzlich so etwas wie ein Damm in mir.
Ich weinte los wie ein kleines Kind.
Fünf Minuten später sass ich in meinem Auto,
spürte noch immer tiefe Trauer,
und schloss die Augen.
Eine innere Stimme warnte:
So kannst Du nicht auf die Autobahn zurück.
Plötzlich sah ich einige schattenhafte Menschen
in einem Nebel, und eine Männerstimme sagte:
„Danke für Deinen Besuch. Du kannst jetzt nach Hause fahren.“
Ich öffnete die Augen und fühlte,
was ich „inneren Frieden“ nennen möchte.
Eine unglaublich wohltuende Emotion.
Nahezu euphorisch gestimmt fuhr ich nach Hause,
und erzählte meiner Frau dieses Erlebnis.
Ihr Kommentar: Stille.
 
Mittlerweile bin ich richtig alt,
und ich habe nie wieder Geister gesehen.
Ich glaube nicht an Spuk.
Aber diese Geschichte ist wahr.
Ich muss sie nicht glauben,
denn ich habe sie tatsächlich erlebt.