Kein PC im Haus?

Also, ich weiss nicht, wie es Dir ergeht, wenn Du an Deinem Computer beschäftigt bist. Wie bitte? Du benutzt keinen Computer? Das gibt es einfach nicht. Erst mal mach Deine Elektrogeräte alle auf, und schau nach, was drinsteckt. Computer. Schau unter den grossen Deckel Deines Autos: Computer! Klapp zur Sicherheit Dein belegtes Brötchen auf – man weiss nie!

Im Ernst: Kein PC? Schreiben mit der Hand am Arm? Spell checking per Hirn, und einen Thesaurus im Kopf? Hut ab – das nenne ich originell. Und wie hältst Du es dann mit dem Rest der häuslichen Technik? Waschmaschine? Staubsauger? Fernseher? Deine Kuh von Hand melken? Ach, Du hast keine – das ist was anderes. Normalerweise ruft der Bauer den Futterplan für jede Kuh einzeln ab, und Futterautomaten zählen dem Rindvieh die Maiskörner vor bis auf das letzte Stück! Wenn im Stall jedes Stück Vieh einen Namen trägt, dann nicht, damit man mit ihm eine gepflegte Konversation führen kann, sondern weil der Computer Namen benötigt. In den Kabelkisten hat alles einen Namen! Auch wenn Fachleute dann file name, field name oder name dazu sagen. Den Dialog mit der Kuh Marie kannst Du vergessen. Statt dessen darfst Du Dich mit dem Computer unterhalten, vielmehr mit einer Software namens Super!milch – das Fütterprogramm für die glückliche Kuh! Und wenn der bäuerliche Computer dann auf einen schweren Ausnahmefehler brummt und der Hotliner schon wieder zum Arzt musste, ja dann wird die Kuh halt hungern müssen! Dann wird sie nach ihrem Kraftfutter brüllen, keinen an ihren Euter ranlassen, und der Bauer steht ratlos davor und weiss nichts, schmeisst in seiner Verzeiflung eine Schaufel Trockenfutter in den Trog, aber Marie brüllt vor Zorn, weil sie das nicht kennt, so nicht, das Zeug aus dem Futterautomaten sieht ganz anders aus, und der Bauer frisst auch keine ungekochten Nudeln, nur weil die Wasserwerke streiken, dann setzt er sich ans System und schaltet aus. Sofortige Rebellion im Kuhstall. Jetzt hat er alle Rindviecher gegen sich, weil die Biester denken, nun gäbe es nichts mehr zu fressen. Einschalten. Der Monitor spendet das vertraute grüne Licht, die Kühe stehen still in ihren Boxen, käuen wieder. Plötzlich rasselndes Geräusch. Der Bauer dreht sich entnervt um, und schaut ungläubig zu, wie Marie unvermutet gefüttert wird. Keiner weiss warum. Natürlich brüllt sie weiter, aber der Bauer behält nun die Oberhand. Sie will endlich gemolken werden, weil ihr mittlerweile das Monster-Euter höllisch wehtut. Und während der Durchflusszähler leise vor sich hinrödelt und schliesslich 27 Liter Frischmilch der Marke „Marie“ anzeigt, kommt der Bauer doch noch zum Nachdenken. Nimmt sich vor, den Computer rauszuschmeissen, und, um eine erneute Rebellion seiner Milchbrigade zu verhindern, nur den Bildschirm weiterleuchten zu lassen. Hauptsache grün. Und füttern wie früher. Mit den Tieren reden, ihnen die Schlager aus dem Jahr 1965 vorsummen, ein wenig kraulen – und wenn die Kuh leer ist, eine ordentliche Wurst draus machen lassen. Die Kabelkiste schenkt er seinem 12jährigen Neffen, der hat noch bessere Nerven.

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