Über Zeitlöcher

Ich vermag nicht zu erkennen, dass die Zeit fliesst. Schon garnicht lasse ich die Floskel gelten, die Zeit renne. Dennoch spüre ich, dass in dieser Beziehung etwas nicht stimmt. Der Logik folgend muss ich anerkennen, dass – wenn die Zeit weder rennt noch fliesst – die Quelle meines Unbehagens in mir selbst liegen muss.

Ja, wie das denn nun?

Das Rätsel ist rasch gelöst: Man kann sich so sehr in eine Aufgabe vertiefen, dass man den Faktor ZEIT nicht mehr wahrnimmt. Ein Prozess dauert 4 Stunden, und keiner hat es bemerkt. Erst der Blick zur Uhr schafft bewusste Realität, indem er den Beobachter wieder in die Zeitordnung zurückversetzt.

Interessant ist, dass man das Zeitloch als Verlust empfindet, den man allerdings umgehend mit dem Produkt aus der verlorenen Zeit kompensiert.

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