Ein Lehrstück

Friedrich Rückert war ein Dichter und Sprachgenie;
er beschäftigte sich mit 40 Sprachen,
und dies auch als Übersetzer.
Im Jahr 1834 starben zwei seiner Kinder. Deshalb
schrieb er eine Vielzahl von Kindertotenliedern.
 
Der Komponist Gustav Mahler hatte den Tod von sechs
seiner 11 Geschwister zu beklagen. In 1901 bis 1904
komponierte er seine Kindertotenlieder
nach Rückerts Texten.
 
Nun könntest Du denken, der Schreiberling hätte
echt was drauf – Blödsinn.
Man liest sich in 70 Lebensjahren eine Menge
Allgemeinwissen zusammen, und man schleppt
damit 90% Müll im Hirn herum, wartet darauf,
es irgendwann auszupacken und damit zu
beeindrucken. Man fühlt sich gut, steht auf,
und die Rückenschmerzen radieren jedes
Hochgefühl sofort  aus.
Das ist wahrlich nicht prickelnd.
Und nochmal: Es ist nur Wissen.
Es ist kein Beweis von Intelligenz.
 
Vor Jahren habe ich im Netz einen IQ-Test gemacht.
Dabei  hatte ich 118 Punkte gesammelt.
Unzufrieden wiederholte ich nach einer Woche,
um an die 130 ranzukommen.
Das Resultat ernüchterte: IQ = 89!
 
Über Sinn oder Unsinn der IQ-Tests möge sich
jeder Interessierte selbst eine Meinung bilden.
Ich habe dazugelernt.
Ich habe gelernt zu unterscheiden zwischen
emotionaler, sozialer, ästhetischer und praktischer
Intelligenz,
und dass man zu dumm sein kann, einen Nagel
in ein Brett zu schlagen, aber mit ausgeprägter
sozialer Intelligenz ein Hauptgewinn
für die Gesellschaft.
 
Ein Beispiel zum Nachdenken:
 
In einem Unternehmen hat ein polnischer Zeitarbeiter
mit Hilfe eines Kartons und einem Besenstil
genial einfach ein schwieriges Problem gelöst.
Und 5 Fachleute schauten zu und staunten
Bauklötze.
 
Quintessenz:
 
Man sollte beim Urteilen über Menschen
sehr, sehr vorsichtig sein.