Die Geldvernichter

Guck mal, Kanzlerin: Da kommt in jedem Jahr der Bundesrechnungshof mit seinem Bericht angeschlichen, und erklärt eher verschämt – zum Zwecke des Nachweises seiner Existenzberechtigung – dass mal 15, mal 30 Milliarden Oiro auf unsinnige Weise verplempert worden seien. Ich sitze dann gespannt vor der Glotze und warte auf eine Reaktion der Cancellaria. Nach einer Woche Totenstille zum Thema lässt die Spannung nach, und ich verstehe, dass es wie im Vorjahr läuft, und ich verstehe nicht, warum. Schliesslich werden angeblich 1,5 Milliarden für die Finanzierung der Terrorbekämpfung benötigt. Das holt sich die Cancellaria per Steuererhöhung – bei mir und meinesgleichen. Verstehst Du das, Kanzlerin? Nein? Das dachte ich mir schon. Nochmal für Dich: Vorne holst Du Dir drei Milliarden durch Steuererhöhung, und hinten schmeissen Deine Leute wenigstens 15 Milliarden aus dem Fenster. Ist das klarer? Nein? Dachte ich mir. Würdest Du das kapieren wollen, müsstest Du etwas gegen Deinesgleichen unternehmen.

Weißt Du, Kanzlerin, verstanden habe ich das schon. Das ist der Grund, weshalb ich Dich so innig liebe. Seit Du als Beamte geoutet bist, lichtet sich der Nebel ein wenig. Du und Deine Riege!

Übrigens: Wer hätte je von Beamten Leistungsorientierung, Übernahme von Verantwortung für das eigene Tun und das der Mitarbeiter erwartet? Wer glaubt wohl noch daran, dass Originalität und Kreativität in dem Moloch Öffentlicher Dienst Einzug halten könnte? Verantwortungsbewusster Umgang mit anvertrauten Milliarden? Ehrlichkeit? Statt dessen:  Deutscher Beamte machem keine Fehler! Sie sind unfehlbar wie der Papst, bis man sie erwischt. Dann wird fix ein Potemkin´sches Dorf gebaut, bis die öffentliche Meinung, dieses Saumensch, sich beruhigt hat, und danach sind die Beamten wieder unfehlbar.

Ich würde mal nach einem Virus suchen lassen, das degenerative Vorgänge auszulösen vermag, das Dekadenz ausufernd zur Pandemie grassieren lässt, das Beamte dazu verleitet, nach Verprassen von 15 bis 20 Milliarden Euro als Belohnung eine 6-prozentige Erhöhung der Bezüge zu verlangen.

Natürlich weiss ich, dass es Heerscharen fleissiger, gewissenhafter und fähiger öffentlich Bediensteter gibt, die man mit solcherart pauschalen Beschimpfungen zu Unrecht tritt. Wer sich zu dieser Gruppe zählt, möge sich als „Nicht betroffen!“ betrachten. Schliesslich hat zu allen Zeiten gegolten, dass man nicht dafür verantwortlich gemacht werden kann, wenn der Chef ein Arschloch ist, und die Behörde ein Fisch, der bekanntermassen immer am Kopf zu stinken beginnt.

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