Reflektion

Solltest Du Dich  fragen, was das hier soll: Ich weiss das auch nicht.

Hast Du noch nie ´ne blöde Idee gehabt? Ja? Siehst Du. Ach ja, ich verstehe. Du schreibst es nicht gleich auf! Ich schon. Oft.

Man sieht erst richtig, wenn man es hingeschrieben hat. Und dann kann es zu spät sein. Steckt erst mal Geld oder Arbeit drin, hat es einen neuen Wert gekriegt. Und dann einfach wegschmeissen?

Schau mal:

 

Im Kopf ist nur Makulatur –

Übervolles fliesst über.

Schreib´s hin, dann mache Remedur –

Bald klebt Tapete drüber.

 

Auch ein Weg nicht wahr? Raus damit, und entsorgt! Mögen andere sich damit herumärgern. Diese Taktik ist ohnehin längst geübt. Man lernt sie in der Schule kennen (wer interessiert sich schon für Aufsatzschreiben),

und selbst an den Universitäten werden die jungen Leute mit Studieninhalten vollgestopft, die zu geistigen Obstipationen führen und nur per Laxativum gelindert werden können – z. B. könnte man es mit Alkohol versuchen, denn:  Im Wein liegt Wahrheit! Und das hülfe beim Aussortieren dessen, was unter die Tapete gehört.

  Die Pizza bruzzelt still im Ofen,

noch duftet sie so wie sie soll.

Noch tut der Käse goldig loofen,

des Bäckers Stimmung dreht nach moll.

 

Die Augen zu – er träumt vom Bett,

schon holt ihn sich der Schlummer.

Im Ofen brennt derweil das Fett,

der  Pizza-Brand macht Kummer.

 

Kohle verströmt Salami-Duft.

So schwarz, und doch so lecker!

Der Bäcker aus der Küche ruft:

Er will nun kein Gemecker.

 

Die Hausfrau sieht: Hilfe tut not,

und schleicht sich leis zum Schrank.

Die Kinder kriegen Butterbrot,

der Bäcker einen Dank!

 

Hier mehr zu tun bringt garnichts ein,

der Pleite voll bewusst

pfeift sich der Bäcker einen rein,

ertränkt im Schnaps den Frust.

 

Pizza und  Bäcker , wie verreckt

so liegen sie vereint

nun in der Küche hingestreckt –

es war nur gut gemeint!

 Sowas kennt man. Wenn Dir Dein Computer verreckt, und Du hast einen format c: hinter, und einen kompletten Neuaufbau vor Dir, und zudem einen Topf feurige Bohnensuppe auf dem Herd in der Küche – ja dann wird´s lustig. Du rennst nur noch hin und her, hier clicken, dort umrühren, hier einem Idioten von Programmierer auf blöde Fragen antworten, dort

die Hitze runterregeln, zu spät, wie es sich gleich zeigen wird, und wieder  zurück, um ein Download zu checken und eine Setup.exe zu suchen, zurück in die Küche, weil’s stinkt – natürlich sind die Bohnen nun angekokelt, das machst Du noch zweimal, dann hast Du am PC den Faden verloren und in der Küche Dein Mittagessen – und im Kühlschrank stinkt der Tilsiter wie ein Güllewagen im Hochsommer, während das Brot im Schrank damit begonnen hat, seine Form von straight on nach curled zu ändern und dabei die Hälfte an Gewicht zu verlieren. Endlich bemerkst Du, dass Du etwas falsch gemacht hast.

Aber es keiner da, der Dir sagen würde, was es war. Dramen, wie das Leben sie schreibt.

Ich bin dumm wie Bohnenstroh

So sehn wir mich schon immer.

Und dennoch gut gelaunt und froh –

Wieso? Hab keinen Schimmer!

 

Mal tu ich dies, mal tu ich das!

Ganz wie der Zufall will.

Ich fühl mich wie ein leeres Fass

und mein Verstand steht still.

 

Nur ab und an geht es mir schlecht,

Momente werden licht.

Ich sage etwas,  habe recht,

und mein Verstand erbricht.

 

So schrieb ich es an meinem Tisch.

Egal, wie ich es will:

Es ist wie mit gekochtem Fisch –

mal mit, mal ohne Dill.

 

Das Understatement – Unterbewertung,  Untertreibung?

Ich bin so dumm wie Bohnenstroh – eine Unterbewertung? Oder eine Untertreibung? Nicht so dumm, oder noch dümmer? Lassen wir es einfach beim Understatement, und Du kannst Dir etwas Passendes aussuchen.

 Ich bin so dumm wie Bohnenstroh – das hat irgendwie Rhythmus, nicht wahr? Man muss es einfach verwursten.

 Wie ich mich selbst sehe?  Mit Verlaub: Dem Vergleich mit Bohnenstroh möchte ich nur ungern standhalten müssen. Ich halte es lieber mit dem Cherubinischen Wandersmann (geistreiche Sinn- und Schlussreime):

  Ich bin, ich weiss nicht wer.

Ich komme, ich weiss nicht woher.

Ich gehe, ich weiss nicht wohin.

Mich wundert, dass ich so fröhlich bin!

 

Ja, ich liebe diesen Spruch.

Angelus Silesius, zu deutsch Schlesischer Bote,

lebte von 1624 bis 1677 in Breslau,

war geistlicher Dichter und hiess eigentlich Johannes Scheffler.

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