Historisches Casting

Charles Dickens hatte für seine Weihnachtsgeschichte ( A Christmas Carol, 1843) sicherlich das hier gezeigte Wesen im Sinn, als er seine Hauptfigur, den sagenhaften Ebenezer Scrooge beschrieb.

Nachgedacht

Was ist los mit Dir, Alter? Dein ganzes Leben lang und bis zum heutigen Tag hast Du Dich als  humorvollen Menschen gesehen, und nun schreibst Du Blogbeiträge mit überwiegend negativem Inhalt? Tag für Tag dieselbe Sch ….. ? Ich beginne eine Diskussion mit mir. Erst mal gilt: „Negativ“ ist negativ gewertet. So also nicht. Ich bestehe auf „kritisch“ über Negatives reden oder schreiben.

Kritisches zu schreiben generiert keine Sympathie. So gewinnt man keine Freunde. Schliesslich giesst man Dreck kübelweise über Menschen aus, die eventuell den kritischen Zustand von irgendwas mit Erfolg verdrängt haben. Na, dann eben nicht! Zwar erlaube ich mir hie und da einen Denkfehler, aber niemals werde ich mein Bild von unserer  Welt so sehr verkleinern, dass der Schmutz in den Falten eines Schrumpfwesens verschwindet und nicht mehr stinkt.

Humorvoll sein heisst nicht doof sein. Heisst nicht, unkritisch durch das Leben zu trudeln. Der Humor ist Medizin, und er hilft dabei, nicht zu verzweifeln. Genau dafür wurde die Unterart gebildet, die wir „Galgenhumor“ nennen.

Jaja, Alter! Das Leben auf dem Planeten Erde hat auch eine positive Seite! Du weisst das! Du könntest doch zum Beispiel ein Kochrezept über heisse Milch mit ohne alles schreiben? Oder deutlich anspuchsvoller über einen „Schokoladenpudding in 2 Minuten“? Oder einfach über „das Leben ist schön“! Und jetzt, genau an dieser Stelle poppt der innere Konflikt auf. Die Lösung ist – ich schreibe das ungern – trivial. Unser  Leben hat wie Janus zwei Gesichter, und man muss beide nicht nur hinnehmen, man muss sie lieben. Und man muss sie als ständige Begleiter akzeptieren. Nur wer das Leben zur Melange verkommen lässt, hat verloren.

Dumm nur, dass die Wirkung beider Gesichter so unterschiedlich scheint. Das Gute wird als alltägliche Selbstverständlichkeit hingenommen und nicht in Hymnen besungen. Anders das Böse. Es wird unentwegt getriggert und ist deshalb aktuell und akut. Es schmerzt, und es helfen keine Pillen. Wir verlangen dringend Kompensation, erfahren die Unwirksamkeit des Guten und greifen zu anderen Mitteln wie Drogen, Alkohol, Pizza und Schokolade. So geraten wir auf Nebengleise und fahren einer Zukunft entgegen, die nichts Gutes verheisst – oder wir steuern rechtzeitig um, indem wir mit Hilfe von Verstand und Vernunft in der geraden Spur weiterfahren.

Gut gebrüllt, Löwe! Aber sag an: Was machst Du auf der geraden Linie mit deinen Gefühlen? Sie beharren auf ihren Mitwirkungsrechten! Unterdrücke sie, und Du wirst zum seelischen Krüppel! Wieder ein Konflikt, und wieder eine triviale  Lösung: Schreibe einen Blog! Und wisse: Was Du durchdacht und geschrieben hast, gilt als verarbeitet. Dadurch wird die Welt nicht besser – aber Du fühlst Dich besser. Nun ja. Eine wirklich kleine Lösung, aber besser als keine Lösung, nicht wahr?

Begegnung, mit Anne Frank?

Gräberfelder

Irgend etwas trieb mich von der Autobahn.
Ich landete in der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen.
Es war an einem sonnigen Spätnachmittag,
und ich war der einzige Besucher.
Ich besuchte 38.000 tote Menschen, und stand
ratlos zwischen Massengräbern.
Eine innere Stimme riet mir, zum Parkplatz
zurückzugehen und weiter zu fahren.
Während ich mich umblickte,
brach plötzlich so etwas wie ein Damm in mir.
Ich weinte los wie ein kleines Kind.
Fünf Minuten später sass ich in meinem Auto,
spürte noch immer tiefe Trauer,
und schloss die Augen.
Eine innere Stimme warnte:
So kannst Du nicht auf die Autobahn zurück.
Plötzlich sah ich einige schattenhafte Menschen
in einem Nebel, und eine Männerstimme sagte:
„Danke für Deinen Besuch. Du kannst jetzt nach Hause fahren.“
Ich öffnete die Augen und fühlte,
was ich „inneren Frieden“ nennen möchte.
Eine unglaublich wohltuende Emotion.
Nahezu euphorisch gestimmt fuhr ich nach Hause,
und erzählte meiner Frau dieses Erlebnis.
Ihr Kommentar: Stille.
 
Mittlerweile bin ich richtig alt,
und ich habe nie wieder Geister gesehen.
Ich glaube nicht an Spuk.
Aber diese Geschichte ist wahr.
Ich muss sie nicht glauben,
denn ich habe sie tatsächlich erlebt.

Feindesland

Mir scheint,
ich wandere durch eine Wüste.
Ich sehe nur Himmel und Sand,
und ich fühle plötzlich
die Nähe des Todes.
Spüre. wie meine Schritte
bedächtig, dann schwer sind.
So schliesse ich die Augen,
und meine Sinne täuschen mich,
denn ich spüre,
wie ich durch Wasser schreite,
kniehoch, und Kraft fordernd.
Ich gehe und gehe,
taumelnd falle ich,
und Schlaf raubt mir
mein Bewusstsein.
Die Wüstensonne beendet
schliesslich einen Tag ……
und ein Leben.

Wiedergeburt

Ein Kiesel hatte sich verirrt,
ist gestrandet im Sand,
und sachte umspült von Wellen
einer friedvollen See.
Ein Sonnenwind malte kraftvoll
bewegte Bilder an den Himmel.
Polarlicht bezauberte,
liess die Menschen verstummen,
und kündigte an,
was ihnen Magie verspricht.

Aus den Weiten des Alls
gelangte ein helles Leuchten
zur Sandbank im Meer,
fand den Kiesel
und nahm ihn in Besitz.
Der Stein zerbrach in tausend Stücke,
ein strahlendes Etwas stieg auf,
suchte unter den Menschen
den Platz seiner Bestimmung.
Dieser Ort fand sich rasch
im Herzen eines Mannes,
und das Leuchten erlosch.

Der Mann wandte sich zu seiner Begleiterin,
umarmte sie,
küsste sie,
und war unsagbar glücklich.
Aurora, die Göttin der Morgenröte
wandte sich ihren Liebhabern zu.

Aphorismus

Die Hoffnung ist das Licht am Ende des Tunnels

für jene, die in tiefer Dunkelheit wandeln.

Leben und Sterben – ein Gleichnis

Irgendwo ….. scheinbar im Nirgendwo
wurde ein Fünkchen geboren,
und erhellte die Finsternis um ein weniges.
Jedoch ….. sein Schicksal war vorbestimmt.
Das Fünkchen wuchs heran,
wurde ein Funke und wuchs weiter
zu einem glühenden Feuerball.
Er durchschwebte seine Sphäre,
wissend um seine Bedeutung,
und suchte seinen Platz
in der menschlichen Gesellschaft.
So lernte er seine Feinde kennen,
die Gleichgültigkeit, die Ignoranz,
die Dummheit,
und deren Schwestern und Brüder,
und er erkannte deren Macht..
Auch wusste er um die Endlichkeit des Seins,
gab seine Suche auf,
verzweifelte, und erlosch.
Asche zu Asche.
Staub zu Staub.
So sagte ein Hohepriester des Pluto,
und griff zum Besen.
Aber die Welt stand still,
für einen kurzen Moment,
als das Feuer verlöschte.