Zukunft

Die Unfähigkeit der Polit-Laien auf den
Regierungsbänken der vergangenen
Jahrzehnte, für ein soziales Gleichgewicht
in unserem Gemeinwesen Sorge zu tragen,
veranlasst mich zu folgender Prognose: 

Zum Wie und Wann wage ich keine
Vorhersage.
Aber ich fürchte eine rechtspopulistische
Diktatur.

Das Licht der Sonne

Sonnentage sind sehr unzuverlässige
Begleiter unseres Lebens.
Eben noch spenden die Sonnenstrahlen
Licht und Wärme, dann lassen sie sich
unverhofft von Wolken einfangen und
fallen in Regentropfen zur Erde,
verschwinden rasch in trockener Krume
oder – schlimmer – in den finsteren
Schächten der Menschen, um dort ihren
Glanz, vielmehr ihre Existenz zu
verlieren.
So endet Sonnenlicht als Schmutzwasser,
und  die Menschen warten –
auf neue Sonnentage.

Wie kommt das Salz ins Meer?

Nun, es kommt nicht.
Es fliesst.
Regen und Flüsse tragen Natriumchlorid und
Mineralsalze an Land ab und transportieren
das Salz-Gemisch in die Weltmeere.
Einen weiteren Beitrag liefert der
Untergrund der Meere.
 
Die Sonne spielt mit.
Sie lässt Meerwasser verdunsten und als
Süsswasser in die Wolken aufsteigen.
Diese Reduktion des Meerwassers durch Wärme
gleicht den Zulauf durch Flüsse aus.
Auf diese Weise bleibt auch der Salzgehalt
des Meerwassers konstant.
 
Kuriosum: Das Tote Meer.
Dieses Gewässer ist ein Binnensee in einer
heissen Klimazone.
Die Verdunstung des Seewassers hat
einen extremen Wert angenommen. Deshalb
beträgt der Salzgehalt des Wassers
340 Gramm pro Liter.
Zum Vergleich:
Nordsee = 30 Gramm.
Das ist Nudelwasser!

Ein Schwachmatikus erzählt

Wieder einmal befallen mich Zweifel und
lähmen mich in meinem Denken und
Handeln. Ich sitze verzweifelt, oder
sagt man eingezweifelt? Ich sitze also
grübelnd unentschieden vor meinem
Keyboard (heute ist Sonntag, an Werktagen
nenne ich das Gerät eine Tastatur); ich sitze
also an Besagtem und quäle mich mit
Grundlegendem, quasi mit einer, der
humanen Existenz entliehenen Frage:
„Soll ich mir jetzt einen Kaffee kochen, und
falls nein, was geschieht dann mit meinem
Rosinenbrot?“
Ich lebe allein, aber irgendwer muss mir
antworten.
 
Nachtrag: Ich habe unter Missachtung aller
ökonomischen Risiken  eine Kanne Kaffee
maschinell hergestellt. Diese Maschine hat
unentwegt gestöhnt und geröchelt, und
ein schwarz-braunes Ejakulat abgesondert.
Mein Rosinenbrot erwies sich als ein
hinterhältiges Produkt. Eingespeichelt
änderte es seine Konsistenz und wurde
im Mund wieder zum Teig, den man
erneut aufbacken müsste. Aber die Not
macht bekanntlich erfinderisch.
Ich habe mich technisch weiterentwickelt:
Abbeissen, nicht kauen sondern schlucken,
und mit Kaffee nachspülen.
Der weitere, internistische Prozessverlauf
ist automatisiert, und ich reagiere nur
auf akustische Störmeldungen.

Mahlzeit

Bratwurst in Pfannen
windet sich  in der Hitze.
Ein Me(E)sser droht.
 
Wer Sauerkraut hat,
verzichtet gern auf Mostrich.
Eine Bratwurst dankt.
 
Der Senf im Glas schmollt.
Er fühlt sich unverstanden.
Die Wurst triumphiert.